Kraftvolles Regiedebüt, das sich zwischen Gesellschaftskritik und finanzieller Ohnmacht mit Nachdruck im Kopf seiner Zuschauer einnistet.

Kinostart: 14.11.2019

Die Handlung von Sterne über uns

Melli (Franziska Hartmann) lebt den Traum vieler junger Menschen, wenn sie als Flugbegleiterin durch die Lüfte schwebt. So scheint es zumindest zu sein, wenn die stets adrett gekleidete, alleinerziehende Mutter eines 9-Jährigen ihren Alltag bestreitet. Doch der Schein trügt: Während ihre Kolleginnen und Kollegen nach ihrer Schicht nach Hause zu ihrer Familie fahren, geht es für Melli und ihren Sohn Ben (Claudio Magno) ohne Umwege hinaus aus der Stadt. Die beiden sind obdachlos und fristen ihre Nächte in einem Zelt, welches sie fern der neugierigen Augen Fremder mitten im Wald aufgeschlagen haben. Die Not der beiden kam ganz plötzlich, das Zelt sollte lediglich eine Zwischenlösung darstellen.

Negative Schufa-Einträge und üble Nachrede mindern Mellis Chancen jedoch radikal, zeitnah eine neue Bleibe für sich selbst und ihren Sohn zu finden. Als dann auch noch das Jugendamt damit droht, ihr Ben zu entreißen, falls sie keine neue Wohnung findet, läuft Melli langsam aber sicher die Zeit davon. Eine Lösung muss her...

Sterne über uns - Ausführliche Kritik

Für popcorntaugliche Kinogänger ist „Sterne über uns“ definitiv das falsche Filmfutter. Wer es hingegen gern dramatisch, künstlerisch wertvoll und sophisticated mag, fährt mit Christina Ebelts intensivem Regiedebüt gerade richtig. Um dem Streifen die nötige Tiefe zu verleihen, setzt die talentierte Newcomerin ausschließlich auf unbekannte Gesichter, die das Menschliche in den Vordergrund stellen und die mitschwingende Kritik am Sozialstaat verdeutlichen sollen. Mit Erfolg: Wer sich auf die intensive Erzählweise und das nahezu erdrückende Szenenbild von „Sterne über uns“ einlassen kann, wird hier ein absolut zurecht gelobtes Indie-Werk bestaunen dürfen, das auch lange nach der Kinositzung noch zum Nachdenken anregt.

Ein Sozialdrama mit Anspruch, für das mit sich als Zuschauer ausreichend Zeit einräumen sollte, um das Gesehene und die Message hinter der Geschichte angemessen verarbeiten zu können. Man muss nicht mit allem konform gehen, was die Regisseurin mit diesem Film zum Ausdruck bringen möchte - doch gerade das zwiegespaltene Moment sorgt hier dafür, dass das Schicksal unserer zwei tragischen Helden ansatzlos unter die Haut geht.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 14.11.2019

Deutschland 2019

Länge: 1 h 42 min

Genre: Drama

Originaltitel: Sterne über uns

Regie: Christina Ebelt

Produktion: Harry Flöter, Jörg Siepmann

Website: http://realfictionfilme.de/filme/sterne-ueber-uns/index.php?id=151