Kinostart: nicht bekannt

Manfred Zapatka

Manfred Zapatka
als Herbert Winter

Fabian Busch

Fabian Busch
als Frank Mendt

Marleen Lohse

Marleen Lohse
als Anja Mendt

Matthias Brandt
als Bernd Peters

Bernhard Schütz
als Werner Kempin

Christina Große
als Bentje Vogt

Georg Arms
als Finn Mendt

Hannes Wegener
als Christoph Ninnemann

Luisa Römer
als Leila Mendt

Helene Grass

David Allers

Kritik

Fesselnder Psychothriller mit einem düsteren Matthias Brandt als Kidnapper eines Geschwisterpaars.

Je inniger die Idylle, desto größer die Fallhöhe: Das Ehepaar Mendt macht mit seinen beiden Kindern Segelferien auf der Ostsee. Als die Familie beim Landgang auf Rügen einem pantomimischen Zauberer begegnet, gibt es keinen Anlass, auf der Hut zu sein; aber am nächsten Tag lässt der Mann die Kinder Finn und Leila verschwinden. "Sanft schläft der Tod" ist ein Thriller aus der Feder von Holger Karsten Schmidt, und deshalb ist den scheinbar harmlosen Bildern zu Beginn selbstredend nicht zu trauen. Werte, Gefühle oder schlicht die Ordnung sind in Schmidts Geschichten meist Ideale, die einem klaren dramaturgischen Zweck dienen: Sie werden bedroht und müssen verteidigt werden; und wer könnte eine größere Bedrohung sein als ein Mann, der von Matthias Brandt verkörpert wird. Selbstredend geht von dem Entführer Bernd Peters eine morbide Faszination aus, zumal Schmidt die Beweggründe des Täters lange im Unklaren lässt. Tatsache ist zunächst nur, dass in den vergangenen zwanzig Jahren bereits mehrere Ehepaare ein ähnliches Schicksal durchlitten haben wie Frank und Anja Mendt (Fabian Busch, Marleen Lohse). Diese Information verpackt der dreifache Grimme-Preisträger Schmidt in einer Zweithandlung, die genug Stoff für einen eigenen Film enthält: Herbert Winter (Manfred Zapatka), ein ehemaliger Stasi-Ermittler, jagt Peters schon seit dreißig Jahren. Durch den Mauerfall hat sich die Spur verloren, aber dass Winter ihr nicht weiter folgen konnte, hatte andere Gründe: Sein Sohn Frank hat ihn nach der Wende angezeigt, weil Winter den eigenen Bruder denunziert hatte. Anschließend hat Frank den Nachnamen des Vaters abgelegt und den Mädchennamen der Mutter angenommen; seither heißt er Mendt. Der Film dauert völlig zu Recht 130 Minuten; diese Zeit braucht er auch.

Die emotionale Komplexität verleiht der Geschichte eine derart große innere Spannung, dass es sich Marco Kreuzpaintner leisten kann, auf typische Thriller-Elemente weitgehend zu verzichten; dafür zieht er dann im Finale alle Register. Für den Regisseur ist dieser Film ein eher ungewöhnlicher Stoff; zuletzt hat er allerdings bereits einen sehenswerten "Polizeiruf" aus München gedreht ("Und vergib uns unsere Schuld"), ebenfalls mit Brandt, der den Entführer auf ganz eigentümliche, mühsam beherrschte Weise verkörpert.

Abgesehen von den ausnahmslos ausgezeichneten darstellerischen Leistungen lebt "Sanft schläft der Tod" neben der Angst der Eltern um ihre Kinder über weite Strecken davon, wie die Figuren miteinander verstrickt sind. Das gilt nicht nur für Vater und Sohn, die seit Jahrzehnten keinerlei Kontakt mehr haben, sondern auch für Winter und den LKA-Entführungsspezialisten Kempin (Bernhard Schütz). Buch und Regie nutzen zudem die Überlänge, um auch den weiteren Mitgliedern des Ermittlerteams (unter anderem Christina Große und Hannes Wegener) Raum zu geben. Zum Gegenspieler des raffinierten Entführers aber wird mehr und mehr Herbert Winter, zumal Kempin einen entscheidenden Fehler begeht, als er den Kidnapper für einen intuitiven Täter hält. Winters Biografie weist ähnliche Brüche auf wie das Leben von Peters, bei diesem allerdings im Wortsinn; ein weiteres von vielen mit großer Sorgfalt ausgedachten Details, die sich schließlich zu einem schlüssigen Persönlichkeitsbild zusammenfügen. Beinahe zu spät erkennen die Ermittler, dass es dem Zauberer, der Finn und Leila ins "Wunderland" entführt hat, wie er auf einer Notiz mitteilt, gar nicht um die Kinder geht. tpg.

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Info

Plakat des Films: Sanft schläft der Tod

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2016

Genre: Thriller

Originaltitel: Sanft schläft der Tod

Regie: Marco Kreuzpaintner

Drehbuch: Holger Karsten Schmidt

Musik: Eike Hosenfeld, Tim Stanzel, Moritz Denis

Produktion: Hans-Hinrich Koch, Anna Neudert

Kostüme: Gudrun Leyendecker

Kamera: Peter Joachim Krause

Schnitt: Claus Wehlisch

Ausstattung: Detlef Provvedi

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