Herzerwärmende Tragikomödie um einen sarkastischen Schlagerstar, der nach einem Herzinfarkt an Gedächtnislücken leidet und zu einem besseren Menschen wird.

Kinostart: 05.05.2011

Handlung

Alexander ist sein Erfolg als Schlagerstar zu Kopf gestiegen. Als der blasierte Mistkerl einen Herzinfarkt und damit auch eine teilweise Amnesie erleidet, muss er sich neu zurechtfinden. Im Reha-Zentrum nimmt ihn der ältere Mitpatient Heinrich unter die Fittiche. Der Pianist beginnt mit ihm zu musizieren, ein heilsamer Prozess für Alexander, der sich nicht nur wieder erinnern kann, sondern auch Fehler erkennt und berichtigt - etwa in seinem Verhalten zu Frau, Kind und Geliebter.

Kritik

Herzerwärmende Dramödie um einen Schlagerstar, der nach Gedächtnisverlust eine zweite Chance erhält und einer Jazz-Band beitritt.

Wer hätte gedacht, dass man die 83-jährige deutsche Musikerlegende Paul Kuhn nach 16 Jahren Pause noch einmal in einer Rolle sieht - und sogar auf der Leinwand: Mit Charme und beschwingtem Jazz adelt er die tragikomische Reha-Ballade, in der sich ein sarkastischer Schlagerstar zum sympathischen Jazz-Gitarrist mausert.

Peter Lohmeyer spielt ihn, zunächst als blasierten Mistkerl auf dem Höhepunkt seines Erfolges, der einen Herzinfarkt erleidet und in Folge dessen an schweren Gedächtnisstörungen. Seine zurückgenommene Performance lässt die Gefühlsausbrüche des stoischen Alexander Ludwig um so berührender wirken. Er wird in ein neurologisches Reha-Zentrum eingeliefert, wo er sich in einem Hotel für seine Tournee wähnt bis ihm auf der Suche nach der Minibar klar wird, dass dem nicht so ist. Seine Welt bricht zusammen. Denn die letzten zehn Lebensjahre sind in seinen Synapsen verschwunden: Sein Kurzzeitgedächtnis versagt wie in "Memento".

Für Alexander grüßt täglich das Murmeltier, was Running Gags bedingt, die eher tragisch denn komisch sind. Wie er mit sich ringt, verlorene Zeit, Identität und Leben wieder zu finden, mag konventionell als lockeres Drama mit Humor inszeniert sein. Aber die gekonnte Regie (Nicole Weegmann, "Rabenkinder"), Drehbuchleistung (Ruth Toma, "Kollaps", "Solino") und guten Darstellerleistungen heben "Schenk mir dein Herz" deutlich aus dem Durchschnitt heraus. Vor allem glänzt ein entspannt gealterter Paul Kuhn, der als Patient und Pianist mit dem prominenten Insassen eine Musiktherapie beginnt. Diese ist zwar schmerzhaft für Alexander, aber nicht nur heilsam, sondern bedeutet auch eine zweite Chance, alte Fehler zu sühnen, Aussöhnung zu suchen und ein besserer Mensch zu werden.

Die gut austarierte Dramödie nimmt alle ihre Figuren ernst und gibt ihnen Würde, besonders auch Maria (Mina Tander aus "Maria, ihm schmeckt's nicht!"), eigentlich ein herumstöckelndes Glamour-Bimbo mit eigenen Popstarlet-Ambitionen, für die Alex seine Frau (Catrin Striebeck) und sein Sohn (seit "Das Wunder von Bern" gewachsen: Louis Klamroth) verlassen hat, ist ein Mensch mit Gefühlen. Und das macht diese gelungene Mischung aus Familiendrama um einen Verwirrten und Loserkomödie mit Herz zu einem leicht bekömmlichen Film mit wundervollem Happy End. Dass es sich um eine TV-Produktion handelt, ist zwar jeden Moment sichtbar - ästhetische Offenbarungen braucht man nicht zu erwarten. Aber es sind ja die Gefühle und inneren Werte, die zählen. Und die stimmen bei der hinreißenden Hommage an den Jazz und Geschichte um Schicksalsschläge, die das Gute zutage fördern.

tk.

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Info

Plakat des Films: Schenk mir dein Herz

Kinostart: 05.05.2011

Deutschland 2010

Länge: 1 h 32 min

Genre: Drama

Originaltitel: Schenk mir dein Herz

Regie: Nicole Weegmann

Drehbuch: Ruth Toma

Musik: Birger Clausen, Paul Kuhn, Bernd Begemann

Produktion: Ralph Schwingel, Stefan Schubert

Kostüme: Christine Zahn

Kamera: Sten Mende

Schnitt: Andrea Mertens

Ausstattung: Sabine Pawlik

Website: www.wuestefilm.de

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