Packendes, filmisch vorzüglich gestaltetes Psychogramm des französischen Staatsfeinds Nummer eins.

Kinostart: 23.04.2009

Vincent Cassel

Vincent Cassel
als Jacques Mesrine

Cécile de France

Cécile de France
als Jeanne Schneider

Gérard Depardieu

Gérard Depardieu
als Guido

Roy Dupuis
als Jean-Paul Mercier

Gilles Lellouche
als Paul

Elena Anaya
als Sofia

Michel Duchaussoy
als Mesrines Vater

Myriam Boyer
als Mesrines Mutter

Florence Thomassin
als Sarah

Die Handlung von Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt

1959 erhält der junge Soldat Jacques Mesrine (Vincent Cassel) den Befehl, einen arabischen Häftling zu foltern. Seitdem fühlt er sich zur rücksichtslosen Machtausübung berufen und beginnt zurück in Frankreich eine beispiellose Verbrecherkarriere. Mit vorgehaltener Schrotflinte wird er zum ärgsten Konkurrenten für den örtlichen Paten Guido (Gérard Depardieu). Obwohl verheiratet, zieht er mit der skrupellosen Jeanne (Cécile De France) auf Bankraubtour.

Frankreichs Staatsfeind Nummer eins Mesrine wurde 1979 von Polizeikugeln zersiebt. Mit einem Psychogramm, das eher wie ein packender Thriller anmutet, gestaltet Jean-François Richet ("Assault on Precinct 13") sein Leben als grimmiges Biopic, dessen zweiter Teil in Kürze folgt.

Algerien, Ende der Fünfzigerjahre: In einem Militärgefängnis erhält Mesrine den Befehl, einen arabischen Häftling zu foltern. Zum ersten Mal in seinem Leben spürt er, was es heißt, Macht auszuüben. Das Gefühl gefällt ihm. Zurück in Frankreich beginnt er eine kriminelle Karriere. Mit der Schrotflinte in der Hand drängt er nach oben. Dort, wo Guido, der lokale Pate, sitzt und die Strippen zieht. Mesrine trifft die hübsche, wie er höchst skrupellose Jeanne, die Ehefrau ist vergessen, und gemeinsam gehen die beiden erfolgreich auf Bankraub-Tour, von Paris bis nach Montréal.

Algerien, Ende der 50er Jahre: In einem Militärgefängnis erhält Mesrine den Befehl, einen arabischen Häftling zu foltern. Zum ersten Mal in seinem Leben spürt er, was es heißt, Macht auszuüben. Das Gefühl gefällt ihm. Zurück in Frankreich beginnt er eine kriminelle Karriere. Mit der Schrotflinte in der Hand drängt er nach oben, wo Guido, der lokale Pate, sitzt und die Strippen zieht. Mesrine trifft die hübsche und wie er höchst skrupellose Jeanne, gemeinsam gehen die beiden erfolgreich auf Bankraubtour, von Paris bis nach Montréal.

Kritik zu Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt

Mal Thriller, mal Biopic, mal Drama. Jean-François Richet gelingt ein packendes, filmisch vorzüglich gestaltetes Psychogramm des französischen Staatsfeinds Nummer eins.

Am 2. November 1979 war es schließlich so weit: Ein Lastwagen versperrte dem BMW von Jacques Mesrine die Weiterfahrt. Die Plane der Ladefläche ging hoch und Scharfschützen töteten den ennemi public no. 1 mit 19 Schüssen. Polizei und Innenministerium Frankreichs werteten das Unternehmen als großen Erfolg, weite Teile der Bevölkerung sahen in der Aktion eine Hinrichtung. Der französische Scarface mutierte endgültig zur Legende.

