Schräge romantische Dramödie, in der Adam Sandler als verschrobener Einzelgänger auf abenteuerlichen Wegen seine große Liebe findet.

Kinostart: 17.04.2003

Adam Sandler

Adam Sandler
als Barry Egan

Emily Watson

Emily Watson
als Lena Leonard

Philip Seymour Hoffman

Philip Seymour Hoffman
als Dean Trumbell

Luis Guzmán
als Lance

Mary Lynn Rajskub
als Elizabeth

Ashley Clark
als Telefon-Sex- Schwester

Robert Smigel
als Walter der Zahnarzt

Lisa Spector
als Susan

Julie Hermelin
als Kathleen

Karen Hermelin
als Anna

Hazel Mailloux
als Rhonda

Nicole Boroda Gelbard
als Nicole

Mia Weinberg
als Gilda

David Stevens
als David

Jim Smooth Stevens
als Jim

Nathan Stevens
als Nate

Mike D. Stevens
als Mike D.

Rico Bueno
als Rico

Salvador Curiel
als Sal

Jorge Barahona
als Jorge

Ernesto Quintero
als Ernesto

Larry Ring
als Schwager Steve

Kerry Gelbard
als Schwager Richard

Handlung

Verkäufer Barry Egan (Adam Sandler) ist ein unauffälliger, schüchterner Bursche. Wenn da nicht diese gewalttätigen Aussetzer wären, mit denen der Außenseiter das permanente Mobbing durch Vorgesetzte und besonders seine sieben naseweisen Schwestern verarbeitet. Echter Ärger ist im Verzug, als Barry ob seines frustrierenden Liebeslebens das Heil im Telefonsex sucht und dabei an Erpresser gerät.

Schwarze Komödien um liebenswerte Tolpatsche ist man von Adam Sandler ja gewöhnt, doch wenn Paul Thomas Anderson ("Boogie Nights") dirigiert und ein Regiepreis in Cannes drin war, dürfte auch der Cineast auf seine Kosten kommen.

Barry Egan ist ein aufstrebender Geschäftsmann, der in einer einsamen Stunde Kontakt zu einer Telefonsex-Hotline aufnimmt und von seinen sieben Schwestern, die sein Verhältnis zu Frauen nachhaltig gestört haben, beinahe in den Wahnsinn getrieben wird. Als er auf die mysteriöse Emily trifft und sie nicht vergessen kann, folgt er ihr mit Hilfe seiner mit Pudding-Coupons gesammelten Flug-Bonusmeilen nach Hawaii.

Der schüchterne, zu gewalttätigen Wutausbrüchen neigende Barry betreibt im San Fernando Valley einen obskuren Tandhandel. Der Single wird aus seinem Alltagstrott gerissen, als ein zwielichtiger Betreiber eines Erotik-Call-Centers ihn zu erpressen versucht. Gleichzeitig lernt er die scheue Lena kennen, die ihm die Kraft gibt, aus seinem Leben als Versager auszubrechen. Doch weil weder Pudding-Bonusmeilen noch das Versprechen auf Liebe sich so leicht einlösen lassen , muss Barry erst einmal einige Probleme aus dem Weg schaffen.

Der schüchterne Tandhandelbetreiber Barry wird vom zwielichtigen Chef eines Erotik-Call-Centers erpresst. Da lernt er die scheue Lena kennen, die ihm die Kraft gibt, aus seinem Leben als Versager auszubrechen. In hinreißender Siebziger-Jahre-Ästhetik umgesetzter Liebesfilm von Paul T. Anderson ("Magnolia"), in der Topkomiker Adam Sandler mühelos den Sprung ins Charakterfach schafft.

Kritik

Was passiert, wenn der gegenwärtig größte Schenkelklopf-Komödienstar und Amerikas vielleicht ambitioniertester Kunstfilmemacher zusammenarbeiten? Eine romantische Komödie über einen einsamen Simpel auf der Suche nach der Liebe, wie sie vielleicht David Lynch ersinnen könnte, ist die Fläche, auf der sich die Extreme Adam Sandler ("Mr. Deeds") und P.T. Anderson ("Magnolia") begegnen und zu einem filmischen Höhenflug ansetzen, der sich mit nichts vergleichen lässt. Das eigentliche Wunder von "Punch-Drunk Love" (Regiepreis in Cannes) besteht darin, dass die Fangemeinden beider Künstler jeweils ihre uneingeschränkte Freude haben werden: Sowohl für Sandler als auch für Anderson markiert diese exzentrische, originelle und surreale Verrücktheit einen Karrierehöhepunkt, ohne dass einer von beiden Kompromisse hätte eingehen müssen.

