Die Stuttgarter Kommissare klären den Mord an einem alten Mann, der an einer Medikamentenvergiftung starb.

Kinostart: nicht bekannt

Richy Müller

Richy Müller
als Thorsten Lannert

Felix Klare

Felix Klare
als Sebastian Bootz

Carolina Vera

Carolina Vera
als Emilia Alvarez

Mimi Fiedler
als Nika Banovic

Jürgen Hartmann
als Daniel Vogt

Maja Schöne
als Julia Bootz

Birthe Wolter
als Lona

Bibiana Zeller
als Brise Schubert

Dieter Schaad
als Willy Schubert

Inka Friedrich
als Eva Martens

Andreas Schmidt
als Peter Schubert

Steffen Münster
als Holger Martens

Stella Kunkat
als Leonie Martens

Christof Wackernagel
als Doktor Riedmann

Tim Krebs
als Oliver Martens

Eva-Maria Kurz
als Frau Freick

Kritik zu Tatort: Altlasten

Gemessen an den bisherigen Abenteuern des immer noch vergleichsweise dienstjungen Stuttgarter Teams ist "Altlasten" ein extrem stiller Film: Es gibt keine Verfolgungsjagden, keine Schusswechsel, keinerlei Action; und eigentlich auch keinen Mord. Aber eine Leiche: Nur durch Zufall entdeckt ein Bestatter, dass der alte Herr Schubert offenbar keines natürlichen Todes, sondern an einer Überdosis Schlaftabletten gestorben ist.

Beinahe beiläufig spricht Katrin Bühlig in ihrem bemerkenswert komplexen Drehbuch verschiedene Missstände an, die der Gesellschaft bloß ein Achselzucken wert sind: dass Todesfälle bei Senioren nur selten untersucht werden, zum Beispiel; oder dass Hausärzte greisen Patienten lebensnotwendige Medikamente vorenthalten, weil sie diese, sobald ein bestimmtes Limit überschritten ist, selbst zahlen müssen. Aus diesem Grund gerät auch der Arzt des Toten ins Visier der Ermittler, denn Herr Schubert hatte Krebs und angeblich nur noch wenige Wochen zu leben. Eine Untersuchung im Krankenhaus hingegen hat ergeben, dass Herr Schubert eher mit als an der Krankheit gestorben wäre. Und so fällt der Verdacht alsbald auch auf die Hinterbliebenen, die jeder für sich ein plausibles Motiv hätten, sich des lästigen Pflegefalls zu entledigen.

Ebenso sorgfältig wie das vom Iren Eoin Moore betont zurückhaltend umgesetzte Drehbuch ist Bühligs Zeichnung der Figuren. Oft genügt eine Szene, um ganze Geschichten zu erzählen, etwa die Begrüßung eines geistig behinderten Sohnes, der sofort sämtliche Aufmerksamkeit absorbiert und seine Schwester unabsichtlich, aber zwangsläufig ins Dasein eines "Schattenkinds" zwingt. Moores große Stärke ist zudem die Führung der Darsteller. Gerade die gemeinsamen Szenen von Richy Müller (als Kommissar Lannert) und der wunderbaren Bibiane Zeller, die in vortrefflicher Variation ihrer "Zuckeroma" die leicht verwirrte Witwe verkörpert, sind einfühlsam geschrieben, inszeniert und gespielt. Schon allein Frau Schuberts Beschreibung ihrer beginnenden Alzheimer-Krankheit ("Schnee im Kopf") ist ein schmerzlich schönes Bild.

Natürlich ist auch Moores Stammspieler Andreas Schmidt mit von der Partie, hier als verkrachter Galerist, der dringend auf Vaters Erbe angewiesen ist. Der Schwester (Inka Friedrich) wären der alte Herr und die mitunter zu Bosheit und Jähzorn neigende Mutter bei ihrer Schulkarriere im Weg gewesen. Und ihr Gatte (Steffen Münster), Nachfolger des Schwiegervaters in dessen Anwaltspraxis, will die Verteidigung eines überführten Kinderschänders übernehmen, was zu einem handfesten Streit mit Schubert senior geführt hat: Der hatte einst nach der Ermordung seiner kleinen Tochter geschworen, vor Gericht nur Unschuldige zu vertreten.

Auch diese für die gesamte Familienaufstellung so brisante Episode erzählen Bühlig und Moore nur beiläufig, doch für das Thema des Films ist sie ebenso wichtig wie die Randnotizen mit Kommissar Bootz (Felix Klare), den der Besuch seiner Schwiegermutter fürchterlich nervt. Nur einmal lässt Moore seine Zurückhaltung fahren, als er das Finale eines "Mensch ärgere dich nicht"-Spiels zwischen Bootz und seinem Gast im Stil eines Italo-Westerns inszeniert, unterlegt mit Musik aus "Spiel mir das Lied vom Tod". tpg.

Wertung Questions?

FilmRanking: 45409 >99

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

Plakat des Films: Tatort: Altlasten

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2009

Genre: Thriller

Originaltitel: Tatort: Altlasten

Regie: Eoin Moore

Drehbuch: Katrin Bühlig

Musik: Warner Poland, Kai-Uwe Kohlschmidt

Produktion: Nils Reinhardt, Sabine Tettenborn

Kostüme: Stephanie Kühne

Kamera: Cornelia Janssen

Schnitt: Isabelle Allgeier

Ausstattung: Anette Reuther