Berührende Coming-of-Age-Story und prächtig bebilderte Tragikomödie voller Magie und bayerisch-bolivianischer Überraschungen.

Kinostart: 20.08.2009

Handlung

Im bolivianischen Dorf Copacabana am Ufer des Titicaca-Sees wohnt die 14-jährige Alfonsina mit ihrer Mutter, der Witwe Rosa, die als Stewardess ständig unterwegs ist, und ihrer Großmutter Elena, die einst mit einem Bayern verheiratet war. Auch Alfonsina träumt von fernen Ländern, die sie nur von Postkarten der Touristen kennt. Zufällig begegnet sie einem Münchner Studenten und Alfonsina scheint das gleiche Schicksal wie ihre Oma zu ereilen. Damals war ein junger Mann namens Alois plötzlich aufgetaucht, um das Herz von Elena zu gewinnen.

Kritik

Thomas Kronthalers berührende Coming-of-Age-Story ist vor allem auch eine prächtig bebilderte Tragikomödie voller Magie und bayerisch-bolivianischer Überraschungen.

Vor rund acht Jahren landete der gelernte Werkzeugmacher Thomas Kronthaler mit seinem HFF-Abschlussfilm "Die Scheinheiligen" einen kleinen Überraschungserfolg. Könnte man diesen etwas anderen Heimatfilm als sein Gesellenstück bezeichnen, so hat der gebürtige Oberbayer, der in den vergangenen Jahren als Regisseur der Serie "Die Rosenheim-Cops" sein Handwerk verfeinerte, nun sein Meisterwerk abgeliefert. Auch wenn der etwas sperrige Titel es auf den ersten Blick nicht vermuten lässt - hinter "Schreibe mir - Postkarten nach Copacabana" verbirgt sich ein poetisches, märchenhaftes und auch komisches Drei-Frauen-Generationen-Porträt, das von Sehnsucht und Liebe, Fernweh und merkwürdigen magischen Verbindungen handelt.

Im Zentrum des Geschehens steht nicht etwa die berühmte Copacabana in Brasiliens heimlicher Hauptstadt Rio de Janeiro, sondern ein gottverlassenes bolivianisches Kaff gleichen Namens in 4000 Metern Höhe am Ufer des Titicaca-Sees. Dort wohnt die 14-jährige Alfonsina gemeinsam mit ihrer Mutter, der Witwe Rosa, die als Stewardess ständig unterwegs ist, und ihrer Großmutter Elena, die einst mit einem Bayern verheiratet war. Auch Alfonsina träumt von fernen Ländern, will andere Kontinente bereisen, die sie bisher nur von Postkarten der Touristen kennt. Da begegnet ihr per Zufall ein adretter Münchner Student, und Alfonsina scheint genau das zu erleben, was damals ihrer Oma geschah. Denn die Legende will es, dass vor vielen Jahren ein junger Mann namens Alois in einen oberbayerischen See tauchte und an den Gestaden des Titicaca-Sees wieder herauskam, um dort das Herz von Elena zu gewinnen. Doch bis es soweit ist, erfahren wir einiges über südamerikanische Telenovelas ("Flügelschlag der Leidenschaft"), betrügerische Hotelbesitzer, indianische Schutzheilige und andere Kuriositäten.

Dem Titel entsprechend hat Kronthaler seinen Film, der vor allem auch eine bittersüße Coming-of-Age-Geschichte ist und auf dem Drehbuch der Romanautorin Stefanie Kremser ("Postkarte aus Copacabana") basiert, in pittoreske Postkarten-Bilder getaucht - farbenprächtig bei Dekor und Kostümen, grandios bei den Landschaftsaufnahmen der majestätischen Anden. Der Culture-Clash fällt bei Kronthaler dagegen sanft aus. Zwar muten Semmelknödel, Lederhosen und Begriffe wie "Passt scho" aus indianischem Munde seltsam bizarr an, doch in Sachen Heiligenverehrung und Brauchtum, Tracht und (Blas-)Musik werden auch erstaunlich viele Parallelen zwischen Bayern und Bolivien festgemacht. Und am Ende verlässt man trotz Trauer, Tod und so manch anderer Tragödie beschwingt, betört und verzaubert den Kinosaal und hofft, der Regisseur möge noch viele weitere kleine Meisterwerke folgen lassen. lasso.

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Info

Plakat des Films: Schreibe mir - Postkarten nach Copacabana

Kinostart: 20.08.2009

Deutschland 2009

Länge: 1 h 36 min

Genre: Drama

Originaltitel: Schreibe mir - Postkarten nach Copacabana

Regie: Thomas Kronthaler

Drehbuch: Stefanie Kremser

Musik: Martin Unterberger

Produktion: Alena Rimbach, Herbert Rimbach

Kostüme: Petra Kray

Kamera: Christof Oefelein

Schnitt: Melanie Werwie

Ausstattung: Marta Méndez, Carsten Lippstock

Website: http://www.schreibemir-derfilm.de

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