Leichtfüßiger und sympathischer Spaß um ein (arbeitsloses) Herren-Quintett, das die Stellung wechselt und einen Begleitservice gründet.

Kinostart: 03.10.2007

Handlung

Fünf Münchner Freunde in Not: Frauenzeitschriftenredakteur Frank (Florian Lukas) hütet arbeitslos das Haus, Polizist Gy (Sebastian Bezzel) kämpft mit seiner zahlungsunwilligen Krankenkasse, Feinkostladenbesitzer Olli (Gustav-Peter Wöhler) ist sein bester Kunde und deshalb pleite. Auch bei Lasse (Kostja Ullmann) und Giselher (Herbert Knaup) sieht es nicht besser aus - bis ihnen ein genialer Einfall kommt: Sie gründen den "Deutsche Feinkost zum Anfassen" getauften Escort-Service für Frauen und erfüllen der Kundschaft jeden Wunsch.

Das Regiedebüt der jungen Drehbuchautorin Maggie Peren ("Mädchen Mädchen!", "Das Phantom") unterhält mit Wortwitz, Situationskomik und einer schlüpfrigen Grundidee. Witzigen Ansichten zur Existenzgründung folgen fidele zu Geschlechterverhältnis und Identitätssuche.

Geisteswissenschaftler Frank, Polizist Gy und Feinkostladenbesitzer Olli sind Kumpel. Als der eine arbeitslos wird, der andere seinen Laden verliert und der dritte sowieso in chronischer Geldnot ist, versuchen sie auf andere Weise ihr Geld zu verdienen - als Begleitservice bzw. Call-Boys. Mitstreiter finden sie beim Arbeitsamt.

Es war schon besser bestellt um den arbeitslosen Frank, Polizist Gy, Feinkosthändler Olli, den in die Jahre gekommenen Giselher und den notorischen Chaoten Lasse. Der rettende Einfall: Gemeinsam machen die Freunde einen Eskortservice auf und bieten der Damenwelt ihre Luxuskörper an. Der Erfolg lässt allerdings erst einmal auf sich warten. Bis Gys Kollegen von der Sitte die Presse einschalten. Auf einmal können sich die fünf Ladies-Men vor Angeboten nicht mehr retten. Und damit beginnen ihre eigentlichen Probleme erst.

Kritik

Mit ihrem Regiedebüt gelingt der erfolgreichen Drehbuchautorin Maggie Peren das Kunststück, der deutschen social comedy neue Impulse zu verleihen.

Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die versierte Drehbuchautorin und gelegentlich auch als Schauspielerin auftretende Maggie Peren endlich den Sprung hinter die Kamera wagt. Nach kommerziellen Erfolgen mit Skripts wie etwa zu "Mädchen Mädchen", "Napola - Elite für den Führer" oder zuletzt "Hände weg von Mississippi" präsentiert die Wahlmünchnerin nun - nach eigenem Buch, versteht sich - "Stellungswechsel". Die Story um fünf Verlierertypen, die mit der Gründung eines Eskort-Services versuchen, einen Ausweg aus ihrer finanziellen Misere zu finden, klingt auf den ersten Blick ein wenig nach dem britischen Überraschungshit "Ganz oder gar nicht" von 1997, in dem arbeitslose Stahlarbeiter als männliche Stripper auftreten. Doch Peren kopiert nicht, im Gegenteil, sie weiß die Vorteile des bei uns selten genutzten Subgenres der social comedy geschickt zu nutzen und auf deutsche Befindlichkeiten anzuwenden. Dabei erweist sie sich wie schon zuvor bei ihrer Drehbucharbeit als genaue Beobachterin ihrer sympathischen (Loser-)Figuren und untermauert ihr blendendes Gespür für Timing und Dialogwitz.

"Stellungswechsel" steht und fällt mit seiner Besetzung, und die ist großartig. Selten hat man fünf so unterschiedliche und gleichzeitig brillant agierende Schauspieler in einem deutschen Kinofilm versammelt gesehen. Als da wären Florian Lukas als bedauernswerter Frank, der, obwohl er sich so gut in das andere Geschlecht hineinversetzen kann, als Kolumnenschreiber bei einer Frauenzeitschrift gefeuert wird und es als Hausmann probiert; Gustav Peter Wöhler als pummeliger Olli, der einen schlechtgehenden Feinkostladen führt, dafür aber einen Orgasmus täuschend echt imitieren kann (Da würde selbst Meg Ryan neidisch werden); "Schwere Jungs"-Newcomer Sebastian Bezzel als cooler Polizist Gy, der zwar keine Manieren besitzt, dafür aber jede Frau ins Bett kriegt, nicht zuletzt deshalb, weil er weiß, wie man in Sekundenschnelle BHs aufbekommt; Herbert Knaup als in Ehren ergrauter Giselher, der einst als Manager Erfolge feierte und zumindest weiß, wie man einer Dame Komplimente macht; und schließlich Kostja Ullmann als Küken Lasse, selbst noch Jungfrau, was auch an seiner gluckenhaften Mutter liegt, die es allerdings toll findet, was ihr Junge neuerdings so macht (wie Richard Gere in "American Gigolo"!?).

Natürlich kann Peren ihr Tempo nicht 90 Minuten lang hoch halten und Puristen könnten ihr den Vorwurf machen, ihre Geschichte hätte kein Kinoformat. Doch die Regienovizin versteht es, mit ihren Charakteren umzugehen, sie in ein glaubwürdiges soziales Umfeld zu stecken und sie dort tragikomische Dinge erleben zu lassen. Denn eines hat Peren längst begriffen. Lachen und Weinen liegen stets nahe zusammen. Ein alter Hut zwar, der aber von kaum einem ihrer Kollegen beherzigt wird. Vielleicht ist es aber auch der weibliche Blick auf das andere Geschlecht, der diese Komödie so frech, so liebenswert, so anders macht. lasso.

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Info

Plakat des Films: Stellungswechsel
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 03.10.2007

Deutschland 2007

Länge: 1 h 37 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Stellungswechsel

Regie: Maggie Peren

Drehbuch: Maggie Peren, Christian Bayer

Musik: Caro Heiss, Mary Sidney Müller

Produktion: Jakob Claussen, Thomas Wöbke, Uli Putz

Kostüme: Caroline Sattler

Kamera: Christian Rein

Schnitt: Peter Kirschbaum

Ausstattung: Heike Lange

Website: http://www.stellungswechsel-derfilm.de

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