Dialogstarkes, mit Judi Dench und Cate Blanchett exquisit besetztes Drama über eine verhängnisvolle Schulaffäre.

Kinostart: 22.02.2007

Cate Blanchett

Cate Blanchett
als Sheba Hart

Judi  Dench

Judi Dench
als Barbara Covett

Bill Nighy

Bill Nighy
als Richard Hart

Andrew Simpson
als Steven Connolly

Tom Georgeson
als Ted Mawson

Philip Davis
als Brian Bangs

Michael Maloney
als Sandy Pabblem

Joanna Scanlan
als Sue Hodge

Shaun Parkes
als Bill Rumer

Die Handlung von Tagebuch eines Skandals

Die St. George's School in Nordlondon hat einen Neuzugang: Kunstlehrerin Sheba Hart (Cate Blanchett), die sphinxhaft schön, aber pädagogisch unvermögend ist. Ihre Kollegin Barbara Covett (Judi Dench) fühlt sich rasch von ihr sexuell angezogen, beobachtet aber entsetzt, wie Sheba mit Steven Connelly (Andrew Simpson), einem ihrer Schüler, schläft. Anstatt sie zu melden, entschließt sich Barbara, das skandalöse Geheimnis für sich zu behalten - und rettet damit Shebas Ehe mit Richard (Bill Nighy). Doch sie zahlt einen hohen Preis dafür.

Ambivalente Charaktere, Pädophilie, Klassenneid, Erpressung - Richard Eyre ("Stage Beauty") schöpft aus dem Vollen. Seine von preisverdächtigen Schauspielleistungen getragene Literaturadaption mündet alsbald gar in ein düsteres Gothic-Melodram.

Als Lehrerin Sheba ihre neue Stelle antritt, erkennt die ältere Kollegin Barbara in ihr eine Seelenverwandte. Obwohl Sheba verheiratet ist, träumt Barbara davon, ihr näherzukommen. Als sie Shebas Affäre mit einem Schüler entdeckt, benutzt sie diese als Druckmittel, um Sheba stärker an sich zu binden. Doch als Sheba ihren Lover nicht aufgeben kann, gibt Barbara dem Schicksal einen folgenschweren Anstoß.

Akribisch hält die dominante, einsame Lehrerin Barbara Covett ihr Leben im Tagebuch fest. Außer ihrer Katze hat sie keine Freunde und Vertraute. Dies ändert sich, als sie der neuen Kunstlehrerin Sheba Hart begegnet. Sie scheint die verwandte Seele und Freundin zu sein, nach der Barbara immer gesucht hat. Als sie aber herausfindet, dass die Frau eine Affäre mit einem ihrer Schüler unterhält, nimmt die Freundschaft eine bedenkliche Wendung. Barbara droht damit, Shebas Geheimnis der Welt und vor allem ihrem Ehemann zu enthüllen.

Kritik zu Tagebuch eines Skandals

Britisches Qualitätsdrama über zwei Lehrerinnen und eine verhängnisvolle Schüleraffäre.

Im französischen Kino haben extracurriculare Beziehungen eine größere Tradition als im englischsprachigen - ob nun Lehrerinnen mit Schülern (Pierre Granier-Deferres "Erpresst - Das geheimnisvolle Foto") oder Lehrer mit Schülerinnen (Jean-Claude Brisseaus "Weiße Hochzeit") heiße Affären pflegen. Richard Eyres Verfilmung von Zoe Hellers Roman "Tagebuch einer Verführung" schließt nun diese Lücke, ist aber weit mehr als die Chronik einer tabuisierten Verbindung, wie sie durch Mary Kay LeTourneaus Fall in den Neunzigerjahren Schlagzeilen machte. Erzählerin Barbara Covett (Judi Dench) führt mit denkwürdigen Dialogen zwischen bissig-spöttisch und introspektiv durch die Ereignisse, an der Schule, in der sie seit Jahren unterrichtet. Sheba Hart (Cate Blanchett) ist die neue Kollegin, die ihr sofort durch ihre Aura von Anmut, Verwundbarkeit und emotionaler Offenheit auffällt. Die beiden Frauen, die Dominanz und Fragilität repräsentieren, beginnen eine Freundschaft. Für Barbara ist es von Beginn an mehr, doch Sheba wirkt unerreichbar, hat einen Mann, zwei Kinder und scheinbar eine glückliche Beziehung. Doch die Stunde der Älteren schlägt, als sie die Jüngere beim Sex mit einem 15-jährigen Schüler ertappt. Von nun an spinnt sie das Netz, in das sich ihr naives Opfer rettungslos verfängt. Barbara fordert das sofortige Ende der Affäre und mehr Aufmerksamkeit für sich, drängt sich immer stärker in das Leben Shebas, hat in der unausgesprochenen Drohung, das Geheimnis platzen lassen zu können, ein wirksames Druckmittel. Als ihre "Seelenverwandte" trotz mehrerer Versuche ihren minderjährigen Lover nicht aufgeben kann, gibt Barbara dem Schicksal einen folgenschweren Anstoß. Das einzige Missverständnis des neuen Films von Theaterspezialist Richard Eyre ("Iris") ist die viel zu stark auf volles Orchester programmierte Musik von Philip Glass, die selbst aus dem Öffnen einer Türe noch ein epochales Ereignis macht. Davon abgesehen ist "Tagebuch eines Skandals" mit Feingefühl eingestellt. Das Drehbuch von Patrick Marber ("Hautnah") arbeitet das Irrationale dieser zweifachen Obsession gut heraus, wie auch die emotionale Welt beider Frauen, die grundverschieden sind, aber sich beide als deplatziert empfinden. Dench ist die Vampirin, die sich allen überlegen fühlt und ihre Opfer manipuliert und benutzt. Blanchett die unerfüllte Frau, die eigentlich den falschen Mann geheiratet hat und in einem Impuls die Befreiung sucht, obwohl ihr jugendlicher Bewunderer weder körperlich noch in seiner Persönlichkeit die Attraktion begründet. Die darstellerischen Leistungen von Dench und Blanchett sind die Trumpfkarten dieses Dramas, das sich trotz des reißerischen Themas nie dem Spekulativen ergibt. kob.

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Info

Plakat des Films: Tagebuch eines Skandals
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 22.02.2007

Großbritannien/USA 2006

Länge: 1 h 32 min

Genre: Drama

Originaltitel: Notes on a Scandal

Regie: Richard Eyre

Drehbuch: Patrick Marber

Musik: Philip Glass

Produktion: Scott Rudin, Robert Fox

Kostüme: Tim Hatley

Kamera: Chris Menges

Schnitt: John Bloom, Antonia Drimmelen

Ausstattung: Tim Hatley

Website: http://www.tagebuch-eines-skandals.de