Drama nach dem gleichnamigen Roman von Alina Bronsky um eine 17-Jährige, die den Mörder ihrer Mutter töten will.

Kinostart: 21.11.2013

Jasna Fritzi Bauer

Jasna Fritzi Bauer
als Sascha

Ulrich Noethen

Ulrich Noethen
als Volker Trebur

Max Hegewald
als Felix Trebur

Die Handlung von Scherbenpark

Die 17-jährige Sascha lebt in einer hässlichen Hochhaussiedlung und hat ihre ganz eigene Art, mit dem Trauma, dass ihre Mutter vom Stiefvater totgeprügelt wurde, umzugehen. So geht sie auch prompt in die Offensive, als ein Artikel in der Zeitung veröffentlicht wird, der den Mörder in ein positives Licht rückt. Wutentbrannt stellt sie den verantwortlichen Redakteur zur Rede. Als Kompensation bietet der ihr sein Haus als vorübergehende Bleibe an, worauf sich eine Dreiecksgeschichte zwischen Sascha, dem Journalisten und dessen Sohn entspinnt.

Kritik zu Scherbenpark

Nach der Dokumentation "Prinzessinnenbad" legt Bettina Blümner mit der Adaption von Alina Bronskys Bestseller auch dank einer überragenden Jasna Fritzi Bauer ihre Spielfilm-Reifeprüfung mit Bestnote ab.

Bei Filmen über Randgruppen der Gesellschaft mag das breite Publikum, das unterhalten werden will, schwere Kost, tiefschürfende Dialoge und schleppendes Erzähltempo erwarten. Doch "Scherbenpark" ist anders, ganz anders - was einem bärenstarken Frauentrio zu verdanken ist: der Schriftstellerin Alina Bronsky, die mit ihrem gleichnamigen Bestseller eine wunderbare Vorlage lieferte, der Regisseurin Bettina Blümner, die die perfekten Bilder für zwei Welten wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, fand, und der Nachwuchsschauspielerin Jasna Fritzi Bauer, die als chancenlose Außenseiterin mit Wahnsinns-Power und unbändiger Willenskraft ihrem Schicksal die Stirn bietet. Stark an "Scherbenpark" ist denn auch die Schilderung der beiden konträren Milieus. Blümner, die sich bereits mit ihrer preisgekrönten Dokumentation "Prinzessinnenbad" in einen sozialen Brennpunkt gewagt hat, zeigt mit fast schmerzhafter Authentizität den Überlebenskampf unterprivilegierter Menschen in einer heruntergekommenen Plattenbausiedlung - und mittendrin die von Bauer gespielte Sascha. Sie hat nach dem grausamen Tod ihrer Mutter eine gesunde Jetzt-erst-recht-Mentalität entwickelt und beschließt für sich, sich von nun an nichts, aber auch gar nichts mehr gefallen zu lassen. Dabei nutzt sie ihre überdurchschnittlichen rhetorischen Fähigkeiten gnadenlos aus, wenn etwa die Migrantenjungs aus dem Viertel sie mal wieder anmachen: "Tut mir leid, Igorchen. Ich kann einfach nicht mit Männern, die nicht lesen können." Diesem sozialen Bodensatz auf der einen steht das finanziell sorglose, nur von hausgemachten Problemen berührte Leben des Journalisten Volker Trebur (Ulrich Noethen als ehrenwerter Journalist beinahe zu gut für diese Welt) auf der anderen Seite gegenüber. Weil er einen positiven Artikel über den Mörder von Saschas Mama veröffentlicht und nun ein schlechtes Gewissen hat, nimmt er das Mädchen bei sich auf, als es Hilfe benötigt. Die 17-Jährige dankt es Trebur mit lolitahaften Avancen und der prompten Entjungferung seines minderjährigen Sohnes zur Mittagszeit. Diese merkwürdige ménage à trois ist vielleicht der einzige Schwachpunkt von "Scherbenpark", lenkt er doch zu sehr von der zwischen Drama und Komödie fein ausbalancierten Coming-of-Age-Geschichte ab, die so kraftvoll ist, dass sie den Film alleine tragen kann. Was im Übrigen auch auf Jasna Fritzi Bauer zutrifft, die verdientermaßen für diese Rolle den Max-Ophüls-Preis als beste Darstellerin gewann und von der man in Zukunft Großartiges erwarten darf. lasso.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 21.11.2013

Deutschland 2012

Länge: 1 h 35 min

Genre: Drama

Originaltitel: Scherbenpark

Regie: Bettina Blümner

Drehbuch: Katharina Kress

Musik: Ali N. Askin

Produktion: Sabine de Mardt, Iris Wolfinger

Kostüme: Bettina Marx

Kamera: Mathias Schöningh

Schnitt: Inge Schneider

Ausstattung: Jost Schrader

Website: http://www.scherbenpark-film.de