Tim Burtons makaber-düstere Verfilmung von Stephen Sondheims Musical über den mörderischen Barbier von London.

Kinostart: 21.02.2008

Johnny Depp

Johnny Depp
als Sweeney Todd

Helena Bonham Carter

Helena Bonham Carter
als Mrs. Lovett

Alan Rickman

Alan Rickman
als Judge Turpin

Timothy Spall
als Beadle

Sacha Baron Cohen
als Pirelli

Jamie Campbell Bower
als Anthony Hope

Laura Michelle Kelly
als Lucy

Jayne Wisener
als Johanna

Ed Sanders
als Toby Ragg

Handlung

Obschon unschuldig, warf Richter Turpin (Alan Rickman) mit Hilfe des verschlagenen Anthonay Hope (Jamie Bower) Sweeney Todd aka Benjamin Barker (Johnny Depp) ins Gefängnis. Seitdem schwor Todd Rache für seine brutale Strafe und das grausame Schicksal seiner Frau und Tochter Joanna (Jayne Wisener). Nun kehrt er nach London zurück, eröffnet einen dämonischen Frisiersalon und tötet mit Hilfe von Mrs. Lovett (Helena Bonham Carter) all jene, die ihm Schaden zufügten.

Als legendäres Theatermusical schrieb "Sweeney Todd" bereits Geschichte und mit der famosen Musik von Stephen Sondheim versehen, schickt sich Kultregisseur Tim Burton ("Big Fish") an, den Erfolg des dämonischen Barbiers in der Fleet Street mit Stil und Starpower zu wiederholen.

Als gebrochener Mann kehrt Benjamin Barker, der von dem lüsternen Richter Turpin unschuldig zu 15-jähriger Haft verdonnert wurde, unter dem Namen Sweeney Todd nach London zurück. Er erfährt, dass seine Frau sich nach ihrer Vergewaltigung durch Turpin vergiftet hat und seine Tochter Johanna von ihm unter Verschluss gehalten wird. Todd will Rache und übt seine Messerkünste als Herrenfriseur erst einmal an Unbeteiligten, die von der umtriebigen Bäckerin Mrs. Lovett zu köstlichem Fleischauflauf verwurstet werden.

Als gebrochener Mann kehrt Benjamin Barker, der von dem lüsternen Richter Turpin unschuldig zu 15-jähriger Haft verdonnert wurde, unter dem Namen Sweeney Todd nach London zurück. Er erfährt, dass seine Frau sich nach ihrer Vergewaltigung durch Turpin vergiftet hat, und seine Tochter Johanna von ihm unter Verschluss gehalten wird. Todd will Rache und übt seine Messerkünste als Herrenfriseur erst einmal an Unbeteiligten, die von der umtriebigen Bäckerin Mrs. Lovett zu köstlichem Fleischauflauf verwurstet werden.

Kritik

Kultregisseur Tim Burton und sein Dauerstar Johnny Depp drücken Stephen Sondheims ohnehin bizarrem Broadway-Musical ihren gewohnt exzentrischen Stempel auf.

Gewissermaßen schließt die mittlerweile sechste Zusammenarbeit des langjährigen Gespanns Burton/Depp mit dem makabren Mördermusical einen kreativen Kreis. Die zarte Seele von "Edward mit den Scherenhänden" ist zum diabolischen Barbier "Sweeney Todd" herangereift, der seine gewetzten (Rasier)Messer nicht zum kunstvollen Heckenschnitt, sondern vorrangig zum Kehlendurchtrennen seiner ahnungslosen Klienten nutzt. Nach einer komprimierenden Drehbuchadaption von John Logan ("Aviator", "Gladiator") wurde Stephen Sondheims Original von drei auf zwei Stunden gestutzt, indem unter anderem etliche der Gesangsnummern entweder gekürzt oder ganz gestrichen wurden. Mit dem zynischen Song "No Place Like London" beweist sich Depp sogleich beim Auftakt als durchaus kompetenter Sänger. Etwaige Limitierungen seiner Stimme kaschiert er mit der schieren Gefühlswucht, mit der er seine tragische, von Rache getriebene Figur versieht. Als Benjamin Barker erinnert er sich an seine ungerechtfertigte Verurteilung zu 15-jähriger Haft durch den lüsternen Richter Turpin (Alan Rickman makellos als moralisch marode Machtfigur). Als gebrochener Mann kehrt er, sich nun Sweeney Todd nennend, zurück und erfährt von seiner ehemaligen Vermieterin Mrs. Lovett (Burtons Lebensgefährtin Helena Bonham Carter im Goth-Ikonen-Look), dass seine Frau sich nach ihrer Vergewaltigung durch Turpin vergiftet hat und seine junge Tochter Johanna (Jayne Wisener als lebendiges Porzellanpüppchen) von dem Lustmolch unter Verschluss gehalten wird. Todd greift nun sein altes Handwerk als Herrenfriseur auf, hat dabei allerdings nur Rache im Sinn. Bevor er Turpin und dessen wieseligen Assistenten an die Gurgel gehen kann, übt er seine Messerkünste an etlichen Unbeteiligten (wie "Borat" Sacha Cohen Baron). Diese werden von der umtriebigen Bäckerin Mrs. Lovett zu köstlichem Fleischauflauf verwurstet und mit blendendem Absatz unters Volk gebracht. Parallel findet sich für Johanna ein junger Verehrer, der sie aus Turpins Klauen befreien will.

Das gesellschaftssatirische Horrormusical dezent dissonanten Tonfalls schwelgt in gedeckter Farbpalette von schmutziggrau, schwarz und dreckiggrün, womit Produktionsdesigner Dante Ferretti eine düster Dickenssche Version Londons im 19. Jahrhundert kreiert. Im Kontrast dazu hebt Burton im Slasherrausch das ausgiebig spritzende Blut mit phosphorisierender Intensität hervor, womit gleichzeitig die surreale Stimmung der Moralfabel unterstrichen wird. Dies geschieht auch bei Mrs. Lovetts romantischer Traumsequenz zum "Song By The Sea" (Carters Gesangsstunden haben sich ebenfalls bezahlt gemacht), die eine idyllisches Illusion voll warmer Farbenfröhlichkeit heraufbeschwört. Doch umgehend wird der ansonsten konsequente Pessimismus des mit grimmigem Humors durchsetzten Schattenspiels wieder aufgegriffen. Visuell perfekt reflektiert sich der seelische Zerfall des Protagonisten in den an Vermoderung und Verwesung erinnernden Bildern von Kameraleiter Darius Wolski wieder, die in einer blutigen Schlussszene von grotesker Schönheit gipfeln. Fürwahr ein teuflisches Vergnügen für Freunde unkonventioneller Unterhaltung. ara.

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Info

Plakat des Films: Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 21.02.2008

USA 2007

Länge: 1 h 56 min

Genre: Musikfilm

Originaltitel: Sweeney Todd - The Demon Barber of Fleet Street

Regie: Tim Burton

Drehbuch: John Logan

Musik: Stephen Sondheim

Produktion: John Logan, Walter F. Parkes, Laurie MacDonald, Richard D. Zanuck

Kostüme: Colleen Atwood

Kamera: Dante Spinotti, Dariusz Wolski

Schnitt: Chris Lebenzon

Ausstattung: Dante Ferretti, Francesca Lo Schiavo

Website: http://www.sweeneytodd-derfilm.de

Auszeichnungen

1 Golden Globe:
  • Bester Darsteller (Komödie oder Musical):
    Johnny Depp

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