König und Bukow ermitteln in Mafiakreisen...

Kinostart: nicht bekannt

Anneke Kim Sarnau

Anneke Kim Sarnau
als Hauptkommissarin Katrin K

Charly Hübner

Charly Hübner
als Hauptkommissar Alexander Bukow

Uwe Preuss

Uwe Preuss
als Henning R

Andreas Guenther
als Anton P

Josef Heynert
als Volker Thiesler

Klaus Manchen
als Veit Bukow

Elisabeth Baulitz
als Jana Zander

Hansjürgen Hürrig
als Paul Weigert

Norbert Hülm
als Martin Angerer

Kirsten Block
als Heike Angerer

Bernhard Conrad
als Daniel Angerer

Christian Hockenbrink
als Erik Lorch

Torben Liebrecht
als Jens Torbeck

Gerdy Zint
als Mirko Lewandowski

Charles Morillon
als Pasquale Basilie

Ciro de Chiara
als Enzo Basilie

Kritik zu Polizeiruf 110: Im Schatten

Philipp Leinemann ist vor zwei Jahren mit dem Thriller "Wir waren Könige" nicht nur ein bemerkenswertes Erstlingswerk, sondern auch einer der besten deutschen Polizeifilme der letzten zwanzig Jahre gelungen. Nach dem Spitzelfilm "Die Informantin" kehrt er nun zu seinem Debütthema zurück.

In dem "Polizeiruf"-Krimi geht es zwar auch um eine Mördersuche, aber im Vordergrund steht das unsoziale Miteinander der Ermittler. Dabei hat Autor Florian Oeller ein Szenario entworfen, das für einen ähnlichen horizontalen Handlungsstrang taugen würde wie die ersten Filme mit Bukow und König (Charly Hübner, Anneke Kim Sarnau), denn das Duo legt sich mit der kalabrischen Mafia an. Der Film beginnt mit einem aufwändigem Einsatz von Polizei und Zoll: Ein Drogenkurier soll verhaftet und nach Möglichkeit "umgedreht" werden, doch der Mann nimmt ein kleines Mädchen als Geisel und wird von einer Zollfahnderin erschossen. Als tags drauf die Leiche des Einsatzleiters gefunden wird, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder war der Mörder ein Killer der Mafia; oder jemand aus den eigenen Reihen.

Die Suche nach dem Täter ist das Motiv der Handlung, aber Leinemann verzichtet auf die übliche Krimispannung. Der Auftakt ist packend inszeniert; Nervenkitzel gibt es jedoch erst wieder zum Finale. Das große Dazwischen ist klassische Polizeiarbeit, die ihren Reiz daraus bezieht, dass ab einem bestimmten Punkt fast so etwas wie Feindschaft zwischen den Ermittlern herrscht. Die alten Geschichten handelt Leinemann angenehm beiläufig ab: Bukow und Pöschel (Andreas Guenther) können sich ohnehin nicht leiden; Bukow und Thiesler (Josef Heynert) verbindet eine herzliche Abneigung, seit der Kollege eine Affäre mit Bukows Frau hatte; und als sich dann noch rausstellt, dass sich König für einen Posten in Berlin beworben hat, ist die Vertrauensbasis endgültig zerstört.

Mindestens genauso wichtig für die Geschichte und ähnlich unübersichtlich sind die internen Ermittlungen, zumal sich rausstellt, dass die ehrgeizige Kollegin vom Zoll, die eingangs den Drogenkurier erschossen hat, auch persönlich involviert ist: Jana Zander (Elisabeth Baulitz) ist die Pflegetochter des ermordeten Einsatzleiters. Der wiederum hatte offenbar dunkle Nebengeschäfte laufen, um die teuren Medikamente für seine krebskranke Frau (Kirsten Block) bezahlen zu können; das würde auch erklären, warum die Mafia stets so gut über bevorstehende Razzien informiert war.

Die personellen Konstellationen machen die große Faszination dieses "Polizeirufs" aus; und Leinemanns Arbeit mit den Schauspielern, die ihm offenkundig wichtiger war als die Erfüllung von Erwartungen. Auch kleine Nebenrollen sind ausgesprochen sorgfältig und mit interessanten neuen Gesichtern besetzt worden. Handwerklich ist "Im Schatten" ohnehin ein Leckerbissen; das gilt vor allem für die Bildgestaltung von Jan Fehse. Der düstere Spätherbst und die nächtlichen Nebelbilder sind die perfekte Illustration für die Atmosphäre dieses von gegenseitigem Misstrauen bis hin zu offener Feindseligkeit geprägten Films, in dem es mit Ausnahme einer Szene zu Beginn, als Bukow und König feuchtfröhlich den erfolgreichen Einsatz feiern und sich beinahe näherkommen, kaum freudvolle Momente gibt. Nicht nur in dieser Szene zeigen Hübner und Sarnau, wie gut sie als Duo funktionieren. Großartig gespielt ist zum Beispiel die eigenwillige Vernehmung eines Ganoven, der dabei jedoch komplett ignoriert wird, weil Bukow und König nur miteinander plaudern. Am Ende aber ist Bukow so richtig kaputt, was prompt die Neugier weckt, wie es weitergeht. tpg.

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Info

Plakat des Films: Polizeiruf 110: Im Schatten

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2015

Genre: Thriller

Originaltitel: Polizeiruf 110: Im Schatten

Regie: Philipp Leinemann

Drehbuch: Florian Oeller

Musik: Sebastian Fillenberg

Produktion: Iris Kiefer, Ilka Förster

Kostüme: Susanne Witt

Kamera: Jan Fehse

Schnitt: Simon Blasi

Ausstattung: Sonja Strömer