Cast

Die Handlung von Polite Society

Ria Khan (Priya Kansara) ist eine rotzfrecher Teenagerin, die schon lange davon träumt, eines Tages mal eine weltberühmte Stuntfrau zu werden. Keine Schauspielerin, sondern die Person, die sich mit vollem Körpereinsatz in die Action wirft, wenn es für alle anderen zu gefährlich wird. Doch außer ihr glaubt kaum jemand daran, dass Ria ihr Ziel erreichen kann. Niemand außer ihre große Schwester Lena (Rita Arya).

Als diese für ihren Verlobten all ihre Träume und die Beziehung zu ihrer Schwester aufs Spiel zu setzen scheint, ist Ria überzeugt davon, dass Lena dringend vor dem größten Fehler ihres Lebens beschützt werden muss. Also trommelt sie einige ihrer besten Freundinnen zusammen, um einen waghalsigen Überfall auf die Hochzeitsgesellschaft zu planen und durchzuführen. Mit dem Kopf durch die Wand!


Kritik zu Polite Society

Culture-Clash mal anders: Um unter anderem mit der eigenen Hochzeitskultur abzurechnen, die bis heute oft arg traditionell und elterngesteuert ausfällt, bringt uns Regie-Newcomerin Nida Manzoor mit ihrem Erstling die „Polite Society“ näher. Manzoor, die zuletzt unter anderem an den aktuellen „Doctor Who“-Folgen mitwirkte, wuchs selbst in einem streng muslimischen, traditionell geprägten pakistanischen Haushalt auf und konnte sich erst nach ihrem Auszug frei entfalten. Protagonistin Ria wird also quasi zu einer Metapher ihrer eigenen Kindheit: Eine aufgeweckte junge Frau, die den Fesseln ihres Elternhauses entfliehen will, um sich als Stuntfrau selbst zu verwirklichen – mit vollem Körpereinsatz und zur Not auch mit Gewalt!

Statt „Polite Society“ genretypisch als Romcom zu präsentieren, setzt Nida Manzoor lieber auf knackige Action, rabenschwarzen Humor und popkulturelle Zitate ohne Ende. Das allein muss man der Regisseurin schon lassen: Der Mut, mal etwas zu wagen und ein Erstprojekt für ein Major-Label wie Universal Pictures dermaßen edgy aufzuziehen, zahlt sich aus. Auch wenn „Polite Society“ insgesamt vielleicht nicht ganz so irre, schräg und überzogen ausfällt, wie es uns die Prämisse versprochen hat. Trotzdem: Als Actionkomödie mit politischem Seitenhieb macht „Polite Society“ einfach Spaß.

Die Action ist auch direkt das Stichwort: Neben unseren drei maximal charismatischen Teen-Leads um Priya Kansara punktet „Polite Society“ vor allem mit seinen Choreografien. Wenn sich Ria im Dojo prügelt oder mit ihrer älteren Schwester Lena boxt, scheppert's gewaltig. „Matrix“ lässt grüßen: „Polite Society“ zitiert den ewigen Sci-Fi-Klassiker der Wachowskis nicht nur in zahlreichen Sequenzen, sondern auch die Action der inzwischen vierteiligen Filmreihe stand Pate für die vielen, stark inszenierten Fights in der Culture-Clash-Comedy – inklusive Roundhouse- und Flying-Kranichkicks à la Trinity.

Lohnt sich, weil „Polite Society“ irgendwie an „Kick-Ass“ erinnert: Eine schräge Action-Comedy, die zwischen all den Fights und Filmzitaten auch eine Menge Herz versteckt hat. Irres Regiedebüt – Nida Manzoor solltet ihr dringend im Auge behalten!