Leidenschaftliche Liebesgeschichte im Umkreis der deutschen Romantiker-Bohème.

Kinostart: 18.03.1999

Sylvester Groth

Sylvester Groth
als Clemens Brentano

Janina Sachau
als Auguste Bu

Jeanette Hain

Jeanette Hain
als Bettine Brentano

Felix Manteuffel
als Simon Moritz Bethmann

Anian Zollner
als Achim von Arnim

Edgar Selge
als Friedrich Karl von Savigny

Max Urlacher
als Wilhelm Grimm

René Dumont
als Jakob Grimm

Jan-Gregor Kremp
als Karl Jordis

Stefan Witschi
als Georg Brentano

Klaus Händl
als Heinrich Mannel

Michael König
als Pfarrer Mannel

Marie Munz
als Lulu Brentano

Eva Maria Bayerwaltes
als Frau Mannel

Jörg Hube
als Oberster Richter

Richard Beek
als Eremit

Marie Bardischewski
als Wirtin

Anne Bennent

Johannes Silberschneider

Helen Delon
als Marie Bu

Marjolaine Schulz
als Friederike Mannel

Christian Buse

Handlung

Im Sommer 1807 lernt Clemens Brentano seine zweite, große Liebe kennen in Form der 16jährigen Auguste, die sich dem arrivierten Dichter stürmisch an den Hals wirft. Heimlich heiraten sie. Doch bald wird dem arbeitsamen Clemens die überschwengliche Frau zuviel. Als er sie loswerden will, macht sie ihm Szenen, von der Gesellschaft als Skandal diskutiert. Schließlich versucht sie sich umzubringen.

Im Sommer 1807 lernt Clemens Brentano seine zweite, große Liebe kennen: die 16jährige Auguste. Doch bald nach der heimlichen Heirat wird dem arbeitsamen Clemens die überschwengliche Frau zuviel. Leidenschaftliche Liebesgeschichte von Dagmar Knöpfel, in der die Frau als wahre Romantikerin porträtiert wird und nicht ihr Schriftstellermann.

Kritik

Nach "Brigitta" hat sich Dagmar Knöpfel wieder eines sehr weiblichen Themas angenommen, der exzessiven Beziehung zwischen dem Dichterfürsten Clemens Brentano und dem blutjungen Bankiers-Mündel Auguste Bußmann. Ein emotionaler Parforce-Ritt durch alle Höhen und Tiefen einer Leidenschaft. Janina Sachau erhielt den "Max Ophüls-Preis" für ihre außergewöhnliche Darstellung der lasziven Frau, die Liebe fordert und auf Ablehnung stößt.

Der Mißerfolg der Hölderlin-Saga "Feuerreiter" ist noch nicht vergessen, da präsentiert Dagmar Knöpfel nach einem Treatment von Hans Magnus Enzensberger einen Kostümfilm über die 1807 beginnende Beziehung zwischen dem Dichter Clemens Brentano und der erst 17jährigen Auguste Bußmann, die hartnäckig um die Zuneigung des 30jährigen kämpft. Belohnt wurde die Courage der Münchner Regisseurin bisher mit dem Hessischen Filmpreis und dem Nachwuchsproduzentenpreis der VGF. Die "liaison scandaleuse" zwischen dem gegensätzlichen Paar überdauert jedoch nicht den Alltag. Das unerfahrene Mädchen - von seiner Familie wegen Fehlverhaltens verstoßen - möchte das verwirklichen, was Romantiker in höchsten Tönen bedichten und besingen, aber sie verschließt die Augen vor der Wirklichkeit. Die frisch gebackene Ehefrau träumt davon, die Tage mit Brentano im Bett zu verbringen, bietet sich ihm dar, bedrängt ihn, bettelt um Aufmerksamkeit. Doch der Reiz des Neuen erschöpft sich bald für den Mann, der sich in die Arbeit zurückzieht. Bald ist sie nicht mehr inspirierende Muse, sondern nur noch Last. Nach mehreren Auseinandersetzungen und Versöhnungen kommt es zur definitiven Trennung und Scheidung. Im Jahre 1832 wählt Auguste, inzwischen wiederverheiratet und Mutter von vier Kindern den Freitod. Mit zwei Gewichtssteinen am Hals ertränkt sie sich im Main.

Fast zehn Jahre beschäftigte sich Dagmar Knöpfel mit dem Thema, für lumpige 1,5 Mio. Mark (FFF Bayern unterstützte das Projekt mit 460.000 Mark, die Hessische Filmförderung mit 200.000 Mark und das Filmbüro NW mit 140.000 Mark) gelang ihr ein respektabler Historienfilm, eine gefühlvolle Liebesgeschichte ohne Happy End. Ausstattung und Kostüme wirken opulenter als man es für das Budget erwarten kann, die Bild- und Lichtgestaltung vermittelt die damaligen Atmosphäre, der Schauwert-Faktor ist hoch. Dagmar Knöpfel gelingt das einfühlsame Porträt einer Frau, die mit ihren Sehnsüchten und ihrem Freiheitsdrang nicht in die streng bürgerliche Welt Anfang des 19. Jahrhunderts paßt und daran zugrunde geht. Nur einen Haken hat die Story: Es fehlt an einer wirklichen Sympathiefigur. Brentano ist ein emotional zurückhaltender Mann, der sich in schöne Worte flüchtet und auf dem Papier für freie Liebe plädiert, in seinem Haus aber das unterwürfige Heimchen vorzieht. Auguste dagegen kann bei aller Attraktivität eine Klette sein, die mit ihrer unbewußten, aber permanenten Penetranz und leichten Hysterie die Geduld eines jeden Menschen strapaziert. Sie prügeln und sie lieben sich, aber weder harter Ehekrieg noch erotischen Versöhnungen berühren wirklich. Was bleibt, ist das spannende Spiegelbild einer vergangenen Epoche. mk.

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Info

Plakat des Films: Requiem für eine romantische Frau
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 18.03.1999

Deutschland 1998

Länge: 1 h 40 min

Genre: Drama

Originaltitel: Requiem für eine romantische Frau

Regie: Dagmar Knöpfel

Drehbuch: Dagmar Knöpfel

Musik: Joschi Schumann

Produktion: Dagmar Knöpfel

Kostüme: Birgitta Lohrer-Horres

Kamera: Igor Luther

Schnitt: Edith Eisenstecken