Der Gewinner der Goldenen Palme von Cannes 2018 zeigt das Porträt einer Familie am Rande der japanischen Gesellschaft.

Kinostart: 27.12.2018

Noch 1 6 Tage

Sakura Ando
als Nobuyo Shibata

Mayu Matsuoka
als Aki Shibata

Kirin Kiki
als Hatsue Shibata

Handlung

Die zwei Gauner Osamu Shibata und sein Sohn Shota treffen in einer kalten Winternacht auf ein verwahrlostes Mädchen, als sie von einer Diebestour zurückkehren. Kurzerhand nimmt Osamu die kleine Yuri mit nach Hause, damit sie eine warme Mahlzeit zu essen bekommt.

Schnell wird das neue Familienmitglied von der Schwester bis zur Oma im engen Zuhause liebevoll aufgenommen und alle leben glücklich in den Tag hinein. Mit Betrügereien und Ladendiebstählen halten sie sich über Wasser. Doch dann werden durch einen Zufall gut geschützte Familiengeheimnisse aufgedeckt – und plötzlich gerät das heile Familienleben in Gefahr.

Kritik

Starkes, erschütterndes Drama des japanischen Cannes-Stammgasts Hirokazu Kore-eda, der im Wettbewerb zuletzt 2015 mit "Unsere kleine Schwester" vertreten gewesen war.

"Shoplifters" greift die Grundidee von "Vater und Sohn" auf, der 2013 den Jurypreis gewann und dem damaligen Jurypräsidenten Steven Spielberg so gut gefiel, dass er sich die amerikanischen Remakerechte sicherte. Wieder beschäftigt Kore-eda die Frage, was Familie bedeutet, was es heißt, ein Vater oder eine Mutter zu sein: Ist es eine Frage der Biologie oder einfach eine Frage der Liebe? Anders als bei dem etwas konstruiert wirkenden "Vater und Sohn" ist dieser Themenkomplex hier aber nur der Ausgangspunkt für ein noch viel komplexeres Gebilde, das sich dem Zuschauer in seiner ganzen tragischen Tragweite erst nach und nach erschließt.

Zunächst erlebt man also eine japanische Familie, die am Existenzminimum lebt, obwohl der Vater Vollzeit auf dem Bau arbeitet und die Mutter Geld in einer Industriewäscherei verdient. Um über die Runden zu kommen, geht der Vater mit seinem etwa zehnjährigen Sohn auf kleinere Raubzüge in Supermärkten, die sie perfekt aufeinander abgestimmt souverän und ohne moralische Bedenken durchziehen. Als sie in der bitteren Kälte ein frierendes und offenbar misshandeltes Mädchen auf einem Balkon entdecken, nehmen sie es mit nach Hause und lassen es, auch weil sich die leibliche Mutter nicht weiter um das Verschwinden ihres Kindes sorgt, bei sich in ihrem winzigen Wohnraum bleiben,b ehandeln es mit großer Liebe und Zuneigung wie ein Familienmitglied. Nach und nach werden Risse in der Fassade erkennbar, denn offenbar ist eben mit Ausnahme des liebevollen und rücksichtsvollen Umgangs miteinander nichts so, wie es zunächst scheint. Mehr zu verraten, hieße den Spaß an dem Film zu schmälern. Aber man kann sagen, dass Kore-eda seinen mit Fehlern behafteten Hauptfiguren mit großer Menschlichkeit und Verständnis für ihre Schwächen und Fehler begegnet: Er beurteilt sie nicht - oder besser: nur nach dem, wie sie miteinander umgehen. Und das macht diesen am Ende so erschütternden Film zu einem großen und nachhaltigen Erlebnis. ts.

Wertung Questions?

FilmRanking: 649 -99

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 27.12.2018

Japan 2018

Länge: 2 h 1 min

Genre: Drama

Originaltitel: Manbiki Kazoku

Regie: Hirokazu Kore-eda

Website: https://www.wildbunch-germany.de/movie/shoplifters

Ticker

Kino&Co Newsletter

Hol' dir jetzt den KINO&CO Newsletter!
Der schnelle Überblick über unsere Blockbuster und Top-Gewinnaktionen der Woche.