Steven Soderberghs Remake von Andrei Tarkowskis gleichnamiger Verfilmung des Science-Fiction-Kultromans von Stanislaw Lem.

Kinostart: 06.03.2003

George Clooney

George Clooney
als Chris Kelvin

Natascha McElhone

Natascha McElhone
als Rheya

Viola Davis

Viola Davis
als Dr. Helen Gordon

Jeremy Davies
als Snow

Ulrich Tukur
als Gibarian

John Cho
als DBA-Abgesandter 1

Morgan Rusler
als DBA-Abgesandter 2

Shane Skelton
als Gibarians Sohn

Donna Kimball
als Frau Gibarian

Michael Ensign
als Freund 1

Elpidia Carrillo
als Freund 2

Kent Faulcon
als Patient 1

Lauren Cohn
als Patient 2

Handlung

Die Welt in ferner Zukunft. Dr. Chris Kelvin (George Clooney) wird von Regierungsbeauftragten gebeten, auf der Weltallstation Prometheus auf dem Planeten Solaris nach dem Rechten zu sehen. Kelvins alter Freund Gibarian (Ulrich Tukur), Kommandant auf Solaris, hatte von sonderbaren Schwierigkeiten berichtet. Auf Solaris angekommen, findet Kelvin Gibarian tot und die übrigen Crewmitglieder seltsam verstört vor. Eine außerirdische Lebensform ist anwesend und offenbar in der Lage, persönliche Erinnerungen von jedermann zu manifestieren. Bald wird auch Kelvin ihre Macht erfahren.

Nach dem kommerziellen Erfolg von "Erin Brockovich" und "Traffic - Macht des Kartells" knöpft sich Steven Soderbergh ein persönliches Pet Project vor und wagt das Remake des gleichnamigen Andrei-Tarkowski-Klassikers, basierend auf einem Science-Fiction-Roman von Stanislaw Lem. James Cameron produzierte.

Ein Psychologe soll an Bord der Weltraumstation Solaris die Lebensformen auf einem unerforschten Planeten untersuchen. Diese sind in der Lage, unterdrückte Erinnerungen der Besucher von der Erde zum Leben zu erwecken, so dass selbst verstorbene Crewmitglieder der Solaris plötzlich wieder unter den Lebenden erscheinen - und diese nach und nach in den Wahnsinn treiben.

Der Psychologe Dr. Chris Kelvin erhält den Auftrag, die unerklärlichen Vorkommnisse auf der Raumstation Prometheus zu untersuchen. Die umkreist derzeit den luminiszierenden Planeten Solaris, von dem auch die angeblichen "Besucher" zu stammen scheinen, die den zwei verbliebenen Crewmitgliedern das Leben schwer machen. Mit der Zeit wird jedoch klar, dass die Wesen lediglich Kreationen der eigenen Erinnerung sind. Wie auch Chris' Frau Rheya, die plötzlich neben dem Arzt im Bett liegt - obwohl sie vor Jahren Selbstmord beging.

Der Psychologe Dr. Chris Kelvin soll unerklärliche Vorkommnisse auf einer Raumstation untersuchen und erkennt, dass angebliche "Besucher" lediglich Kreationen der eigenen Erinnerung sind. Remake des Tarkowskij-Klassikers durch Steven Soderbergh, der sich mit der Hilfe von George Clooney und Natascha McElhone endgültig als Arthouse-Titan etabliert.

Kritik

"Eine Mischung aus '2001: Odyssee im Weltraum' und 'Der letzte Tango von Paris'" zu kreieren, war das erklärte Anliegen von Regisseur und Autor Steven Soderbergh bei seiner Neuverfilmung von "Solaris". Die meditative Existenzreflektion im Science-Fiction-Format basiert auf dem Roman von Stanislav Lem und wurde bereits 1972 erstmals von dem russischen Kultregisseur Andreij Tarkovskij verfilmt. Nach "Out of Sight" und "Ocean's Eleven" markiert der kontemplative Spacetrip, produziert u. a. von James Cameron, die dritte Zusammenarbeit von Soderbergh und George Clooney, der hier in der bislang eindringlichsten Performance seiner Karriere einen Psychiater mimt, der auf einer Raumstation mit der scheinbaren Reinkarnation seiner toten Frau konfrontiert wird.