Auf Jacques Mesrines Autobiographie "Der Todestrieb" - er schrieb sie während seines letzten Gefängnisaufenthalts kurz bevor ihm erneut die Flucht gelang - basiert Jean-François Richets ("Das Ende - Assault on Precinct 13") furioses Drama, das den Lebensweg des Schwerverbrechers vom französischen Soldaten in Algier zum omnipotenten Gangsterboss nachzeichnet. Zwischenstation auf der bleihaltigen Reise ist Kanada, wo sich Mesrine in Quebec radikalen Separatisten anschließt, ehe er wieder seinem gewohnten "Beruf" bzw. der ihm seiner Meinung nach von der Gesellschaft "aufgezwungenen" Berufung nachgeht. Knapp 30 Jahre nach seinem spektakulären Tod lebt nun in "Mesrine" dessen Infamie weiter. Streckenweise in Form eines Thrillers, dann wieder als Biopic, huldigt der Regisseur seinem Helden. Dabei wertet er nicht, sondern bildet ab, entwirft das Psychogramm eines gnadenlosen Mannes, der sich jeglichen Normen verweigert und dem die Herzen der Frauen zufliegen.

Vom Werden des Gangsters erzählt der erste ("Mesrine: L' instinct de mort") dieses auf zwei Teile ausgelegten Werks. Kurz bevor die tödliche Falle in den Straßen von Paris zuschnappt, springt Richet zurück in der Zeit: Algerien, Ende der 50er Jahre. In einem Militärgefängnis erhält Mesrine den Befehl, einen arabischen Häftling zu foltern. Zum ersten Mal in seinem Leben spürt er, was es heißt, Macht zu haben, diese auszuüben. Das Gefühl gefällt ihm. Zurück in Frankreich wird er sich daran erinnern. Er wird feststellen, dass er für geregelte Arbeit und niedrigen Lohn nicht viel übrig hat. Kurzentschlossen wirft er den vom verachteten Vater besorgten Job hin, verlässt das Elternhaus und beginnt die kriminelle Karriere. Mit der Schrotflinte in der Hand drängt er nach oben, ganz nach oben, dort, wo Guido, der lokale Pate sitzt und die Strippen zieht.

Gérard Depardieu gibt diesen Gangster, schmierig, fett, schwitzend, eiskalt und verschlagen - schauspielerisch so überzeugend wie lange nicht mehr. In Vincent Cassel ("Die purpurnen Flüsse") als Mesrine findet er einen mehr als nur ebenbürtigen Gegner. Ein schwarzer Schnurrbart ziert das hagere Gesicht, die Augen funkeln kalt, die Körpersprache gleicht der einer Katze auf dem Sprung. Die beiden belauern sich, misstrauen einander und tun sich doch zusammen... zu erfolgreich sind sie als Partner. Dann trifft der charismatische Mesrine die hübsche, wie er höchst skrupellose Jeanne Schneider (Cécile de France). Clyde hat seine Bonnie gefunden, die geliebte Ehefrau (Elena Anaya) ist vergessen und gemeinsam gehen die beiden erfolgreich auf Bankraub, in der Seine-Metropole zunächst, später aber auch in Montréal.

Nach dem Motto "Nicht kleckern, klotzen" und mit unglaublicher Energie und hohem Tempo spult Richet seine Geschichte nach Abdel Raouf Dafris funktionalem Drehbuch ab. An die französischen Krimi-Meisterwerke von José Giovanni, Robert Enrico und Henri Verneuil fühlt man sich erinnert, an deren klare Strukturen und die präzisen Charakterzeichnungen. Richet erzählt nicht nach, er dramatisiert, setzt Höhepunkte. Einen nach dem anderen. Nicht an faktischer Genauigkeit ist ihm gelegen, sondern daran, Mesrine in dessen Komplexität zu zeigen und dabei gleichzeitig spannend zu unterhalten. Was ihm dank des geradlinigen, funktionalen Stils und des präzisen, kommentierenden Musikeinsatzes auch gelingt und einen unwillkürlich an Scorseses Gangsterepen denken lässt. Mit dem Unterschied, dass man es hier mit kaltem noir en français zu tun hat, simplement excellent - und hoffentlich steht Teil zwei bald ins Haus. geh.

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Info

Plakat des Films: Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt

Kinostart: 23.04.2009

Frankreich 2008

Länge: 1 h 55 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Mesrine: L'instinct de mort

Regie: Jean-François Richet

Drehbuch: Jean-François Richet, Abdel Raouf Dafri

Musik: Marco Beltrami

Produktion: Thomas Langmann

Kamera: Eric Catelan

Schnitt: Hervé Schneid