Horror-Thriller nach dem ersten Lecter-Bestseller von Thomas Harris, in dem der Serienkiller ein weiteres Katz- und Mausspiel mit dem FBI treibt.

Kinostart: nicht bekannt

Anthony  Hopkins

Anthony Hopkins
als Hannibal Lecter

Edward Norton

Edward Norton
als William Graham

Ralph Fiennes

Ralph Fiennes
als Francis Dolarhyde

Harvey Keitel
als Jack Crawford

Emily Watson
als Reba McClane

Mary-Louise Parker
als Molly Graham

Philip Seymour Hoffman
als Freddy Lounds

Anthony Heald
als Dr. Chilton

Frankie Faison
als Barney

Tyler Patrick Jones
als Josh Graham

Ken Leung
als Lloyd Bowman

William Lucking
als Byron Metcalf

Stanley Anderson
als Jimmy

Tom Verica
als Charles Leeds

Azura Skye
als Buchh

Marguerite MacIntyre
als Valerie Leeds

Bill Duke
als Polizeichef

Christopher Curry
als Mr. Fisk

Handlung

Drei Jahre nachdem er traumatisiert von der Jagd auf den Serienmörder Hannibal Lecter (Anthony Hopkins) seinen Dienst beim FBI quittierte, holt Will Graham (Edward Norton) die Vergangenheit mit Macht wieder ein. Der Fall eines Killers, der bei Vollmond regelmäßig komplette Familien auslöscht, zwingt Graham zurück in den Dienst. Um die Handlungsstruktur seines Gegners zu entschlüsseln, bedient er sich keines geringeren als des eingekerkerten Lecters. Pech bloß, daß der "Rote Drache" auf denselben Gedanken kommt...

Zur Abwechslung tritt mal keine FBI-Agentin, sondern ein desillusionierter Fahnder (Ed Norton aus "American History X") dem coolsten Kino-Kannibalen der Welt entgegen. Thomas Harris' quasi-Vorgänger zum Thrillerklassiker "Das Schweigen der Lämmer" wurde bereits 1987 von Michael Mann unter dem Titel "Blutmond" verfilmt.

Ex-FBI-Agent Will Graham, der während der Jagd nach Hannibal Lecter fast seine Frau verloren hätte, lässt sich Jahre später zur Aufklärung einer neuen Mordserie überreden. Um sich in die Gedankenstrukturen des Killers hineinversetzen zu können, will Graham sich des kranken Hirns eines ähnlich brillanten Killers bedienen - dem seines eingekerkerten Erzfeindes Hannibal Lecter.

Weil ein Serientäter bei Vollmond erneut zuzuschlagen droht, wird der junge Ermittler Will Graham aus dem "Ruhestand" geholt. Für die Jagd nach dem "Zahnfee" genannten Killer benötigt Graham die Hilfe Hannibal Lecters - jenem Psychopathen, der ihn bei der Festnahme einst beinahe getötet hatte. Lecter genießt es, Graham gegen den Täter, den Foto-Laboranten Francis Dolarhyde, auszuspielen. Der bringt seinen Opfern tiefe Bisswunden bei, blickt auf eine schreckliche Vergangenheit zurück und lässt nur die blinde Reba an sich heran...

Der junge Ermittler Will Graham soll mit der Hilfe des Psychopathen Hannibal Lecter einen "Zahnfee" genannten Killer dingfest machen. Horror-Thriller nach dem ersten Lecter-Bestseller von Thomas Harris, virtuos inszeniert von Brett Ratner.

Kritik

Obwohl streng genommen ein Prequel, ist "Roter Drache" die Fortsetzung von "Das Schweigen der Lämmer", die "Hannibal" nicht war (und niemals sein wollte). Anders als der von Ridley Scott als morbide Schreckensoper über die unerreichbare Liebe des Biests zur Schönen gestaltete Angriff auf den guten Geschmack setzt die nach "Blutmond" von 1986 zweite Verfilmung des ersten Hannibal-Lecter-Romans von Thomas Harris auf bedingungslose Ökonomie der Erzählung und gnadenlose Spannung. Wie die Vorlage findet der Thriller über das Duell eines psychisch labilen FBI-Agenten und dem perversen Serienmörder Zahnfee sein fiebriges Zentrum im Porträt des mit sich ringenden Mörders, während Polizist und des Kinogängers Lieblingskannibale in diesem brillanten und brillant besetzten Horrorfilm die nötigen Impulse von Außen geben.

