In seiner neuesten Dokumentation nimmt dich Michael Moore das marode amerikanische Gesundheitssystem vor.

Kinostart: 11.10.2007

Handlung

Die USA mögen das reichste Land der Welt sein - dennoch haben 45 Millionen Einwohner keine Krankenversicherung. Und selbst jene, die versichert sind, erhalten im Krankheitsfall noch lange keine finanzielle Unterstützung. Denn die Versicherungen arbeiten nach dem Prinzip der Profitmaximierung, nicht der Nächstenliebe. Nur Hillary Clinton versuchte, eine flächendeckende Gesundheitsversorgung durchzusetzen - erfolglos. Vergleiche mit Kanada, England, Frankreich und Kuba (!) lassen das US-Gesundheitssystem unter George W. Bush alt aussehen.

Auch in seinem neuesten Doku-Streich scheut Michael Moore ("Bowling for Columbine", "Fahrenheit 9/11") wieder keine gespielt naive Polemik. Er trifft aber mit seinen aufwühlenden, entlarvenden und immer wieder komisch-grotesken Betrachtungen voll ins Schwarze.

45 Millionen Menschen haben in den USA, dem reichsten Land der Welt, keine Krankenversicherung. Für Michael Moore ist das Anlass, die Situation in seinem Heimatland einmal mehr genau unter die Lupe zu nehmen. Dabei muss er feststellen, dass die Gesundheitsversorgung in Kuba besser ist - und dass auch bei seiner aktuellen Thematik Präsident Bush und der Krieg im Irak eine entscheidende Rolle spielen.

45 Millionen Menschen haben in den USA, dem reichsten Land der Welt, keine Krankenversicherung. Anlass für Michael Moore, die Situation in seinem Heimatland einmal mehr genau unter die Lupe zu nehmen, war jedoch vielmehr, daß die seit Nixon komplett privatisierte und dadurch Profit-orientierte Gesundheitsversorgung selbst für Versicherte alles andere als rosig ist. Überall auf der Welt wird es den Bürgern leichter gemacht, in den Genuss einer adäquaten Behandlung zu kommen, sogar in Guantanamo. Was Moore auf eine Idee bringt.

Kritik

Michael Moore weiß nach "Fahrenheit 9/11" und "Bowling for Columbine", was er seinen Fans schuldig ist. Auch "Sicko" ist wieder ein empfindlicher Dorn in der Seite der mächtigsten Nation der Welt.

Unerbittlich geht Moore in seiner neuen Doku ans Werk, dem vermutlich brisantesten Film in Cannes, der auf Drängen des Filmemachers außer Konkurrenz gezeigt wurde. Das amerikanische Gesundheitssystem ist diesmal die Zielscheibe seiner gewohnten Betrachtungen, in denen er das Leben einfacher Menschen mit dem Big Business, in diesem Fall die privaten Krankenversicherungen und natürlich die Regierung, konfrontiert. In Moores typischem Kolportagestil deckt er Strategien und Machenschaften auf, wie gerade Menschen mit Krankenversicherung dennoch um medizinische Behandlung gebracht werden - und warum die Regierung kein gesteigertes Interesse hat, der USA als letzter westlicher Industrienation der Welt ein staatliches Gesundheitssystem angedeihen zu lassen. Bilder des medizinischen Ödlands Amerika kontrastiert Moore vielleicht nicht journalistisch einwandfrei, dafür aber launig und effektiv mit Aufnahmen aus Kanada, Großbritannien und Frankreich, wo die Menschen nicht in den Krankenhäusern abgewiesen werden oder absurde Summen für ihre Behandlung zahlen müssen. All das führt zu der Sequenz, die Moore bereits im Vorfeld in Schwierigkeiten gebracht hat: Eine Gruppe von Feuerwehrleuten, die seit den Rettungsmaßnahmen an Ground Zero nach 9/11 unter chronischen Krankheitsbeschwerden leiden, in den USA aber keine adäquate ärztliche Behandlung erhalten, nimmt der Filmemacher mit dem Boot mit nach Kuba - oder besser gesagt: nach Guantanamo Bay, wo den einsitzenden Terroristen eine bessere medizinische Versorgung zur Verfügung gestellt wird als US-Bürgern in ihrem Land. Erst als Moore dort abgewiesen wird, besucht er mit den Feuerwehrleuten Kuba, wo sie mit offenen Armen empfangen und behandelt werden. Die Szene erhielt spontanen Applaus von der begeisterten Presse: Dennoch wäre es ungerecht, den Film auf diesen publikumswirksamen Moment zu reduzieren. Vielmehr ist erstaunlich, mit welcher Sicherheit der Filmemacher mittlerweile sein völlig eigenes Genre des satirischen Docutainment beherrscht: Wie er die Mittel der Montage einzusetzen vermag (ohne sich diesmal selbst in den Mittelpunkt zu rücken), ist wirklich beachtlich - und macht auch einen Film über ein vermeintlich trockenes Thema zum Leckerbissen für ein großes Publikum. ts.

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Info

Plakat des Films: Sicko
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 11.10.2007

USA 2007

Länge: 2 h 2 min

Genre: Doku

Originaltitel: Sicko

Regie: Michael Moore

Drehbuch: Michael Moore

Produktion: Harvey Weinstein, Harvey Weinstein, Michael Moore, Bob Weinstein, Bob Weinstein, Meghan O'Hara, Reyha Young

Kamera: Christoph Vitt

Schnitt: Geoffrey Richman, Christopher Seward, Dan Swietlik

Website: http://www.sicko.senator.de

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