Kinostart: nicht bekannt

Handlung

Der Klanführer Rob Roy bittet den Marquis of Montrose um einen Kredit, damit sein Klan sich eine größere Herde zulegen kann. Doch der Marquis-Neffe Cunningham erfährt davon und ermordet Robs Geldboten. Folglich kann dieser seine Schuld nicht begleichen. Der Marquis gewährt keinen Aufschub, also bleibt dem Hintergangenen nur die Flucht in die Highlands.

Schottland im 18. Jahrhundert. Der Klanführer Rob Roy bittet den Marquis of Montrose um einen Kredit. Als Cunningham, der Neffe des Marquis, davon erfährt, läßt er Robs Geldboten ermorden. Da der ehrbare Roy nicht beweisen kann, daß er den Kredit nie erhalten hat, bittet er seinen adeligen Gläubiger um Aufschub. Dieser wird ihm aber nicht gewährt. Während Rob Roy in den Highlands Zuflucht sucht, steckt Cunnigham sein Haus in Brand und vergewaltigt seine Frau. Ein bedingungsloser Guerillakrieg beginnt.

Aufwendiges Abenteuer-Epos mit Liam Neeson ("Schindlers Liste") als schottischer Robin Hood. Sowohl Freunde spannender Dramen als auch Fans von actionreichen Mantel-und-Degen-Filmen werden begeistert sein.

Kritik

Schwerter, Degen und andere Hieb- und Stichwaffen sind in diesem Jahr Hollywoods Mordinstrumente du jour. Während in der bevorstehenden US-Sommersaison mit "Braveheart", "Der erste Ritter" und "Cutthroat Island - Das Piratennest" gleich drei hochkarätige historische Kostüm-Actioner die Säbel kreuzen sollen, eröffnet Michael Caton- Jones schon jetzt die Saison der Historienspektakel. Sein "Rob Roy" ist ein atemberaubender, packend-spannender Streifzug durch die schottischen Highlands, der mit großem Aufwand die Heldensaga des historisch belegten Ehrenmannes Robert Roy MacGregor erzählt. Wer eine "Robin Hood"-Variante mit Kilt und Tartan erwartet, hat Caton-Jones unterschätzt: So wie er das Leben des 18. Jahrhunderts skizziert, ist es kaum weniger komplex als in unserer Zeit. Im spannenden Wechselbad konstanter persönlicher und politischer Entscheidungen erwachen fast alle Figuren beeindruckend zum Leben. Spitzzüngig und überlegt bewegen sie sich durch einen Film, der sich viel Zeit bei der Entwicklung seiner Geschichte läßt. Manchmal wünscht man sich die kontrollierte Regie hitziger, das Tempo höher. Doch die stoische Besonnenheit zahlt sich nicht nur aus, wenn "Rob Roy" vermeidbaren Kämpfen mit Intelligenz und Witz aus dem Weg geht: Gerade die intelligente Zurückhaltung läßt das unvermeidliche Showdown-Duell zwischen dem Titelhelden und seinem infamen Gegenspieler Cunningham zu einem Zweikampf wachsen, dessen Intensität man so schnell nicht vergißt. In ganz besonderem Maße ist es jedoch Liam Neeson, der "Rob Roy" als Schwertkampffilm des denkenden Mannes zum Erfolg verhilft. Als sensibler Krieger, der bis zuletzt den Verstand vor seine Emotionen stellt, erobert er mit seiner löwenhaften Erscheinung den Zuschauer: Fasziniert folgt man diesem Clanführer bei den Bemühungen, seinen Leuten in den Highlands ein besseres Leben zu bescheren. Ein Darlehen des englischen Marquis de Montrose (John Hurt als durchtriebener Intrigant) von 1000 Pfund soll das Überleben im Winter sichern. Doch Cunningham, Montroses Mann für schmutzige Angelegenheiten (Tim Roth als Fatzke mit Mordlust in den Augen), fängt den Geldboten ab und bringt Rob Roy in eine prekäre Situation. Als die Truppen des Marquis sein Haus in Brand stecken und Cunningham Roys Frau Mary (Jessica Lange) vergewaltigt, beginnt ein bedingungsloser Guerillakrieg. So beeindruckend die Szenen mit den britischen Bösewichten Hurt und Roth sind, seine Energie bezieht der Film aus der Liebe zwischen dem Titelhelden und seiner Frau. Neeson und die grandiose Jessica Lange lassen auf der Leinwand Funken sprühen. Wie die diesjährige Oscargewinnerin ihre Rolle der geschundenen Ehrenfrau bis ins letzte Detail auslotet, läßt dem Zuschauer den Atem stocken. "Rob Roy" ist voll solch kostbarer Momente, die den Film weit über die gewohnte Mantel- und Degenkost ragen läßt. Wenn die kommenden Kostümspektakel über ebensoviel Klasse verfügen, dann werden die Kinogänger in diesem Jahr gerne öfters über die Klinge springen. ts.

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Info

Plakat des Films: Rob Roy

Kinostart: nicht bekannt

USA 1995

Länge: 2 h 19 min

Genre: Drama

Originaltitel: Rob Roy

Regie: Michael Caton-Jones

Drehbuch: Alan Sharp

Musik: Carter Burwell

Produktion: Peter Broughan, Michael Caton-Jones, Richard Jackson

Kostüme: Sandy Powell

Kamera: Karl Walter Lindenlaub, Joe Dunton

Schnitt: Peter Honess

Ausstattung: Alan Tomkins, John Ralph, Toad Tozer, Poppy Luard, Ann Mollo