TV-Melodram nach einem Fortsetzungsroman aus den 50er Jahren von Hans-Ulrich Horster .

Kinostart: nicht bekannt

Christine Neubauer

Christine Neubauer
als Ursula Gothe

Oliver Stritzel

Oliver Stritzel
als Dr. Richard Gothe

Timothy Peach

Timothy Peach
als Achim Lenau

Eva Herzig
als Johanna Gothe

Janina Fautz
als Martina Hanke

Jannis Michel
als Helmut Gothe

Cedric Eich
als Waisenkind Heiner

Jaecki Schwarz
als Direktor Lohmann

Jennifer Brylka
als Waisenkind Elke

Ulrike Bliefert
als Frau Lohmann

Karl Kranzkowski
als Herr Klinger

Connor Alexander Mills
als Waisenkind Hermann

Jana Hora
als Ulla Krawinke

Maria Burghardt
als Hausm

Die Handlung von Suchkind 312

Ursula Gothe führt mit ihrem zweiten Mann Richard ein beinahe normales Leben im wirtschaftlich aufstrebenden Nachkriegsdeutschland. Sie hat ihm verschwiegen, dass die früher eine Tochter hatte, die, wie sie glaubt, während der Vertreibung aus dem Osten ums Leben kam. Umso größer ist der Schock, als sie in einer Zeitschrift eben diese Tochter als "Suchkind 312" abgebildet sieht. Als Richards doch davon erfährt, sieht er seine Karrierechancen in Gefahr und will von dem Kind zunächst nichts wissen. Doch dann ändern sich die Umstände noch einmal, als Ursulas ebenfalls tot geglaubter erster Ehemann aus russischer Kriegsgefangenschaft heimkehrt.

Kritik zu Suchkind 312

ARD-Powerlady Christine Neubauer als westdeutsche Nachkriegs-Mutti zwischen zwei Kindern und zwei Männern in einer handwerklich sauberen Ziegler Film-Produktion.

Westliches Nachkriegsdeutschland. Aufstrebende Mittelklasse-Frau erfährt per Zeitschriften-Artikel, dass ihr 1945 auf der Flucht verlorenes Baby noch am Leben ist. Mittlerweile ist sie allerdings mit einem angehenden Firmendirektor verheiratet und hat mit diesem einen Sohn. Als der an der Ostfront tot geglaubte Verlobte auftaucht und sich eine weitere Frau um die im Waisenhaus lebende Tochter bemüht, ist das Chaos perfekt. Zumal die Nachkriegs-Gesetzeslage keine Nachsicht übt mit dem Status von "unehelichen" Kindern. Dass diese Story wie ein "Groschenroman" klingt, davon ist nicht nur der gebeutelte Gatte der fassungslosen Mutter überzeugt, sondern mit fortschreitender Geschichte auch der Zuschauer. Und in der Tat haben Regisseurin Gabi Kubach ("Das Bernstein-Amulett") sowie die Autoren Susanne Beck und Thomas Eifler ("Margarete Steiff") hier auf einen Romanstoff aus den fünfziger Jahren zurückgegriffen, der 1955 unter gleichem Titel sogar in die Kinos gekommen ist. Hans-Ulrich Horster alias Eduard Rhein hieß der Autor dieses Lesestoffs, einer der Gründungsväter der TV-Zeitschrift "Hör zu" und Initiator einer fortlaufenden Foto-Story über vermisste Kinder. Schon damals ging also (inszeniertes) Melodram mit (realem) Lebensdrama einher, und die Produktionsfirma Ziegler Film hat sich redlich bemüht, im Jahr 2007 beiden Ansprüchen gerecht zu werden. Erfreulich ist, dass die Degeto-Vorzeigefrau Christine Neubauer hier einmal das Zitterweib spielen darf.

Interessant wird dieser Film über die verlogenen 50er aber erst vor dem Hintergrund der 68er-Renaissance und dem neuen Umgang mit Studentenrevolte und Terrorismus. Dass sich die körperlich und seelisch verwaiste Kriegsende-Generation in ihren Twen-Zeiten gegen die Elterngeneration erhebt, ist bei deren verbogenen und gern verschwiegenen Lebenswegen kein Wunder. Mit diesem Wissen im Hinterkopf (plus der im Anschluss gezeigten NDR-Doku "Wo ist meine Familie?" von Florian Huber) wird "Suchkind 312" sogar - fast - zu einem politischen TV-Stück! aw.

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Info

Plakat des Films: Suchkind 312

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2007

Genre: Drama

Originaltitel: Suchkind 312

Regie: Gabi Kubach

Drehbuch: Susanne Beck, Thomas Eifler

Musik: Rainer Oleak

Produktion: Wolfgang Hantke, Susanne Ottersbach

Kamera: Hans-Jörg Allgeier

Schnitt: Ute Rall

Ausstattung: Heike Bauersfeld