Zurück an der mexikanischen Grenze: Thriller um Benicio Del Toro und Josh Brolin als CIA-Agenten im Kampf gegen Drogenkartelle.

Kinostart: 16.08.2018

Handlung

CIA-Agent Matt (Josh Brolin) und der Söldner Alejandro (Benicio Del Toro) sind zwei Jahre nach ihrem letzten Einsatz zurück an der US-mexikanischen Grenze. Hier eskaliert der Drogenkrieg, seit die Kartelle gezielt Terroristen über die Grenze in die USA einschleusen.

Die USA holen zum Gegenschlag aus: Um einen Krieg der Kartelle untereinander anzuzetteln, soll die Tochter des Schmugglerkings Carlos Reyes entführt werden. Doch mit dem hat Alejandro noch eine ganz andere Rechnung offen ...

Die Fortsetzung des fesselnden Thrillers von Denis Villeneuve aus dem Jahr 2015 steigert noch einmal Tempo, Spannung und Härte. Im Kampf um Geld und Macht verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse, werden Regeln komplett außer Kraft gesetzt.

In den Hauptrollen wieder Oscar-Preisträger Benicio Del Toro ("Traffic") und Josh Brolin ("No Country for Old Men"), Catherine Keener leitet die Einsätze. Diesmal gerät nicht Emily Blunt als Agenten-Frischling in die undurchschaubaren Aktionen gegen die Kartelle, sondern die junge Newcomerin Isabela Moner als Reyes Tochter.

Den packenden Thriller um einen Krieg, der nur Verlierer kennt, inszenierte Genre-Spezialist Stefano Sollima ("Gomorrha – Die Serie"), wieder nach dem Drehbuch von Taylor Sheridan, der mit "Sicario" und "Wind River" bereits Thriller-Meilensteine schuf.

Kritik

Beinharte Fortsetzung des elektrisierenden Drogenthrillers aus dem Jahr 2015, in dessen Mittelpunkt diesmal die schon im Original von Josh Brolin und Benicio Del Toro gespielten Figuren rücken.

Wenn jemals ein Film nicht danach geschrien hat, eine Fortsetzung zu bekommen, dann war das "Sicario", der brillante Thriller von Denis Villeneuve mitten aus dem blutenden Herzen des Drogenkriegs an der Grenze zwischen den USA und Mexiko. Zu in sich geschlossen war die Handlung mit dem wilden Haken, den das Drehbuch von Taylor Sheridan in den letzten 15 Minuten schlug: Wie der Film die Protagonistin, gespielt von Emily Blunt, mit einem genialen Kniff als einfaches Bauernopfer outete, das einfach nur eine Rolle in einem groß angelegten Plan spielte, damit Benicio Del Toro als titelgebender Killer im Auftrag von Josh Brolin einen Drogenbaron und seine Familie beseitigen konnte, schloss eine Fortführung der Handlung eigentlich aus. Nur dass Sheridan, seither mit "Hell or High Water" und "Wind River", bei dem er auch erstmals Regie führte, zum Starautor aufgestiegen, einen smarten Einfall hatte, wie es dann doch weitergehen könnte in dieser höllengleichen Filmwelt, die einem Roman von Don Winslow entsprungen sein könnte: Er belässt den Fokus einfach auf den von Brolin gespielten CIA-Aufräumer Graver und dessen Sicario Alejandro und schickt sie zurück in den Grenzkrieg, als brave Soldados fürs Grobe. "Diesmal gelten keine Regeln", knurrt der bullige Brolin, als das Verteidigungsministerium ihn auswählt, wieder gegen die Drogenkartelle in den Krieg zu ziehen. Um einen Krieg unter ihnen zu starten, organisiert er die Entführung der Tochter eines mächtigen Drogenbarons und lässt es so aussehen, als stecke die Konkurrenz dahinter. Als Alejandro nach einem Angriff auf ihren Konvoi mit dem Mädchen allein in der mexikanischen Einöde zurückbleibt, versuchen sie sich in die USA zurück zu kämpfen. Hier kommt Miguel ins Spiel, ein 14-jähriger texanischer Junge, der von ansässigen Gangstern losgeschickt wurde, Flüchtlinge über die Grenze zu geleiten. Diesmal gelten keine Regeln. Das gilt auch für Regisseur Stefano Sollima, Sohn des legendären Sergio Sollima ("Brutale Stadt"), der in seiner Heimat Italien mit "Suburra" und der Serie "Gomorrha" eine starke Visitenkarte hinterlassen hatte und hier unterstreicht, warum man ihn als Zukunft des Actionfilms bezeichnet. Weil er perfekte Kontrolle über das Medium hat und bereit ist, immer einen Schritt weiter zu gehen, als man es dem Film zutrauen würde: Gleich am Anfang sieht man eine Gruppe von islamistischen Terroristen, die sich in einem Supermarkt in die Luft sprengen - und dabei auch keine Gnade für eine Mutter und ihr Mädchen haben, die um ihr Leben flehen. Ich mache keine Gefangenen, sagt der Film in diesem Moment. Und er hält sein Versprechen: Besonders schockierend ist eine Handlungsentwicklung zu Beginn des dritten Akts, die man in dieser Radikalität niemals erwarten würde. Und doch gibt es einen Kontrapunkt zu der unerbittlichen Härte, mit der dieser amerikanische "Tropa de Elite" mit seinen schnörkellosen Kolportagebildern ans Werk geht. Wie "Logan" im vergangenen Jahr verbeugt sich auch "Sicario 2" als eine Art Endzeitwestern aus dem Hier und Jetzt vor "Mein großer Freund Shane": Wieder erweckt ein Mädchen eine längst verschüttet geglaubte Menschlichkeit in dem zur Tötungsmaschine verkommenen Protagonisten, von Benicio Del Toro mit seelenvollem Körpereinsatz gespielt. Wenngleich man das Kino diesmal nicht so beseelt verlässt wie bei dem doch noch etwas gelungeneren "Sicario", weil gerade der Schluss zu wünschen übrig lässt (und etwas aufdringlich auf einen geplanten dritten Teil verweist), bietet "Day of the Soldado" doch erfreulich konsequentes und wenig zimperliches Entertainment für ein erwachsenes Publikum, das seine Genrethrills am liebsten in eine smart erzählte Geschichte eingebettet sieht. ts.

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Info

  • FSK ab 18/Keine Jugendfreigabe

FSK: ab 18

Kinostart: 16.08.2018

USA 2018

Länge: 2 h 3 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Sicario: Day of the Soldado

Regie: Stefano Sollima

Drehbuch: Taylor Sheridan

Musik: Hildur Guðnadóttir

Produktion: Basil Iwanyk, Erica Lee, Thad Luckinbill, Trent Luckinbill, Edward L. McDonnell, Molly Smith

Kostüme: Deborah Lynn Scott

Kamera: Dariusz Wolski

Schnitt: Matthew Newman

Ausstattung: Kevin Kavanaugh

Website: http://www.studiocanal.de/kino/sicario_2_soldado_ot

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