Brillante Adaption des Erfolgsromans von Emma Donoghue über eine Mutter und ihren Sohn, die miteinander jahrelang Gefangene in einem winzigen Raum sind.

Kinostart: 17.03.2016

Szenenbild aus Raum mit Brie LarsonBrie Larson

Brie Larson
als Ma

Jacob Tremblay
als Jack

Joan Allen

Joan Allen
als Nancy

Sean Bridgers
als Old Nick

Tom McCamus
als Leo

William H. Macy
als Opa Robert

Amanda Brugel
als Officer Parker

Cas Anwar
als Dr. Mittal

Wendy Crewson
als Talk Show Hostess

Matt Gordon
als Doug

Die Handlung von Raum

Jack feiert seinen fünften Geburtstag. Sein gesamtes Leben hat er gemeinsam mit Ma in einem vier mal vier Meter kleinen Raum ohne Fenster zugebracht - das ist die einzige Welt, die er kennt. Ma wurde sieben Jahre zuvor von einem Mann entführt und wird seither in dem Raum als Gefangene gehalten. Jetzt plant sie mit Hilfe von Jack den Ausbruch aus dem Kerker. Doch dazu muss sie ihrem Jungen erst einmal erklären, dass die Welt aus mehr besteht als dem kleinen Zimmer, in dem er sich bisher hat aufhalten müssen.

Kritik zu Raum

Brillante Adaption des Erfolgsromans von Emma Donoghue über eine Mutter und ihren Sohn, die jahrelang Gefangene in einem winzigen Raum sind.

"Raum" einen außergewöhnlichen Film zu nennen, wäre eine Untertreibung. Denn nicht nur ist die Prämisse außergewöhnlich und gewagt, von einer Mutter und ihrem Sohn zu erzählen, dessen fünfjähriges Dasein sich einzig und allein auf einen vier mal vier Meter großen Raum beschränkt, ohne Fenster, mit ein paar wenigen Möbeln und einer lichtdurchlässigen Dachluke. Es ist auch außergewöhnlich, eine solche Geschichte auf eine so einfühlsame und bewegende Weise zu transportieren, dass das Publikum sich angesichts der beklemmenden Ausgangssituation nicht sofort quer stellt. Der Publikumspreis beim diesjährigen Toronto International Film Festival, der in den Jahren zuvor an Mainstream-Hits wie "Slumdog Millionär", "The King's Speech" und "The Imitation Game" gegangen war, also nicht gerade das, was man als radikale Arthouse-Ware bezeichnen würde, mag belastbares Indiz dafür sein, dass dem irischen Filmemacher Lenny Abrahamson genau das gelungen ist.

Dabei schildert die Adaption des Erfolgromans von Emma Donoghue, die selbst auch das Drehbuch schrieb, einerseits ungeschminkt die offenkundig bei den Fällen Fritzl und Kampusch entlehnte Situation, dass eine junge Frau mit ihrer hoffnungslosen Existenz in Gefangenschaft fertig werden muss: Sieben Jahre zuvor war sie von einem nur "Old Nick" genannten Mann entführt und in ein schmuckloses Zimmer gesperrt worden, der sie mit Nahrung, Medikamenten usw. versorgt und der natürlich auch der Vater von Jack ist, um den er sich nicht kümmert. Abrahamson erzählt das komplett aus der Sicht des Jungen. Er hat ein gutes Gespür dafür, die Szenen zu Beginn ganz eng zu gestalten, dass sie einem das Atmen erschweren. Aber weil die Perspektive so ungewöhnlich ist und Jack von seiner Mutter umhegt und geliebt wird und er keine andere Welt kennt außer den Raum, ist sein Blick nicht von Verzweiflung, sondern von dem angeborenen Optimismus eines Fünfjährigen geprägt. Da es dem Film nicht darum geht, wie viel Klaustrophobie man seinem Publikum zumuten kann, ist die Gefangenschaft nur der in dieser nicht immer leicht konsumierbaren Form zwingende Startpunkt einer Geschichte, die den Raum verlässt und von Freiheit erzählt. Und was Freiheit bedeutet. Und wie schwer es ist, Freiheit für sich zu reklamieren, gerade wenn man sich frei bewegen kann. Denn - und damit sei nichts verraten, was nicht auch der Trailer zeigen würde - Ma und Jack gelingt die Flucht, in einer schier euphorischen Sequenz, die es, begleitet von dem atmosphärischen Song "The Mighty Rio Grande" der Post-Rock-Band This Will Destroy You, an Intensität und Spannung mit jedem Thriller in diesem Kinojahr aufnimmt. Es ist ja nicht nur der Moment der Befreiung, sondern auch der Augenblick, in dem Jack die Welt zum ersten Mal in seinem Leben sieht: Blätter, Bäume, Straßen, Autos, andere Menschen. Darum geht es dann auch in der zweiten, noch einmal besseren Hälfte von "Raum": Was ist eigentlich diese Welt, in der wir uns bewegen, wie finden wir uns in ihr zurecht? Während der Roman an dieser Stelle auf Jacks Gefühlswelt konzentriert bleibt, sieht man im Film, durch Jacks Augen, primär Ma: eine junge Frau, der sieben Jahre ihres Lebens genommen wurden, der aber auch in der Gefangenschaft das geschenkt wurde, was ihr nun am Allerwichtigsten ist. "Raum" ist kein Film der einfachen Antworten. Dass seine Fragen indes so großen Widerhall finden, liegt auch an den Schauspielern: Brie Larson empfiehlt sich als eine der besten jungen Schauspielerinnen Hollywoods, und der Junge Jacob Tremblay bricht einem das Herz in diesem kleinen Film, der das Größte bereithält, was Kino leisten kann: Er transportiert den Zuschauer in eine andere Welt - und wenn man aus ihr zurückkehrt, sieht man die eigene Existenz mit anderen Augen. ts.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 17.03.2016

Irland/Kanada 2015

Länge: 1 h 58 min

Genre: Drama

Originaltitel: Room

Regie: Lenny Abrahamson

Drehbuch: Emma Donoghue

Buchvorlage: Emma Donoghue

Musik: Stephen Rennicks

Produktion: Ed Guiney, Emma Donoghue, David Gross

Kostüme: Lea Carlson

Kamera: Danny Cohen

Schnitt: Nathan Nugent

Ausstattung: Ethan Tobman

Auszeichnungen

1 Oscar: 1 Golden Globe: