Stargespickte und berührende Verfilmung von Martin Suters Debütroman über Kindheitserinnerungen, komplizierte Familienbeziehung und Gedächtnisverlust.

Kinostart: 16.12.2010

Gérard Depardieu

Gérard Depardieu
als Konrad Lang

Alexandra Maria Lara

Alexandra Maria Lara
als Simone Senn

Françoise Fabian
als Elvira Senn

Niels Arestrup
als Thomas Senn

Nathalie Baye
als Elisabeth Senn

Yannick Rénier
als Philippe Senn

Féodor Atkine
als Sch

Olivier Claverie
als Dr. Cohen

Pascale Arbillot
als Dr. Wirth

Anne Benoît
als Nadia

Handlung

Konrad Lang war als zurückgelassenes Kind einer Angestellten Spielkamerad des gleichaltrigen Thomas aus der reichen Industriellenfamilie Senn. Nachdem beide sich in die gleiche Frau verliebten und der reiche Junge den Joker zog, trennten sich ihre Wege. Jahrzehnte später, die beiden sind über 60, leidet Konrad an Alzheimer, hat versehentlich das Feriendomizil der Senns abgefackelt und platzt ungebeten in die Hochzeitsfeier von Thomas' Sohn. Er freundet sich mit der Braut an. Gemeinsam machen sie sich daran, ein streng gehütetes Geheimnis der Senn-Patriarchin zu lüften.

Konrad Lang war als Kind einer Angestellten Spielkamerad des gleichaltrigen Thomas aus der Industriellenfamilie Senn. Nachdem beide sich in die gleiche Frau verliebten und der reiche Junge den Joker zog, trennten sich ihre Wege. Jahrzehnte später, die beiden sind über 60, leidet Konrad an Alzheimer, hat das Feriendomizil der Senns abgefackelt und platzt ungebeten in die Hochzeitsfeier von Thomas' Sohn. Er freundet sich mit der Braut an. Gemeinsam machen sie sich daran, ein Geheimnis der Senn-Patriarchin zu lüften.

Kritik

Star gespickte und berührende Verfilmung von Martin Suters Debüt-Roman über Kindheitserinnerungen, komplizierte Familienbeziehung und Gedächtnisverlust.

Mit "Der Koch" schoss Martin Suter Anfang dieses Jahres ruckzuck auf Rang 1 der Spiegel-Bestsellerliste, der Schweizer Literat hat Konjunktur - auch auf der Leinwand. Mit "Small World" wird nach "Un Ami Parfait", "Lila Lila" und "Giulias Verschwinden" zum vierten Mal ein Buch von ihm fürs Kino verfilmt.

Das ernste Thema Demenz rutscht nie in Bedrückung ab, was zuallererst an einem wuchtig aufspielenden Gérard Depardieu zwischen kindlicher Naivität und vom Leben Gebeutelten liegt. Er ist Konrad Lang, einer der nie so ganz dazu gehörte zur Industriellenfamilie Senn. Als zurück gelassenes Kind einer Angestellten war er Spielkamerad des gleichaltrigen Thomas, nachdem beide sich in die gleiche Frau verliebten und der reiche Junge den Joker zog, trennten sich ihre Wege. Jetzt ist der Mann über 60, leidet an Alzheimer und hat versehentlich das Feriendomizil der Senns abgefackelt, platzt ungebeten in die Hochzeitsfeier von Thomas' Sohn und schüttet der Braut Schampus übers Kleid. Beginn einer seltsamen Freundschaft zwischen der jungen Frau und dem verwirrten Alten, aber auch von ziemlich undurchsichtigen Familienverwicklungen, Lügen und Geheimnissen. Sehr genau verfolgt der Film, wie das Gegenwartsgedächtnis schwindet, Kindheitserinnerungen an Stärke gewinnen. Und genau das scheint die gestrengen Patriarchin (fabelhaft: Françoise Fabian) zu beunruhigen.

Zwischen Krimi und Krankheit bewegt sich das bewegende Drama, in dem eine überzeugende Alexandra Maria Lara unter den Seitensprüngen ihres frisch Angetrauten leidet und mehr zufällig das komplizierte Puzzle zusammensetzt. Die Verrätselungen verlangen genaues und manchmal angestrengtes Aufpassen, damit einem die geschickt verwebten Handlungsfäden und Beziehungsgeflechte zwischen Jetzt und Vergangenheit nicht entgleiten. Suter, inzwischen das nationale Gewissen der Schweiz, knüpft im Buch ein feines Netz aus Neid, Gier und Macht, was Bruno Chiche subtil umsetzt. Manchmal erinnern die unterschwellige Spannung und die großbürgerliche Mischpoke mit ihren Intrigen an die infamen Protagonisten des unvergesslichen Claude Chabrol, nur sind Suters Helden nicht ganz so bösartig, sondern Getriebene, gespaltene Seelen. Neben dem hochkarätigen Darstellerensemble bis in die Nebenfiguren hinein beeindruckt die visuelle Gestaltung von Thomas Hardmeier, der durch unterschiedlichen Lichteinsatz die unterschiedlichen Welten gegeneinander stellt. Keine leichte Kost, bei der aber nicht nur Depardieu-Fans oder Literaturleser auf ihre Kosten kommen. Man möchte diesem zärtlichen Koloss immer weiter zuschauen. mk.

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Info

Plakat des Films: Small World
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 16.12.2010

Deutschland/Frankreich 2010

Länge: 1 h 38 min

Genre: Drama

Originaltitel: Small World

Regie: Bruno Chiche

Drehbuch: Juliette Sales, Fabrice Roger-Lacan, Jennifer Devoldere, Bruno Chiche

Musik: Klaus Badelt

Produktion: Nicolas Duval-Adassovsky, Yann Zenou

Kamera: Thomas Hardmeier

Schnitt: Marion Monnier

Ausstattung: Hervé Gallet

Website: http://www.smallworld-film.de