George Clooney in einem politischen Thriller nach den Memoiren des CIA-Agenten Robert Baer.

Kinostart: 23.02.2006

Matt Damon

Matt Damon
als Bryan Woodman

George Clooney

George Clooney
als Robert Baer

Jeffrey Wright

Jeffrey Wright
als Bennett Holiday

Amanda Peet
als Julie Woodman

Chris Cooper
als Jimmy Pope

Max Minghella
als Robby Baer

William Hurt
als Stan Goff

Christopher Plummer
als Dean Whiting

Tim Blake Nelson
als Danny Dalton

Alexander Siddig
als Prinz Nasir

Mazhar Munir
als Masim Khan

Jamey Sheridan
als Terry George

Thomas McCarthy
als Fred Franks

Viola Davis
als Marilyn Richards

Nicky Henson
als Sydney Hewitt

Jayne Atkinson
als CIA- Abteilungsleiterin

William C. Mitchell
als Bennett Holiday Sr.

Handlung

Der reformfreudige arabische Prinz Nasir (Alexander Siddig) vergibt die Rechte zur Ölförderung und -produktion in seinem Heimatland lieber an die meistbietenden Chinesen und nicht an Connex, die Firma des smarten US-Geschäftsmannes Pope (Chris Cooper). Daraufhin schickt die CIA mit Bob Barnes (George Clooney) ihren besten und vielleicht auch verrücktesten Mann, um das Problem zur Not auf handfeste Art aus der Welt zu schaffen. Doch die Verhältnisse vor Ort sind komplizierter als erwartet.

Matt Damon

CIA-Agent Bob Barnes schaltet als Spezialist im Mittleren Osten im Auftrag der US-Regierung unerwünschte Subjekte aus. Im Mittelpunkt seines Schaffens steht unter anderem der Ölkonzern Connex, der seine Bohrrechte im fiktiven arabischen Emirat des Prinzen Nasir an höher bietende Chinesen verloren hat. Einer von Barnes' Aufträgen lautet, Nasir auszuschalten, der aufgrund seiner reformistischen Ansichten nicht mit der US-Regierung konform geht.

Eine Stinger-Rakete ist in Teheran in falsche Hände geraten. CIA-Agent Barnes macht Meldung, wird aber vom Fall abgezogen. Es gibt Wichtigeres zu tun. Etwa die Beseitigung des reformwilligen Öl-Prinzen Nasir, der die Bohrrechte seines Landes nicht mehr an den US-Energie-Giganten Connex abgeben möchte. Dessen Chefs sähen lieber Nasirs willfährigen Bruder als Regenten des Emirats. Und da sind noch zwei jüngst entlassene Öl(gast)arbeiter, die vor ihrer Zwangsausweisung noch ein Attentat auf eine Raffinerie planen.

Kritik

"Macht globaler Ölkonzerne" könnte der aussagekräftige Untertitel für den komplexen Politthriller von Stephen Gaghan lauten. In seiner zweiten Regiearbeit durchleuchtet der Oscar-Gewinner (für das Drehbuch zu "Traffic - Macht der Kartelle") detailgenau politische und ökonomische Machenschaften rund um das schwarze Gold, die durch persönliche Schicksale verknüpft werden. Ein anspruchsvolles Unterfangen, das vom Zuschauer Mitdenken erwartet und zum Nachdenken anregt.

Hollywood zeigt sich in letzter Zeit wieder verstärkt politisch interessiert, wie Filme wie "Lord of War" oder "Jarhead" eindrucksvoll belegen. In eine ähnliche Sparte fällt "Syriana", der auf dem Tatsachenroman "See No Evil" des ehemaligen CIA-Agenten Robert Baer beruht. Entsprechend ist eine der Hauptpersonen CIA-Agent Bob Barnes (souverän: George Clooney mit Bart und 15-Kilogramm-extra-Bauch). Als Spezialist im Mittleren Osten schaltet er im Auftrag der US-Regierung unerwünschte Subjekte aus. Wie im Prolog bei einem Waffendeal im Teheran, wobei ihm ein Raketenwerfer abhanden kommt. Dieser taucht gegen Ende des Films mit katastrophalem Ergebnis wieder auf, was nur einer von mehreren gewobenen Storysträngen ist, die schließlich wie in einem Perserteppich zu einem eleganten Muster vereint werden. Weitere Mitspieler dieser internationalen Intrige umfassen Chris Cooper als Vorstand des Ölkonzerns Connex, den brillanten Washingtoner Anwalt Bennett Holiday (Jeffrey Wright), den Genfer Energieanalysten Bryan Woodward (ein famos fokusierter Matt Damon), der zum Berater des progressiven arabischen Prinzen Nasir (Alexander Siddig) wird, und den entlassenen pakistanischen Ölfeldarbeiter Wasim (Mazhar Munir), der von einer radikalen moslemischen Gruppe umworben wird. Miteinander verbunden sind sie durch den Konzern Connex, der seine Bohrrechte im fiktiven arabischen Emirat von Prinz Nasirs Vater an höher bietende Chinesen verloren hat. Allerdings plant man, mit der kleineren, aber mysteriösen Firma Killen zu verschmelzen. Um diesen fragwürdigen Merger durchzuboxen, wird Holiday engagiert, der Korruptionsvorwürfe aufdecken soll und sich unter der Hand mit den Justizbehörden arrangiert. Ebenfalls verdeckt ist Barnes' Auftrag Nasir auszuschalten, der aufgrund seiner reformistischen Ansichten nicht mit der US-Regierung (und den Drahtziehern im Hintergrund) konform geht. Extreme Mittel nutzt auch Wasim, um sich gegen die ausländischen Unterdrücker aufzulehnen. Doch letztlich ändert sich trotz Menschenopfer und Positionsverlusten an den alt eingesessenen Strukturen der Macht wenig.

Gaghan gestaltet die Inszenierung seines komplizierten Skripts, das rapide im Zickzack-Verfahren zwischen Protagonisten und Locations wechselt, vorrangig mit kühlem Kopf. Die Story erweist sich als ergiebige Informationsquelle voller vertrackter Hintergründe und Zusammenhänge, gerne hätte man dabei vielleicht noch etwas mehr über die einzelnen Figuren erfahren. So werden die emotionalen Aspekte zumeist nur kurz, dafür aber tiefgreifend angeschnitten. Besonderes Augenmerk gilt dabei vier Vater-Sohn-Beziehungen, die mit tragischen Umständen verbunden sind. Im Gegensatz zum hier als ausführender Produzent fungierenden Steven Soderbergh, der für sein ähnlich strukturiertes Epos "Traffic" visuell stilvoll experimentierte, setzt Gaghan auf einen schnörkellosen Look. Zurückhaltung ist auch beim Soundtrack geboten, der nur vereinzelt an das hypnotisch-akustische Ambiente der Drogensaga erinnert. Insgesamt wird der ambitionierte Politthriller um das Mosaik der Macht wohl nur bedingt die Gunst des Mainstream-Publikums gewinnen, doch wer auf der Suche nach intelligenter Unterhaltung ist, wird hier bestens bedient. ara.

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Info

Plakat des Films: Syriana
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 23.02.2006

USA 2005

Länge: 2 h 8 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Syriana

Regie: Stephen Gaghan

Drehbuch: Stephen Gaghan

Musik: Alexandre Desplat

Produktion: George Clooney, Michael Nozik, Steven Soderbergh

Kostüme: Louise Frogley

Kamera: Robert Elswit

Schnitt: Tim Squyres

Ausstattung: Dan Weil

Website: http://www.syriana-derfilm.de

Auszeichnungen

1 Oscar: 1 Golden Globe: