"Solo"-Auftritt für den beliebtesten "Star Wars"-Helden im eigenen Film: Die turbulente Jugend von Han Solo als atemberaubende SciFi-Action um den Millennium Falken, seinen Wookie-Freund Chewbacca und jede Menge Schmuggelware.


Kinostart: 24.05.2018

Alden Ehrenreich
als Han Solo

Donald Glover
als Lando Calrissian

Emilia Clarke

Emilia Clarke
als Qi'Ra

Woody Harrelson
als Tobias Beckett

Thandie Newton
als Val

Paul Bettany
als Dryden Vos

Phoebe Waller-Bridge
als L3-37

Joonas Sutamo
als Chewbacca

HarleyDurst
als Moloch

Warwick Davis
als Weazel

Handlung

Wie wurde aus Han Solo der "aufgeblasene, schwachsinnige, miese, widerwärtige Wookie-Treiber", wie Prinzessin Leia ihn einst nannte? Und wie schafft man den legendären Kessel-Flug in 12 Parsecs, vor allem wenn Parsec eine Längen- und keine Zeiteinheit ist? Antworten, die nur in Han Solos Jugend zu finden sind.

Obwohl eine Karriere am Raumschiffsteuer sein Traumberuf ist, ist der junge Han (Alden Ehrenreich) in "Solo: A Star Wars Story" aufgrund seiner Dickköpfigkeit gerade von der Pilotenakademie geflogen. Als der Gauner Tobias Beckett (Woody Harrelson) ihm ein verlockendes Angebot macht, muss Han nicht lange nachdenken: Seit Jahren verdient er sich Geld durch Betrügereien dazu und die Mission kommt ihm gerade recht.

Der berüchtigte Glücksspieler Lando Calrissian (Donald Glover) wird angeheuert, um ein Schiff für den Coup zu beschaffen. Es handelt sich dabei um den "Millennium Falken", der bei Han und seinem neuen Wookie-Freund Chewbacca (Joonas Suotamo) echte Begeisterung auslöst. Der kriminellen Ader seiner Mitstreiter steht Chewbacca allerdings misstrauisch gegenüber. Auch Qi'Ra (Emilia Clarke) behält den waghalsigen Piloten bei jeder sich bietenden Gelegenheit ganz genau im Auge. Weiß sie doch ganz genau um Hans Schwächen. ...

Kritik

Was war nicht alles befürchtet worden, warum "Solo: A Star Wars Story" ein Reinfall sein müsse. Die ursprünglichen Regisseure Phil Lord und Chris Miller waren nach vier Monaten kurz vor Drehende gefeuert worden, weil Lucasfilm-Chefin Kathleeen Kennedy unzufrieden mit der schrägen Tonalität des Films gewesen war. Ron Howard sprang ein. Immer wieder gab es Gerüchte, der Film sei ein Desaster, er werde der erste Flop in der Historie der "Star Wars"-Saga, Alden Ehrenreich sei der Rolle nicht gewachsen, die Story funktioniere nicht. Das kann man jetzt einfach einmal alles in die Tonne treten. Disney nutzte die Plattform Cannes, um der Welt zu zeigen, dass "Solo" rockt. Und nicht im geringsten an der ewigen Erfolgsformel gerüttelt wird, die "Krieg der Sterne" seit 1977 die wertvollste Filmmarke hat werden lassen (für die Disney vor sechs Jahren 4,6 Milliarden Dollar auf den Tisch gelegt hat). Ursprünglich waren die Spinoff-Filme angekündigt worden als der Ort, an dem Filmemacher spielen und bekannten Figuren oder Ereignissen ihren ganz eigenen Stempel aufdrücken dürfen. Die großen Episoden sollten eben die großen Episoden sein; die Spinoffs sollten die Formel auf den Kopf stellen. Was sich theoretisch gut anhört, aber, wie Lucasfilm schnell feststellte, schwer der Fangemeinde vermitteln lässt. Das ließ schon "Rogue One: A Star Wars Story" ein so ungelenkes, unausgewogenes Ding sein - ursprünglich als harter Kriegsfilm geplant, wurden dann doch Zugeständnisse gemacht.

