Ironisch-melancholischer Reigen um vier kommunikationsunfähige Angestellte eines Call-Centers.

Kinostart: 31.07.2008

Maximilian Brückner

Maximilian Brückner
als Sascha Wegemann

August Zirner

August Zirner
als Richard Harms

Antje Widdra
als Marie Bremer

Johannes Allmayer
als Adrian Becher

Mina Tander
als Astrid

Kirsten Block
als Gisela Harms

Heinz-Werner Kraehkamp
als Alfred Becher

Dagmar Sachse
als Daggi

Robert Meller
als Micha Kowalski

Melanie Vollmer
als Gabriele Deutschmann

Daniel Drewes
als Der Ex von Marie Bremer

Rainer Furch
als Pedro, der Tanzlehrer

Georg Uecker
als Hans Peter Riedmann

Handlung

Vier Callcenter-Agenten auf der Suche nach dem Platz in ihrem Leben: Neuzugang Sascha (Maximilian Brückner) hat große Träume, aber nicht auf der Rechnung, dass seine Freundin ungewollt schwanger wird. Verkaufsgenie Adrian (Johannes Allmayer) verliebt sich unglücklich in eine Telefonkundin, Marie (Antje Widdra) hat sich als alleinstehende Mutter von den Männern abgewandt und Leiter Harms (August Zirner) steht vor den Trümmern seiner Ehe.

Träume und Hoffnungen eines lebensnahen Quartetts stehen im Mittelpunkt einer modernen Tragikomödie um Dauerquassler, die einander dennoch nicht verstehen. Shootingstar Maximilian Brückner führt ein starkes Ensemble an, das in beruflicher Not zu sich selbst findet.

"Come in & burn out", so begrüßt Abteilungschef Harms den neuen Mitarbeiter Sascha im grauen Großraumbüro eines Call-Centers. Außer Sascha, der eigentlich Showmaster werden will und sich vor seiner Verantwortung als werdender Vater drückt, arbeitet auch Architektin Marie dort. Sie wurde von ihrem Mann mit Kind sitzen gelassen und hofft auf einen besseren Job.

"Come in & burn out", so begrüßt Abteilungschef Harms den neuen Mitarbeiter Sascha im Großraumbüro eines Call-Centers. Außer Sascha, der Showmaster werden will und sich vor seiner Verantwortung als werdender Vater drückt, arbeiten dort auch Verkaufsgenie Adrian, der sonst vor Schüchternheit vergeht, und Architektin Marie, die von ihrem Mann mit Kind sitzen gelassen wurde und auf einen besseren Job hofft. Ihnen allen sitzt Harms im Nacken, der seine grauenvollen Motivationsfloskeln selbst glaubt, während er seine Ehe ruiniert.

Kritik

Ironisch-melancholisches Befindlichkeitsgemälde über Kommunikationslosigkeit, das bezeichnenderweise in einem Callcenter spielt. Debütant André Erkau gewann damit den Max-Ophüls-Preis.

"Come in & burn out", so begrüßt Abteilungschef Harms (August Zirner) den neuen Mitarbeiter Sascha (Maximilian Brückner) in einem grauen Großraumbüro, wo der Hauptanteil von Kunsthochschulabsolvent André Erkaus Kreuzung aus Komödie, Satire und Ballade spielt. Greifbare Typen sind garantiert, da Praxis und Arbeitsbedingungen dem Regisseur aus erster Hand bekannt sind, jobbte er doch während des Studiums selbst in einem Callcenter. Sein Quartett lebensnaher Menschen klammert sich an Träume und Illusionen ohne zu realisieren, dass ihr Lebenskonzept eigentlich längst gescheitert ist. Arbeitsplatz wie Partnerschaft sind eine Vorhölle, in der sie zwischen Existenzangst und Unfähigkeit, sich seinem Gegenüber mitzuteilen, gefangen sind.

Sascha also, der fest an seine Karriere als Showmaster glaubt und sich vor seiner Verantwortung als werdender Vater drückt, Verkaufsgenie Adrian (Johannes Allmayer), der sonst vor Schüchternheit vergeht, Architektin Marie (Antje Widdra), die auf einen qualifizierten Job hofft und von ihrem Mann mit Kind stehen gelassen wurde. Ihnen allen sitzt Harms im Nacken, der seine grauenvollen Motivationsfloskeln selbst glaubt, während er seine Ehe ruiniert. (Zwischen)menschlich gesehen das reinste Horrorkabinett, das folgerichtig tief ins Jammertal stürzen muss, bevor Selbsterkenntnis und Läuterung in Aussicht gestellt werden.

Daraus erwachsende, beklemmende Einsichten konterkariert Erkau mit leichtfüßigen und verhalten-unaufdringlichen Schilderungen der Alltagserlebnisse seiner Figuren. Er fächert ein fortlaufendes Kaleidoskop des fröhlichen Elends auf, in Vignetten, wie sie auch aus "Stromberg" oder "The Office" stammen könnten, und illustriert mit deprimierenden Sets das nicht nur geistige Niemandsland der Beziehungsdilettanten. So sagt dieser Mikrokosmos einerseits mehr über unsere heutige Gesellschaft aus, als einem lieb sein kann, ist aber andererseits bisweilen doch so einseitig karikiert, dass die satirische Schärfe verloren geht und eine charmante Loser-Komödie übrig bleibt, die gekonnt zwischen bitter und belustigend oszilliert. Neben den beachtlichen Darstellerleistungen können die Offbeat-Elemente und der handwerklich bestechende Independent-Stil begeistern, derweil der kalte Wind der Rendite den Antihelden gnadenlos ins Gesicht weht. So sind sie, die "Modernen Zeiten". tk.

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Info

Plakat des Films: Selbstgespräche

Kinostart: 31.07.2008

Deutschland 2007

Länge: 1 h 41 min

Genre: Drama

Originaltitel: Selbstgespräche

Regie: André Erkau

Drehbuch: André Erkau

Produktion: Hans W. Geißendörfer, Roswitha Ester, Torsten Reglin

Kostüme: Lore Tesch

Kamera: Dirk Morgenstern

Schnitt: Oliver Grothoff

Ausstattung: Ralf Mootz

Website: http://www.selbstgespraeche-derfilm.de

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