Gefühlvolle Romanadaption über eine Frau, die auf dem Sterbebett über eine Entscheidung in ihrer Jugend nachdenkt.

Kinostart: 10.01.2008

Claire Danes

Claire Danes
als Ann Grant

Toni Collette

Toni Collette
als Nina Mars

Vanessa Redgrave

Vanessa Redgrave
als Ann Lord

Patrick Wilson
als Harris Arden

Hugh Dancy
als Buddy Wittenborn

Natasha Richardson
als Constance Haverford

Mamie Gummer
als Lila Wittenborn

Eileen Atkins
als Nachtschwester

Meryl Streep
als Lila Ross

Glenn Close
als Mrs. Wittenborn

Die Handlung von Spuren eines Lebens

Am Ende ihres Lebens rätselt die sterbenskranke Ann Lord (Vanessa Redgrave) darüber, ob sie vor 50 Jahren den perfekten Mann verschmähte, in der Sorge, ihre Töchter Nina (Toni Collette) und Constance (Natasha Richardson) könnten ähnliche Fehler wiederholen. Damals besuchte Ann (Claire Danes) ihre beste Freundin Lila (Mamie Gummer) zu ihrer Hochzeit. Ann fühlte sich zu Lilas Bruder Buddy (Hugh Dancy) und dem Angestelltensohn Harris (Patrick Wilson) hingezogen.

Wenn Drehbuchautor Michael Cunningham (Vorlage zu "The Hours") einen Roman von Susan Minot adaptiert, bekommt man exquisite Gefühle und großes Frauen-Kino, topbesetzt bis in kleinste Nebenrollen (Meryl Streep, Glenn Close) und kunstvoll verschachtelt gedichtet von Lajos Koltai ("Fateless").

Als Ann Lord auf dem Sterbett liegt und ihre Töchter um sich versammelt, sinniert sie über eine Entscheidung die 50 Jahre zurückliegt. Damals besuchte sie die Hochzeit ihrer besten Freundin Lila und verliebte sich in zwei Männer. Schließlich musste sie eine Entscheidung treffen, die sie bis heute nicht loslässt.

Als die greise Ann Lord auf dem Sterbett liegt und ihre Töchter, die ewige Rebellin Nina und die brave und gesetzte Constance, um sich versammelt, sinniert sie über eine Entscheidung, die 50 Jahre zurückliegt und eine Zäsur in ihrem Leben bedeutete. Damals besuchte die aspirierende Sängerin als Brautjungfer die Hochzeit ihrer High-Society-Freundin Lila und verliebte sich in zwei Männer, den virilen Mediziner Harris und den Wildfang Buddy. Schließlich musste sie eine Wahl treffen, die sie bis heute nicht loslässt.

Kritik zu Spuren eines Lebens

Bei seinem englischsprachigen Regiedebüt, einer gefühligen Romanadaption, kümmert sich der gelernte Kameramann Lajos Koltai eher um die Form als den Inhalt.

Eine alte Frau liegt im Sterben. Ihre Gedanken wandern zurück in ihre Jugend. Im leichten Sommerkleid entsteigt sie einem stromlinienförmigen 50er-Jahre Bus. Ein junger Mann, eine klassische, dem Alkohol zugetane F.-Scott-Fitzgerald-Figur - auf dessen "Der große Gatsby" wird später noch explizit hingewiesen - umarmt sie, verfrachtet sie schwungvoll in sein todchices Cabrio. Ganz klar: neuenglischer Geldadel. Auf Susan Minots 1998 erschienenem Roman basieren diese "Spuren eines Lebens", die der ungarische Regisseur Lajos Koltai ("Fateless - Roman eines Schicksallosen") nun seiner ersten englischsprachigen Inszenierung zu Grunde legt. Das Werk funkelt und blitzt, ist auf Optik bedacht, schwelgt in schönen Bildern, aufwändiger Ausstattung und luxuriösen Kostümen - schließlich ist Koltai gelernter Kameramann und hat unter anderem für Istvan Szabo ("Mephisto") und Giuseppe Tornatore ("Der Zauber von Malèna") das Licht gesetzt.

Auch die Besetzung ist eine Klasse für sich. Ann Lord, die greise, zwischen den Zeiten pendelnde Dame, spielt Vanessa Redgrave. An ihrem Bettrand nehmen die Töchter Platz, die Rebellin (Toni Collette), wild, mit wechselnden Beziehungen, und die Brave (Redgraves Tochter Natasha Richardson), verheiratet, zwei Kinder. Claire Danes gibt die junge Ann, eine aspirierende Sängerin, als Brautjungfer ihrer High-Society-Freundin Lila (Mamie Gummer) ins Sommerhaus der Familie auf die Hamptons geladen. Da trifft sie den wettergegerbten Harris (Patrick Wilson aus "Little Children"), einen virilen Mediziner, dem die Herzen nur so zufliegen - auch das von Lila und deren Wildfang-Bruder Buddy (Hugh Dancy), bereits erwähnter Cabrio-Besitzer und Möchtegern-Poet, der es nicht verwinden kann, dass jemand die Zeile "Nennt mich Ismael" schon lange vor ihm zu Papier gebracht hat.

Susan Minot selbst und Michael Cunningham, der die Buchvorlage zu "The Hours" besorgte, zeichnen für das Drehbuch verantwortlich, das zwar den versammelten Stars Anlass zum Schaulaufen gibt, ihnen in der Folge jedoch nicht den Weg weist. Stil geht vor Inhalt, Probleme bereitet höchstens die richtige Sitzordnung, über der Lilas Mama - blasiert-souverän: Glenn Close - brütet. Ann, die im Greenwich Village wohnt, passt nicht in diese blasierte Gesellschaft. Und doch übt sie eine gewisse Faszination auf sie aus, wie auch Harris, der Naturbursche. Sie schwankt... und sonst? - (fast) nichts. Man parliert, man flaniert, man kopuliert und hochzeitet. Meryl Streep als in die Jahre gekommene Lila stattet Ann einen letzten Besuch ab und als Nachtschwester huscht die große britische Aktrice Eileen Atkins durchs Bild. Eine gefühlige Romanadaption, luftig leicht wie das feine Gurkenbrötchen zum High Tea - und genauso wenig sättigend. geh.

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Info

Plakat des Films: Spuren eines Lebens
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 10.01.2008

USA 2007

Länge: 1 h 57 min

Genre: Drama

Originaltitel: Evening

Regie: Lajos Koltai

Drehbuch: Michael Cunningham, Susan Minot

Musik: Jan A.P. Kaczmarek

Produktion: Jeffrey Sharp

Kostüme: Ann Roth, Michelle Matland

Kamera: Gyula Pados

Schnitt: Allyson C. Johnson

Ausstattung: Caroline Hanania