Die Münchner Kommissare führt der Mord an einem Journalisten bald zu einem alten Freund von Batic: Gewerkschaftsführer Leo Greedinger.

Kinostart: nicht bekannt

Miroslav Nemec

Miroslav Nemec
als Ivo Batic

Udo Wachtveitl

Udo Wachtveitl
als Franz Leitmayr

Thomas Sarbacher

Thomas Sarbacher
als Leo Greedinger

Fred Stillkrauth
als Hans Greedinger

Leonardo Nigro
als Luca Panini

Bettina Redlich
als Sabine Greedinger

Tanja Schleiff
als D

Christian Maria Goebel
als Dr. Erwin Rohpe

Martin Stührk
als Moritz Greedinger

Alexander Duda
als Horst Bergmann

Nikolaus Benda
als Rainer Truss

Christian Springer
als Dezernatsleiter

Hannes Hellmann
als Max Janussen

Petra Berndt
als Ute Kropp

Claudia Lössl
als Inge Greedinger

Berfin Öztoprak
als Esther Greedinger

Petra Einhoff
als Dr. Suska Droemer

Kritik zu Tatort: Um jeden Preis

Entweder hat es keiner bemerkt, oder man hat beim Bayerischen Rundfunk auf die Vergesslichkeit des Publikums vertraut; beides wäre leichtfertig. Man muss nicht mal ein sonderlich gutes Gedächtnis haben, um irritiert auf das Auftauchen eines alten Mannes gleich zu Beginn dieses Krimis zu reagieren. Der Name des Schauspielers, Fred Stillkrauth, mag einem nichts sagen, aber das Gesicht ist unverwechselbar. Im Frühjahr 2008 gab er im Münchener "Tatort"-Beitrag "Der oide Depp" den Gastkommissar "Opa Siersch", einen vermeintlich senilen, tatsächlich aber hellwachen Kollegen, der die Lösung eines uralten Falles vereiteln wollte.

Nur kurz fragt man sich, ob Opa Siersch den Münchener Ermittlern Batic und Leitmayr (Miroslav Nemec, Udo Wachtveitl) erneut im Weg stehen soll, da beginnt der alte Herr schon wieder, Spuren zu verwischen: Er heißt nun Greedinger und ist ein Gewerkschafter von altem Schrot und Korn, dem die Methoden und Sprüche seines Sohnes Leo (Thomas Sarbacher, wie schon kürzlich im Odenthal-Krimi "Vermisst" als sympathischer Verdächtiger) verhasst sind. Trotzdem hilft er ihm aus der Patsche, als ein Journalist aufs Leos beim Vater vergessenen Telefon anruft und seinen Selbstmord ankündigt; ein Bild vom Todesszenario an einer Isarbrücke samt Strick um den Hals schickt er gleich mit. Leo ist auf dem Sprung zum Gewerkschaftsvorsitzenden und hat außerdem geholfen, einen milliardenschweren Deal mit der vietnamesischen Regierung einzufädeln. Auf diese Weise hat er zwar 5.000 Arbeitsplätze gerettet, aber ohne Bestechung hätte das nie geklappt; kein Wunder, dass sich Panini (Leonardo Nigro), der italienische Gastermittler, bald wie zuhause fühlt. Dank Leos guter Verbindungen in die Politik sollen die Kommissare den Fall als geklärt betrachten, aber zu Batics Unmut lässt Leitmayr nicht locker: Leo ist ein alter Kumpel von Ivo.

Christian Jeltschs Geschichte besticht vor allem durch ihre Vielschichtigkeit. Der undurchsichtige Greedinger ist nur ein Idealist, der an der Realität scheitert, doch der Funktionär, der als Berater im Hintergrund die Fäden zieht, ist in seinem kaltschnäuzigen Opportunismus und in der Verkörperung durch Hannes Hellmann eine fast schon diabolische Figur. Die Freundschaft zwischen dem Kommissar und dem Gewerkschafter sorgt naturgemäß für zusätzliche emotionale Spannung. Der Fall selbst wäre schon verzwickt genug, zumal der Journalist homosexuell war; private Filmaufnahmen deuten an, dass Greedinger und er eine Beziehung hatten, was den Gewerkschafter vermutlich die Gefolgschaft seiner traditionell konservativen Mitstreiter gekostet hätte. In Wirklichkeit sind die Dinge allerdings noch viel komplizierter, und dass Batic nun seinerseits Beweise verschwinden lässt, macht Leitmayrs Arbeit nicht gerade einfacher. Und dann ist da ja noch Panini, der einem zunächst ebenso auf die Nerven geht wie den beiden Einheimischen, sich aber mit seinem lustigen Deutsch zunehmend in die Herzen spielt. Ganz zu schweigen von den Seitenhieben auf den Boulevardjournalismus, repräsentiert durch eine fuchsrote Reporterin, der Jeltsch, Regisseur Peter Fratzscher und natürlich die Schauspielerin Petra Berndt mit wenigen Klischeeszenen so viel Format verleihen, dass sie unbedingt ins Ensemble aufgenommen werden sollte. tpg.

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Info

Plakat des Films: Tatort: Um jeden Preis

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2009

Genre: Thriller

Originaltitel: Tatort: Um jeden Preis

Regie: Peter Fratzscher

Drehbuch: Christian Jeltsch

Musik: Joachim J. Gerndt

Produktion: Kirsten Hager

Kostüme: Natascha Curtius-Noss

Schnitt: Vera Appeldorn

Ausstattung: Thorwald Kiefel