Fantasy-Zeichentrickepos mit furiosen Kampfsequenzen und locker servierter Ökobotschaft.

Kinostart: 19.04.2001

Handlung

Der von einem Dämon tödlich infizierte Kämpfer Ashitaka verliebt sich in die bei Wölfen aufgewachsene Prinzessin Mononoke. Und gerät zwischen die Fronten des Kampfes der Bewohner einer industriellen Ansiedlung unter der Führung der selbstbewussten Eboshi mit den Naturkräften, verkörpert von drei riesigen Wölfen, dem Gott des Wildes und seinen Waldgeistern und einer Horde Affen.

Japan im frühen Mittelalter. Der junge Krieger Ashitaka tötet in Notwehr einen dämonischen Eber und wird darauf mit einem Fluch belegt. Auf der Suche nach Heilung durchstreift Ashitaka das Land und stößt schließlich nahe einer befestigten Hüttensiedlung, die sich tief in das einst idyllische Land um einen Heiligen Berg frisst, auf die von Wölfen großgezogene Kriegerin San, genannt Mononoke. Obwohl San einen Krieg für die Natur wider ihre Zerstörer führt, verliebt sie sich in Ashitaka.

Die phantastische Liebesgeschichte zwischen dem jungen Krieger Ashitaka und einer von Wölfen aufgezogenen Jungfrau. Magisches Zeichentrick-Meisterwerk für Erwachsene von Nippons Kassensprengmeister und Animé-Mozart Hayao Miyazaki.

Kritik

Mit einem Einspiel von 150 Mio. Dollar avancierte Hayao Miyazakis Zeichentrickepos über den Kampf der Naturgötter mit der zerstörerischen Kraft der Menschen um die Zukunft des Planeten zum erfolgreichsten Film überhaupt an den japanischen Kinokassen. Im Rahmen der Berlinale im Wettbewerb außer Konkurrenz erstmals in Europa vorgestellt, wußte das imposante Spektakel, das in seiner Heimat von 13 Mio. Menschen gesehen wurde, mit furiosen (und sehr gewalttätigen) Kampfsequenzen und locker servierter Ökobotschaft bestens zu gefallen.

"Prinzessin Mononoke" könnte den bisher nur bei einem kleinen Kreis Eingeschworener geliebten Animes endlich auch in Deutschland zum Durchbruch verhelfen. Denn Hayao Miyazakis mit einem 200köpfigen Mitarbeiterstab und einem Budget von etwa 30 Mio. Dollar opulent und technisch zumeist auf höchstem Niveau realisierte Schlachtenplatte setzt sich mit ihrer thematischen Komplexität, einer vielschichtigen Handlung und einer für westliche Animationsverhältnisse ungekannten Ernsthaftigkeit nicht nur von den klassischen Disney-Werken ab, sondern unterscheidet sich auch grundlegend von den bislang im Westen bekannten Mangas: mit den technoiden Zukunftsutopien "Akira" oder "Ghost in the Shell" hat die Geschichte des von einem Dämon tödlich infizierten Kämpfers Ashitaka auf der Suche nach Rettung und Erlösung bestenfalls die Lust am Erschaffen und Zerstören ganzer Welten gemein. Die explizite und fortwährende Gewalt- und Sexdarstellung anderer stilbildender Mangas (in Deutschland bislang fast ausschließlich über Video vermarktet) sucht man in diesem erwachsenen Fantasy-Abenteuer weitgehend vergebens. Sicher, bei dem im 14. Jahrhundert angesiedelten Ritt durch die japanische Mythologie wird eifrig mit Säbeln gerasselt, blutige Exzesse halten sich aber trotz aller Martialität und so manchen abgetrennten Gliedmaßen in Grenzen. Regisseur Miyazaki zieht es vor, im nicht immer leicht zu verfolgenden Getümmel deutliche Umweltbotschaften zu vermitteln, wenn er den Kampf einer kleinen industriellen Ansiedlung unter Führung der selbstbewußten Eboshi mit den Naturkräften, verkörpert u. a. von drei riesigen Wölfen, dem Gott des Wildes und seinen putzigen Waldgeistern und einer Horde ungebildeter Affen, in den Mittelpunkt rückt. Sehr ambivalent und für Zeichentrickfilme ausgesprochen subtil zeichnet Miyazaki diese Konflikte, ohne sich auf einfache Gut-und-Böse-Schemata herauszureden. Zwischen diese verhärteten Fronten gerät der Held Ashitaka, der sich in das Wolfsmädchen San verliebt und bis zum imposanten Showdown vergeblich zu vermitteln versucht. Angenehm fällt Miyazakis Vorliebe für starke Frauen auf, während Männer nicht selten zur Rolle der Clowns verdammt sind. Dazu kommt ein unkonventioneller Zeichenstil, der seinen Höhepunkt in der aquarellartigen Darstellung der Nacht-Gottheit findet. Ein beeindruckendes Gemälde aus Märchen, Sage und Legende also, das mit witzigen Figuren und, gleich in der ersten Szene, mit einem Dämon aufwartet, wie man ihn in der Filmgeschichte wohl noch nicht gesehen hat. Über einen Mangel an Interesse sollte sich Buena Vista bei diesem Vermarktungsexperiment also nicht beklagen dürfen. ts.

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Info

Plakat des Films: Prinzessin Mononoke
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 19.04.2001

Japan 1997

Länge: 2 h 13 min

Genre: Animation

Originaltitel: Mononoke Hime

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