Drama um eine deutsche Großfamilie in den 70ern, in dem der Tod der Großmutter und ein Gewitter unerwartete Ereignisse in Gang setzen.

Kinostart: 26.10.2017

Handlung

Sommer in Oma Sophies Garten ist Tradition: Auch 1976 fahren Bernd (Thomas Loibl) und Eva (Laura Tonke) gemeinsam mit ihren Kindern zu Sophies Haus. Doch dieses Jahr aus einem weniger schönen Grund: Oma Sophie ist gestorben und soll bestattet werden.

Am Tag der Beerdigung schlägt der Blitz in einen mächtigen Baum ein. Trotz der bösen Vorzeichen sitzt die Familie zunächst in scheinbarer Eintracht im Garten zusammen. Doch die alten Konflikte schwelen bereits.

Während die Erwachsenen unter anderem über den Nachlass streiten, erkunden die Kinder den Garten und die Nachbarschaft - und das weitgehend unbeaufsichtigt, obwohl erst vor Kurzem in der Gegend ein Kind verschwunden ist …

Kritik

Mit zwei Förderpreisen Neues Deutsches Kino prämiertes Drama um einen schicksalhaften Sommer im Jahr 1976 im Familiengarten.

Mit einem zwischen Nostalgie und Bedrohung pendelndem, auch humorvollen, unglaublich authentisch anmutenden Familiendrama um einen schicksalhaften Sommer im Garten gibt Sonja Krömer, die mit dem Kurzfilm "Zucchiniblüten" Aufmerksamkeit erregte, ihr Langspielfilmdebüt. Beim Filmfest München wurde es für die Regie- und Produktionsleistung mit zwei Förderpreisen Neues Deutsches Kino prämiert, später auch international, u.a. in Toronto präsentiert. Der Film besticht durch seine fein ausgearbeitete Atmosphäre, die sich von Idylle über Abenteuerspielplatz für Kiddies bis zum Alptraum entwickelt, von einer Hitzewelle und Wespenplage ebenso beeinflusst wird wie von einer Mordserie, die in Zeitungs- und Radioberichten offenbar von den Erwachsenen schon mal diskutiert wird, aber nie in den Vordergrund rückt, ebenso wie von der teils unguten Stimmung zwischen den Familienmitgliedern, die um ihr Erbe bzw. ihren Status fürchten. Der Garten samt Häuschen, in dem die Großfamilie regelmäßig Wochenenden und Sommerurlaube verbringen, könnte nach dem Tod einer Oma verkauft werden. Das herausragende Produktions- und Kostümdesign lässt die 1970er Jahre wiederauferstehen. Außerdem überzeugt das durch die Bank starke Ensemble aus ganz jungen, unerfahrenen über erfahrenen Schauspielern wie Laura Tonke und Thomas Loibl bis zu alten Hasen wie Günther Maria Halmer und Ursula Werner und die pointierten, dennoch wie vom Mund abgeschaut wirkenden Dialoge. Das gilt für die der Erwachsenen, die beim Kuchenessen, Müßiggang, scherzen, sich beharken oder auch laut streiten, ebenso wie die der Kinder, die beim Wettbewerb, wer die meisten Wespen tötet, ungeniert schummeln oder beim Gespräch der Erwachsenen heimlich unter dem Tisch sitzen. Wunderbar, wie Krömer Situationen schildert, die jeder so oder ähnlich schon einmal selbst erlebt hat. Es gibt ein paar ausgelassene Szenen, wie etwa einen Wespenangriff, als auch dramatische Szenen, aber sie werden nicht ausgeschlachtet, sondern sind mit angenehmen Understatement umgesetzt. Von dieser Regisseurin und Drehbuchautorin wird man noch mehr sehen.

hai.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 26.10.2017

Deutschland 2017

Länge: 1 h 37 min

Genre: Drama

Originaltitel: Sommerhäuser

Regie: Sonja Maria Kröner

Drehbuch: Sonja Maria Kröner

Produktion: Tobias Walker, Philipp Worm

Kostüme: Andy Besuch

Kamera: Julia Daschner

Schnitt: Ulrike Tortora

Ausstattung: Conrad Reinhardt

Website: http://www.sommerhaeuser-derfilm.de