Während sich Adam Sandler mit Filmen wie "Happy Gilmore", "Eine Hochzeit zum Verlieben", "Waterboy" und "Big Daddy" als ewiges Kind mit allamerikanischem Schalk im Nacken zum größten Komödienstar unserer Tage aufschwang und der Kritik langsam die Adjektive ausgingen, mit der sie ihr Missfallen an Sandlers burschikosen College-Comedies und seines schauspielerischen Non-Talents Ausdruck verleihen konnte, wuchs P.T. Andersons (wie übrigens auch Quentin Tarantinos) Begeisterung für den sympathischen Trottel vom Dienst zunehmend. Das Resultat ist "Punch-Drunk Love", eine knappe, geradlinige, überraschende Surrealkomödie über die Einsamkeit im San Fernando Valley, kleine Alltagswunder und das Hoffen auf Liebe und Erlösung, die Sandlers patentierte Leinwandpersona in Andersons wundersames Filmuniversum (inklusive verdienter Anderson-Darsteller wie Luis Guzman und Philip Seymour Hoffman) verpflanzt und dann tollste Kapriolen schlägt. Besonders anstrengen muss man sich nicht, um sich vorzustellen, wie der von Sandler gespielte Barry Egan mit den einsamen Seelen von Andersons "Magnolia" in deren Chor "Wise Up" einstimmt. Von Olivia Öls traurigem Lamento "He needs me" aus "Popeye" leitmotivisch geführt, lebt dieser Unhappy Gilmore in leuchtend blauem Anzug mit sieben Schwestern, einem tristen Job in einer gigantischen Lagerhalle und keiner Frau an seiner Seite, bis neben einem Harmonium auch die geheimnisvolle Lena Licht in seine Existenz bringt. Alles, was Anderson dem Publikum zeigt, ist einen Tick zu grell, zu viel, zu laut, zu intensiv: Wenn Barry auf der Straße ein Harmonium findet, geht das mit einem der wüstesten Autounfälle der Filmgeschichte einher. Wenn Lena bei ihm ist, reißt er die Tonspur mit Percussionsprengseln von Jon Brion bis zum Anschlag auf. Wenn er zu einem ersten Abschiedskuss zu Lenas Wohnung zurückeilt, dann nur mit dem Umweg über endlose Gänge und Flure. Ein Schreiduell zwischen ihm und Philip Seymour Hoffman artet zu einer regelrechten Hymne von Obszönitäten aus. Und natürlich reichte nicht eine nörgelnde Schwester, es mussten gleich sieben sein. Dabei liegen bei dem Film die Nervenenden lediglich genauso bloß wie bei Barry, der auf die endlosen Anforderungen in seinem Leben oft mit unverhohlenen Gewaltausbrüchen reagiert und schon mal eine Restauranttoilette zu Kleinholz verarbeitet, wenn ihm gerade das Herz übergeht. Diese Art der Aggression liegt allen Sandler-Figuren zugrunde, aber Anderson kitzelt da eine Menschlichkeit heraus, die einem die Sprache verschlägt, speziell wenn sich auf Barrys vom gegen die Wand schlagen wunden Knöchel ein zärtliches "Love" abzeichnet. All die vorangegangene Ungemach um einen Anruf bei einer Telefonsexnummer, die sich zu einer absurden Erpressung mit körperlicher Abreibung auswächst, rückt in den Hintergrund, als die feenhafte Lena den schüchternen Einzelgänger an die Hand nimmt und ihm die Liebe erklärt. Jetzt kommt es gelegen, dass Barry einen Fehler einer Werbeaktion für Bonusmeilen entdeckt hat. Einige Lagen Billigpudding sollen ihm den Flug nach Hawaii sichern, ins Paradies, zu Lena, zur Liebe. Dass es sich gar nicht zu Hinterfragen lohnt, warum sich eine hinreißende Frau wie Lena in einen Tölpel wie Barry verliebt, liegt auf der Hand: Hier geht es nicht um die Chronik einer Liebes, sondern eine Annäherung an die Liebe als Gefühl selbst, in der trotz der ökonomischen Laufdauer von etwas mehr als 90 Minuten allemal ausreichend Raum für wunderbare Sandler-Momente und Überraschungen am laufenden Band bleiben. ts.

Wertung Questions?

FilmRanking: 61139 -7401

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

Plakat des Films: Punch-Drunk Love
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 17.04.2003

USA 2002

Länge: 1 h 34 min

Genre: Drama

Originaltitel: Punch-Drunk Love

Regie: Paul Thomas Anderson

Drehbuch: Paul Thomas Anderson

Musik: Jon Brion

Produktion: Daniel Lupi, JoAnne Sellar, Paul Thomas Anderson

Kostüme: Mark Bridges

Kamera: Robert Elswit

Schnitt: Leslie Jones

Ausstattung: Sue Chan, William Arnold

Website: http://www.punchdrunklove-derfilm.de

Auszeichnungen

1 x Cannes:

Newsletter

Hol' dir jetzt den KINO&CO Newsletter!
Der schnelle Überblick über unsere Blockbuster und Top-Gewinnaktionen der Woche.