Was natürlich auch heißt, dass der überdrehte, augenzwinkernde Erzählansatz von Miller/Lord (siehe "21 Jump Street") eben auch nur theoretisch eine gute Idee für einen Film über den ewigen Rebellen Solo sein lässt. Immer wieder gibt es kurze Momente, da blitzen in dem von Howard generalüberholten und auf bekannte Erfolgsspur gebrachten Film Momente, die müssen von den ursprünglichen Filmemachern sein. Die schräge, unausgesprochene Liebe zwischen Lando und seinem (hinreißend freiheitsliebenden) Roboter L3 zum Beispiel. Oder eine Kampfsequenz vor dem Millennium-Falken, die eine so ganz andere, quirlige Energie hat. Aber das soll einen nicht weiter beschäftigen. "Solo" ist jetzt das, was es ist. Und das ist auch in Ordnung. Weil hier wenigstens dieser ganze lähmende ernste Selbstzweifelkram ausgespart wird, der die Episoden so aufgeblasen und überladen und ernst erscheinen lässt. Erstmals seit dem ersten Film von 1977 macht "Star Wars" einfach wieder Spaß. Und weil man keine Pausen einlegen muss, in denen über die Macht philosophiert wird, wird einfach nur aufs Gas getreten. Der Film ist wie die 135-minütige Best of...-Compilation der größten puren Abenteuerfilmserie der Geschichte, die sich nur die furiosesten Actionszenen herausgepickt hat, aus denen sich eben auch die Handlung herausbildet. Han Solo ist halt nicht der Typ, der rumsitzt und Däumchen dreht. Deshalb: Und Action!

Klar gibt es auch eine Geschichte, einen Antrieb für Solo, wieder auf seinen runtergekommenen Heimatplaneten zurückzukehren, um dort das Mädchen abzuholen, mit dem er ursprünglich von dort fliehen wollte. Alldieweil findet der Film Zeit zu erklären, wie Han an seinen Nachnamen kam, wie er Chewbacca kennenlernt, wie er erstmals auf Lando Calrissian trifft und sein Herz an den Millennium-Falken verliert. Es gibt ein paar coole neue Figuren, gespielt von Darstellern wie Woody Harrelson, Emilia Clarke, Thandie Newton und Paul Bettany, von denen eben nicht von vornherein feststeht, ob sie überleben werden oder ob man ihnen trauen darf, ein paar nette Gags und Überraschungen. Und es gibt den einen Moment, an dem sich Ehrenreich erstmals ans Steuer des Falken setzen darf. Einen kurzen Moment spielt ein Lächeln um seinen Mund, eine diebische Freude wie die eines kleinen Jungen, der sein ganzes Leben auf diesen Moment gewartet hat. Und in diesem Moment ist Ehrenreich Han Solo. Da ist er nicht mehr kleiner als Harrison Ford, hat nicht mehr eine hellere Stimme. Da gehört der Film ihm. Und man weiß, das passt. ts.

Wertung Questions?

FilmRanking: 940 -16

Filmwertung

Redaktion
4
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
4
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
4
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
4
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
3
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
2
User
-
Deine Wertung

Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 24.05.2018

USA 2018

Länge: 2 h 15 min

Genre: Sci-Fi

Originaltitel: Solo: A Star Wars Story

Regie: Ron Howard

Drehbuch: Lawrence Kasdan

Musik: John Powell

Produktion: Lawrence Kasdan, Simon Emanuel, Kathleen Kennedy, Allison Shearmur

Kostüme: David Crossman, Glyn Dillon

Kamera: Bradford Young

Schnitt: Chris Dickens, Pietro Scalia

Ausstattung: Neil Lamont

Website: http://disney.de/filme/solo-a-star-wars-story

Zitat

Kino&Co Newsletter

Hol' dir jetzt den KINO&CO Newsletter!
Der schnelle Überblick über unsere Blockbuster und Top-Gewinnaktionen der Woche.