Nach dem phänomenalen Erfolg der Dramen "Erin Brockovich" und "Traffic - Die Macht des Kartells" gönnte sich Soderbergh zunächst mit der nonchalanten Ratpack-Hommage "Ocean's Eleven" eine kreative Zerstreuung. Anschließend stieß er das Publikum mit der experimentellen Hollywoodsatire "Full Frontal" vor den Kopf. Mit seiner "Solaris"-Adaption verweigert er sich nun abermals gängigen Hollywood-Konventionen. Analytisch kühl werden Fragen über die Definition vom Menschsein, die Auswirkungen von Liebe und Leidenschaft und die Suche nach den Grenzen von Realität und Fantasie aufgegriffen. Das Ergebnis erweist sich als intellektuell einnehmend, doch gleichzeitig auf emotionaler Ebene distanzierend, eine heikle Mischung für einen potenziellen Blockbuster. Dabei sind die Produktionswerte des Sci-Fi-Dramas bis ins kleinste Detail hervorragend, angefangen vom "2001"-inspirierten Produktionsdesign des Raumschiffs, über die unauffällig-zurückgenommenen Kostüme hin zum eklektischen Score von Cliff Martinez. Erneut fungiert Soderbergh unter dem Pseudonym Peter Andrews als sein eigener Kameramann, wobei er wie bei "Traffic" mit verschiedenen Bildtexturen arbeitet, um Kontraste in Raum und Zeit zu verdeutlichen. Die Erdaufnahmen zu Beginn sind in warmen weichgezeichneten Licht aufgenommen und zeigen Dr. Chris Kelvin (Clooney), wie er von zwei Regierungsbeauftragten gebeten wird, auf der Raumstation Prometheus über dem Planeten Solaris nach dem Rechten zu sehen. Kelvins Freund Gibarian (Ulrich Tukur) ist Besatzungsleiter der Crew und lässt ihn per Bildnachricht wissen, dass sonderbare Dinge geschehen seien. Als Kelvin später am Ziel ankommt, findet er zunächst lediglich Gibarians Leiche und einen weiteren Toten. Anschließend macht er Bekanntschaft mit dem affektiert gestikulierenden und durcheinander wirkenden Crewmitglied Snow (Jeremy Davies) und der unzugänglichen Offizierin Gordon (Viola Davis). Beide berichten von den "Besuchern", die vom Bewusstsein des Planeten Solaris - ein hypnotisch schöner bläulich-pinker Lichtkörper - anhand ihrer eigenen Erinnerungen kreiert werden. In der selben Nacht erfährt Kelvin, wovon sie sprechen, als seine Frau Rheya (Natasha McElhone aus "Ronin"), die vor mehreren Jahren Selbstmord begangen hat, plötzlich neben ihm im Bett liegt. Nach anfänglicher Skepsis und einer drastischen Maßnahme verfällt er seiner Frau auf ein Neues, während parallel in Rückblenden ihre Liebes- und Leidensgeschichte ausgerollt wird.

Clooney und McElhone liefern ausgezeichnete schauspielerische Leistungen. Vor allem der ehemalige "E.R."-Doktor investiert in diese metaphysischen Szenen einer Ehe eine emotionale und intellektuelle Tiefe, die man ihm noch vor wenigen Jahren - vor seiner Zeit mit Soderbergh, um genau zu sein - nicht zugetraut hätte. Der bestaussehendste Schauspieler Hollywoods ist mittlerweile auch einer der besten. Wie er diesen Studio-Arthouse-Film trotz zunehmend undurchschaubarer werdender Ereignisse auf seinen Schultern trägt, ist mehr als sehenswert - wie der ganze Film, wobei die Frage ist, ob die Zuschauer bereit sein werden, sich mit Soderbergh und Clooney auf diese ernste und immer wieder irritierende Reise zu begeben. ara.

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Info

Plakat des Films: Solaris
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 06.03.2003

USA 2002

Länge: 1 h 38 min

Genre: Sci-Fi

Originaltitel: Solaris

Regie: Steven Soderbergh

Drehbuch: Steven Soderbergh

Musik: Cliff Martinez

Produktion: James Cameron, Jon Landau, Rae Sanchini

Kostüme: Milena Canonero

Kamera: Steven Soderbergh

Schnitt: Steven Soderbergh

Ausstattung: Steve Arnold, Keith P. Cunningham, Philip J. Messina

Website: http://www.solaris-derfilm.de