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Die Handlung von Scoop – Ein royales Interview

Mit Sam McAlister, der Produzentin der „BBC Newsnight“, sollte man es sich lieber nicht verscherzen, immerhin ist sie die Frau, die die wohl schockierendsten Interviews der BBC-Karriere angeleiert hat.

Ihr neuestes Objekt der Begierde: Prinz Andrew. Dem Bruder von König Charles wurde, als der Skandal mit dem Investmentbanker Jeffrey Epstein an die Öffentlichkeit geriet, nicht nur eine enge Freundschaft angedichtet, sondern er solle sich selbst als Sexualstraftäter hervorgetan haben. Ein Opfer meldete sich diesbezüglich sogar zu Wort, trotzdem konnte sich Andrew herauswinden.

Doch wird er sich ein weiteres Mal herausreden können?

Denn aktuell wird das Haus des Triebtäters durchsucht, nachdem dieser sich nach erneuter Inhaftierung das Leben genommen hat, und bei dieser Durchsuchung könnte bestimmt auch das ein oder andere Detail zu Andrew herauskommen. Für Sam ist das ein gefundenes Fressen.

Mit einer gehörigen Portion Wortgewandtheit, ganz viel Überzeugungskraft und der ein oder anderen Trickserei gelingt es Sam, den Royal zu einem Interview zu überreden. Dieses soll niemand Geringeres als Journalistin Emily Maitlis führen. Ein schwieriges Unterfangen, denn geht sie zu forsch heran, könnte sie sich und den gesamten Nachrichtensender zum Gespött machen.


Kritik zu Scoop – Ein royales Interview

Was ist denn hier los? Der Epstein-Skandal war eine der schockierendsten Offenbarungen der letzten Jahre und bis auf ein paar Dokus („Surviving Jeffrey Epstein“ und „Jeffrey Epstein: Stinkreich“) blieb das Thema von Hollywood weitestgehend unberührt – es scheint glücklicherweise doch eine Grenze zu geben. Hat Netflix diese Grenze Anfang April überschritten, als sich der Streaming-Riese die Rechte für das skandalöse Interview mit Prinz Andrew gesichert und daraus den Film „Scoop – Ein royales Interview“ abgedreht hat?

Nicht ganz. Der Sprössling der einstigen Queen hatte Verbindungen zu Epstein und schien sogar selbige Neigungen verfolgt zu haben, doch das ist nur der Aufhänger für das Werk. In Wirklichkeit stehen in „Scoop – Ein royales Interview“ nämlich zwei starke Frauen im Vordergrund: Sam McAlister und Emily Maitlis. Sie haben das damalige Interview mit Andrew erst in die Wege geleitet und letztlich auch geführt. Diese werden im Film übrigens mehr als hervorragend von Billie Piper („Penny Dreadful“) und Gillian Anderson („The First Lady“) porträtiert. „Judy“-Darsteller Rufus Sewell hat hingegen die schwierige Aufgabe bekommen, den Prinzen zu verkörpern.

Die Umsetzung von „Scoop – Ein royales Interview“ oblag übrigens Regisseur Philip Martin, dem royale Geschichten wohl zu liegen scheinen, denn er hat immerhin sieben Folgen der Erfolgsserie „The Crown“ inszeniert. Als Inspiration dienten ihm bei „Scoop – Ein royales Interview“ das Buch „Scoops: Behind the Scenes of the BBC’s Most Shocking Interviews“, die Memoiren von Sam McAlister. Das Ergebnis aus diesem Dream-Team kann sich wahrlich sehen lassen, erinnert „Scoop – Ein royales Interview“ nicht selten an „Bombshell – Das Ende des Schweigens“, in dem es um einen ähnlich weitreichenden Skandal geht.

Lohnt sich, weil man weiß zwar, wie der Film ausgehen wird, dennoch ist man bis zum Ende so angespannt wie die Journalistin und das Team hinter ihr.