Komödie der Brüder Weitz über einen Karrieremann in den besten Jahren, dessen Leben mit einem jüngeren neuen Boss aus dem Ruder läuft.

Kinostart: nicht bekannt

Dennis Quaid

Dennis Quaid
als Dan Foreman

Topher Grace

Topher Grace
als Carter Duryea

Scarlett Johansson

Scarlett Johansson
als Alex Foreman

Marg Helgenberger
als Ann Foreman

David Paymer
als Morty

Clark Gregg
als Steckle

Philip Baker Hall
als Eugene Kalb

Selma Blair
als Kimberly

Frankie Faison
als Corwin

Ty Burrell
als Enrique Colon

Kevin Chapman
als Lou

Zena Grey
als Jana Foreman

Amy Aquino
als Alicia

Malcolm McDowell
als Teddy K

Lauren Tom
als Geburtshelferin

Handlung

Ein Unglück kommt selten allein für Dan Foreman (Dennis Quaid): Erst setzen die neuen Verlagsbesitzer dem alteingesessenen Anzeigenaquisiteur beim Sports America Magazine den neuen, halb so alten und ziemlich nassforschen Juniorchef Carter Duryea (Topher Grace) vor die Nase, dann berichtet auch noch seine Frau dem ohnehin frisch verschuldeten Familienvater von der baldigen Ankunft eines dritten Kindes. Da tröstet es nur wenig, als sich der neue Chef gleich beim ersten Hausbesuch in Dans attraktive Erstgeborene Alex (Scarlett Johansson) verliebt.

Der seit "The Day after Tomorrow" wieder bestens beschäftigte Dennis Quaid wandelt auf den Spuren von Jimmy Stewart in einer gewohnt lakonischen Familienkomödie vom dafür zuständigen Spezialisten Paul Weitz ("About a Boy").

Dan ist um die 50 und der beste Mann in der Anzeigenverkaufsabteilung eines bekannten Sportmagazins. Da trifft es ihn ziemlich hart, als ihm ein junger, unerfahrener Boss vor die Nase gesetzt wird, der zudem kurz darauf auch noch eine Affäre mit Dans ältester Tochter beginnt. Außerdem eröffnet ihm seine Gattin, dass er in seinem "hohen Alter" noch einmal Vater wird.

Er ist gutaussehend, erfolgreich, charmant - und stinksauer. Plötzlich setzt man nämlich dem Strahlemann Dan, Anzeigechef eines Sportmagazins, den ehrgeizigen und skrupellosen Jungspund Carter als Boss vor die Nase. Dan schäumt, gelingen dem perfiden kleinen Speichellecker doch binnen kürzester Zeit dank neuartiger Marketingmaßnahmen ungeahnte Erfolge. Als der Jungdynamiker dann auch noch eine Affäre mit Dans heißgeliebter Tochter Alex beginnt, steht der einstige Erfolgsmensch kurz vor dem Herzstillstand.

Kritik

Ein entlarvender Blick hinter die Fassade der "corporate identity" mit feindlicher Übernahme, Mobbing und Verlust traditioneller Firmenkultur, Kannibalismus in der Chefetage. In Paul Weitz' Satire mit dem vieldeutigen Originaltitel "In Good company" werden die Kleinen von den Großen gefressen, die Alten von den Jungen ausgebootet. Aber manchmal gibt es noch Wunder, da entpuppt sich der knallharte Karrierist als eigentlich netter Junge und der entmachtete Oldie als gewitzter Strippenzieher.

Wer im Big Business ganz nach oben will, darf nicht dem Humanismus fröhnen, sondern muss gnadenlos seine Gegner aus dem Weg räumen. Einer dieser supersmarten Typen ist Carter Duryea. Er faselt von Synergien und redet von "freisetzen" wenn er "entlassen" meint, drückt den Gefeuerten noch kalt lächelnd ein Kleenex zum Tränentrocknen in die Hand. Wie im richtigen Leben gerät der Einzelne beim Kampf um Macht und Märkte unter die Räder. Da wird die Wochenzeitung "Sports America" von einem Großunternehmer à la Murdoch aufgekauft, der langgediente Dan Forman verliert seinen angesehenen Job und sein schickes Büro. Der gestandene Verkaufsexperte muss die Zähne zusammenbeißen und dem neuen Milchbubi zuarbeiten, schließlich wird der 51Jährige zum dritten Mal Papa, muss die Hypothek aufs Häuschen ab- und das Studium seiner Tochter bezahlen. Die Midlifecrisis ist da, zumal der nur halb so alte Carter blitzschnell neue Methoden des Cross-Promoting einführt und ungeahnte Erfolgszahlen präsentiert. Als der Youngster dann noch hinter seinem Rücken eine Affäre mit dem Töchterchen anfängt, liegen bei Dan die Nerven blank.

"Reine Nervensache" entpuppt sich trotz aller Kritik an Profitmaximierung und dem Prinzip des Hire and Fire als "Feel Good Movie", denn Saulus alias Carter mutiert zum Paulus, der die Werte des wahren Seins erkennt und der alte Fuchs hat am Ende wieder die Fäden in der Hand und den Chefsessel unterm Hintern. Menschlichkeit siegt über Materialismus. Das mag in Zeiten von Globalisierung und Shareholder-Value zwar realitätsfern und nur ein frommer Wunsch sein - es macht aber einfach Spaß, Topher Grace als seelisch verkümmerten Kotzbrocken zu sehen, der - nachdem ihm die Frau weggelaufen ist - nur noch mit seinem Zierfisch plaudert und sich mit einem Porsche belohnt, aber an Scarlett Johansson ganz romantisch sein Herz verliert. Und Dennis Quaid ist die Rolle des erfahrenen Haudegens, der die Kurve vom Loser zum Winner schafft, auf den Leib geschrieben. Für rührende Momente sorgt David Paymer, eine tragische Angestellten-Figur, die für all diejenigen steht, die trotz ihrer Leistung plötzlich zum alten Eisen zählen, weil sie billigeren und brutaleren Newcomern Platz machen müssen. Manchmal erinnert die Rücksichtslosigkeit der Handelnden an "In the Company of Men", dann wieder menschelt es stark, werden die Konkurrenten zu Buddies. Nach dieser versöhnenden und humorigen Botschaft aus dem Haifischbecken ist die Welt für einen kurzen Moment wieder in Ordnung. mk.

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Info

Plakat des Films: Reine Chefsache

Kinostart: nicht bekannt

USA 2004

Länge: 1 h 50 min

Genre: Drama

Originaltitel: In Good Company

Regie: Paul Weitz

Drehbuch: Paul Weitz

Musik: Stephen Trask

Produktion: Chris Weitz, Paul Weitz

Kostüme: Molly Maginnis

Kamera: Remi Adefarasin

Schnitt: Myron I. Kerstein

Ausstattung: Sue Chan, William Arnold

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