Das perfekte Geheimnis - auf KINO&CO

Vom Fall des Kannibalen von Rotenburg inspirierter Horrorfilm über zwei Männer, die Gewalt- und Unterwerfungsfantasien in extremster Form ausleben.

Kinostart: 18.06.2009

Keri Russell

Keri Russell
als Katie Armstrong

Thomas Kretschmann

Thomas Kretschmann
als Oliver Hartwin

Angelika Bartsch
als Viktoria

Thomas Huber
als Simon Grobeck

Alexander Martschewski
als Rudy

Pascal Andres
als junger Simon

Rainer Meissner
als junger Oliver

Nikolai Kinski
als Otto Hauser

Axel Wedekind
als Domino

Nils Dommning
als Karl

Marcus Lucas
als Felix

Die Handlung von Rohtenburg

Für ihre Abschlussarbeit gedenkt die US-Amerikanerin Katie Armstrong (Keri Russell), die in Deutschland Film studiert, dünnes Eis zu beschreiten und den Fall des Kannibalen Oliver Hartwin (Thomas Kretschmann) näher zu beleuchten. Hartwin sorgte erst unlängst für weltweite Schlagzeilen, da er mit dem angeblichen Einverständnis einer Internetbekanntschaft (Thomas Huber) dessen Körperteile rituell verspeiste. Bei der Recherche stößt Katie auf ein Video der Tat.

Dieses Medien- und Mordmelodram ist laut Produktionsfirma allenfalls vom Fall des "Kannibalen von Rothenburg" inspiriert. Inspirationsquelle Armin Meiwes fühlte sich trotzdem verletzt und zögerte nicht mit einer Klage.

Eine traumatische Kindheit führt zwei gestörte Persönlichkeiten auf bizarrste Weise zusammen. Oliver Hartwin sucht einen Mann, der sich von ihm töten und verspeisen lässt. Im Internet stößt er auf Simon Grombek, dessen selbstzerstörerische Fantasien genau von diesem Szenario bedient werden. In beider Leben recherchiert Psychologiestudentin Katie und wird dabei immer stärker von den Bildern des Todes angezogen.

Eine traumatische Kindheit führt zwei gestörte Persönlichkeiten auf bizarrste Weise zusammen. Oliver Hartwin sucht einen Mann, der sich von ihm töten und verspeisen lässt. Im Internet stößt er auf Simon Grombek, dessen selbstzerstörerische Fantasien genau von diesem Szenario bedient werden. In beider Leben recherchiert Psychologiestudentin Katie und wird dabei immer stärker von den Bildern des Todes angezogen: Schließlich stößt sie auf ein Snuff-Video, in dem Hartwin die letzten Stunden Grombeks festgehalten hat.

Kritik zu Rohtenburg

Erst war der Fall von Armin Meiwes, des Kannibalen von Rotenburg, ein Aufreger für die Sensationspresse. Jetzt ist daraus eine Verstörungsreise in menschliche Abgründe geworden - mit Thriller-Touch, semi-dokumentarischer Atmosphäre und Hollywood-Aktrice Keri Russell als Köder für internationale Zuschauerinteressen.

Russell, Tom Cruises Begleitung auf seiner dritten "Mission-Impossible"-Tour, ist als Studentin der Kriminalpsychologie gewissermassen der Normalitätsfilter für das Grauen, der letzte Grenzposten vor einer Hölle, in die man ohne ihren Tourguide nicht hinabsteigen würde. Das zumindest glauben die Filmemacher. Zudem ist sie als voyeuristische Persönlichkeit ein Warnsignal dafür, wohin die Faszination für den Tod und das Morbide führen kann: in die Abhängigkeit von den Bildern des Grauens. Russells US-Studentin Katie ist die unglaubwürdigste Figur dieses thematisch unangenehmen Films. Trotzdem erfüllt sie eine wichtige Funktion. Sie sorgt für ein Thrillerelement, weil sie einer bedrohlichen Welt zu nahe kommt. Und sie ist eine Fluchtinsel für sensible Gemüter, die zwischen den harten Bildern einfach nur ein hübsches Mädchen sehen wollen.

Für ihre Abschlussarbeit recherchiert Katie das Leben zweier Männer, die sich auf extremste Form gegenseitig den größten Wunsch erfüllten. Oliver Hartwin (Thomas Kretschmann) suchte in speziellen Internetforen einen Mann, der sich bereit erklärte, von ihm getötet und anschließend verspeist zu werden. Simon Grobeck (Thomas Huber) ergab sich freiwillig in Hartwins Hände, um endlich völlig zu verschwinden und seine als erbärmlich wahrgenommene Existenz aufzulösen. In Rückblicken sieht man Szenen aus ihrer Kindheit - Bilder wie aus dem Schmalfilmprojektor und psychologische Erklärungsversuche. Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle, dominante Mutter, soziale Bindungslosigkeit und schizophrene Symptome ermöglichen nicht vollkommen schlüssig Zugang zu den gestörten Persönlichkeiten. Trotzdem sind die Motive von Täter und Opfer nachvollziehbar.

Kretschmann und Huber bestehen überzeugend die Anforderungen diesen heiklen Stoffs, für den Clip-Veteran und Regiedebütant Martin Weisz mit Erfolg eine verstörende Atmosphäre produziert. Gute Soundeffekte, düstere Bilder und das Extremthema bereiten in Koalition mit den intensiven Darstellungen ein durchaus beklemmendes Horrorerlebnis. Zu weit geht der Film in seinem Realismus jedoch nicht. Verständlich vielleicht, wenn es ums Tranchieren, rätselhaft aber, wenn es um die natürliche Darstellung nackter Körper geht. kob.

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Info

Plakat des Films: Rohtenburg

Kinostart: 18.06.2009

Deutschland 2006

Länge: 1 h 28 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Rohtenburg

Regie: Martin Weisz

Produktion: Vanessa Coifman, Marco Weber, Andreas Schmid

Kostüme: Anne Jendritzko

Kamera: Jonathan Sela

Schnitt: Sue Blainey

Ausstattung: Jörg Möhring

Website: http://www.rohtenburg.de