Erste und letzte Folge mit dem im Juni 2009 verstorbenen Jörg Hube als neuem Hauptkommissar Friedl Papen, an seiner Seite Stefanie Stappenbeck als Kommissarin Uli Steiger.

Kinostart: nicht bekannt

Jörg Hube
als Kriminalhauptkommissar Friedrich Papen

Stefanie Stappenbeck

Stefanie Stappenbeck
als Kriminalhauptkommissarin Ulrike Steiger

Dirk Borchardt

Dirk Borchardt
als Rolf Darkow

August Schmölzer
als Helmut Wegener

Bjarne Mädel
als J

Lasse Myhr
als Tom Brauer

Heinz-Josef Braun
als Karras

Simon Licht
als Edgar May

Paul Faßnacht
als Oberst Steiger

Tanja Schleiff
als Nicole Seiffert

Anna Schudt
als Inge Darkow

Felix Hellmann
als Robert Wegener

Beatrix Doderer
als Betty Papen

Anja Klawun
als Svenja Wegener

Margarita Broich
als Irene Wegener

Sigi Zimmerschied
als Max Unterkofer

Peter Mitterrutzner
als schlapper Mann

Miriam Morgenstern
als Friseurin

Andreas Heinzel
als Kollege 1

Sandra Matl
als Reporterin

Tobias Maehler
als Kollege 2

Kritik

Das erste Opfer des Krieges, weiß man seit Rudyard Kipling, ist die Wahrheit. Aber auch die Lüge fordert ihre Opfer; und deshalb müssen in diesem großartigen Münchener "Polizeiruf" Menschen selbst dann noch sterben, wenn sie das Schlachtfeld längst wieder verlassen haben.

"Klick gemacht" ist aus mehreren Gründen ein ganz besonderer Film. Die wichtigste Personalie ist dabei Jörg Hube. Er sollte nach dem Ausstieg Edgar Selges gemeinsam mit Stefanie Stappenbeck das neue Münchener Ermittler-Team bilden, starb aber im Sommer an Krebs. Fast prophetisch klingt daher Papens Begrüßungsrede, er sei bloß als Zwischenlösung gedacht, wolle daraus aber einen Dauerzustand machen. Der Film zeigt neunzig Minuten lang, warum es schade ist, dass Papens Dienst doch bloß ein Intermezzo war.

Ein zweiter Grund für die Qualität ist der Inhalt, allerdings weniger wegen der traumatischen Afghanistan-Erlebnisse, die in diesem Jahr schon mehrfach Thema waren: "Klick gemacht" ist vor allem ein Film über die Bundeswehr, die viel zu selten im Blickpunkt engagierter TV-Movies steht; vielleicht, weil die meisten Autoren nie "gedient" haben. Und da Papen ein alter Linker ist, begegnet er der jungen Frau Hauptmann Steiger, die seine Ermittlungen als "Verbindungsglied" zur Bundeswehr unterstützt, mit viel Ironie. Papens Skepsis und Steigers Sturheit bilden eine wunderbare Basis für die gemeinsamen Dialoge.

Entscheidend aber ist die Geschichte (Buch: Christian Jeltsch): Oberleutnant Darkow ist entführt und im Wald auf einer Mine platziert worden. Sobald er seinen Fuß hebt, wird sie hochgehen. Hilflos muss er nun Stunde um Stunde verbringen. Darkow trägt die Schuld daran, dass in Afghanistan ein Konvoi auf eine Mine gefahren ist: Er hatte per Funk durchgegeben, die Route sei sicher. Bei der Explosion starben mehrere Menschen, aber die Sache wurde vertuscht. Einer der Angehörigen muss der Täter sein. Für Papen und Steiger sind die Ermittlungen ein Wettlauf mit dem Tod: Wie lange kann Darkow durchhalten?

Der Film ist ausgezeichnet besetzt (unter anderem August Schmölzer, Bjarne Ingmar Mädel, Paul Faßnacht, Anna Schudt), aber die Schlüsselrolle neben den Hauptdarstellern spielt Dirk Borchardt. Als entführter Offizier hat er naturgemäß nur wenig Dialog, macht seine Sache als polarisierende Figur, die gleichzeitig Täter wie Opfer ist, aber ganz ausgezeichnet (Regie: Stephan Wagner). Nicht minder faszinierend sind die beiden Ermittler. Während Papen, der bei Dienstantritt erst mal die Sachen von Vorgänger Tauber aus den Schubladen räumt, die Weisheit und Gelassenheit des erfahrenen Polizisten verkörpert, muss seine widerwillige Partnerin erkennen, dass Papens Skepsis gegenüber der Bundeswehr absolut berechtigt ist; erst recht, als klar wird, dass ihr eigener Vater das erste Opfer des Krieges auf dem Gewissen hat. tpg.

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Info

Plakat des Films: Polizeiruf 110: Klick gemacht

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2009

Genre: Thriller

Originaltitel: Polizeiruf 110: Klick gemacht

Regie: Stephan Wagner

Drehbuch: Christian Jeltsch

Musik: Ali N. Askin

Produktion: Ronald Mühlfellner, Hamid Baroua

Kostüme: Sylvia Risa

Kamera: Thomas Benesch

Schnitt: Ulla Möllinger

Ausstattung: Gabi Pohl