Der Profi in der Konfrontation mit dem seelischen Abgrund. Das war das Leitthema von Michael Manns "Blutmond", ein extrem atmosphärischer, bisweilen kontemplativer Thriller über den aus dem vorzeitigen Ruhestand zurückgekehrten Cop Will Graham, dessen Fähigkeit, sich in die Psyche der verdorbensten und kränkesten Verbrecher einzufühlen, ihn an sich selbst zerbrechen lässt. Dr. Hannibal Lecter nahm damals nur eine kleine Rolle ein: Der Schwerpunkt lag auf der Jagd nach der Zahnfee, die stets zu Vollmond in Häuser eindringt, ganze Familien hinrichtet und ihre Augen durch Spiegelsplitter ersetzt. Brett Ratner bleibt mit seiner Neuverfilmung des Bestsellers auch dank des großartigen Drehbuchs von Ted Tally (Oscar für "Das Schweigen der Lämmer") näher dran an dem faszinierenden Roman. Als Regisseur macht er damit nach den zwar erfolgreichen, aber doch eher formelhaften "Rush Hour"-Filmen sowie der allamerikanischen Schmonzette "Family Man" einen Quantensprung nach vorn. Obwohl stets darum bedacht, dem Publikum genau das zu füttern, was es sich von einer neuerlichen Sprechstunde bei Dr. Lecter erwartet, geht Ratner keine Kompromisse ein in seiner handwerklich tadellos umgesetzten Gruselmär, die bis zu ihrem nahezu unerträglich intensiven Finale immer wieder unerwartete Wege geht. Dabei beginnt "Roter Drache" maßvoll konventionell und dem popkulturellen Status von Hannibal the Canibal entsprechend: Die Einleitung zeigt Dr. Lecter zunächst bei seiner dämonischen Arbeit, als er einer nichts ahnenden Gesellschaft einen von ihm beseitigten Flötisten (seine musikalischen Entgleisungen waren einfach zu grausam) als Pastete zum Abendmahl reicht, mündet jedoch in der Verhaftung des genialen FBI-Beraters durch den jungen Agenten Will Graham (in "Blutmond" von William Petersen, hier nicht minder überzeugend von Edward Norton gespielt), der seine Bemühungen beinahe mit dem Leben bezahlen muss. Die Bühne ist bereitet: Die Wege der beiden Kontrahenten kreuzen sich erneut, als es Grahams Vorgesetzten Crawford (Harvey Keitel) gelingt, den nicht nur körperlich sichtbar gezeichneten Mann auf die Zahnfee anzusetzen. Im gleichen Verließ einer psychiatrischen Anstalt wie in "Das Schweigen der Lämmer" (minutiös nachgebaut) muss Graham von Lecter in einem dem Zuschauer bereits bestens bekannten Katz-und-Mausspiel wichtige Informationen zur Ergreifung des Serienmörders entlocken. Während der Film einigen Spaß damit hat, Lecters Manipulationen zu folgen, den Feind Graham endgültig über die Klippen des Wahnsinns zu manövrieren, wechselt "Roter Drache" mit Auftauchen der Titelfigur den Fokus - hin zu diesem Monstrum und seinen allzu menschlichen Kämpfen: Von Ralph Fiennes mit einem Maximum an Ambivalenz und innerer Zerrissenheit dargestellt, ist dieser Francis Dolarhyde ein zutiefst gestörter Mann, der sich im falschen Körper gefangen fühlt und, von einem Gemälde William Blakes inspiriert, seine Mutation zu einem strahlenden Geschöpf vorantreibt. Kurz scheint in einem Verweis auf "Frankenstein" die Liebe zu einer blinden Frau (Emily Watson) die Abwärtsspirale aufhalten zu können, doch das Gequälte in Dolarhydes Seele gewinnt Oberhand und leitet in den furios verstörenden dritten Akt des Films. Nicht einen Hauch von Fehltritt leistet sich der in allen Bereichen perfekt funktionierende Film, der ohne Zweifel einer der großen Herbsthits werden sollte - auch wenn Lecter nur eine von Anthony Hopkins gewohnt lustvoll gespielte Randfigur ist, während Ralph Fiennes mit seinem großen Auftritt für Spannung und allem Terror zum Trotz, schluck, Sympathy for the Devil empfinden lässt. ts.

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Info

Plakat des Films: Roter Drache
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: nicht bekannt

USA 2002

Länge: 2 h 4 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Red Dragon

Regie: Brett Ratner

Drehbuch: Ted Tally

Musik: Danny Elfman

Produktion: Dino De Laurentiis, Martha De Laurentiis

Kostüme: Betsy Heimann

Kamera: Dante Spinotti

Schnitt: Mark Helfrich

Ausstattung: Kristi Zea, Steven Saklad, Tim Glavin

Website: http://movies.uip.de/roterdrache