Robert Rodriguez Beitrag zum "Grind House"-Double-Feature, in dem Zombies auf den erbitterten Widerstand einer kleinen Gruppe Versprengter stößt.

Kinostart: 15.12.2015

Rose McGowan

Rose McGowan
als Cherry

Freddy Rodriguez

Freddy Rodriguez
als Wray

Michael Biehn

Michael Biehn
als Sheriff Hague

Jeff Fahey
als JT

Josh Brolin
als Block

Marley Shelton
als Dr. Dakota Block

Naveen Andrews
als Abbey

Stacy Ferguson
als Tammy

Bruce Willis
als Lt. Muldoon

Rebel Rodriguez
als Tony Block

Tom Savini
als Deputy Tolo

Handlung

Das verheiratete Arzt-Pärchen William (Josh Brolin) und Dakota Block (Marley Shelton) erlebt bei ihrer Nachtschicht einen wahren Alptraum: Die Bürger ihrer Stadt fallen mit entstellten Brandwunden und verdächtig ausdruckslosem Blick bei ihnen ein. Unter den Verletzten befindet sich Go-Go-Tänzerin Cherry (Rose McGowan), deren Bein bei einem Überfall auf offener Straße abgerissen wurde. Ihr einstiger Lebensgefährte Wray (Freddy Rodriguez) hält ihr den Rücken frei, während die Seuche immer mehr Zombies gebiert.

Teil eins des lang ersehnten Double Features von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez, mit dem sie dem wilden Schmuddelkino ihrer Kindheit ein würdiges Denkmal setzen. Aufgelockert wird die stimmungsvolle Trash-Hommage mit Trailern zu fiktiven B-Schockern.

Nach dem Ausbruch eines tödlichen Virus leben die Einwohner einer kleinen Stadt in Angst und Schrecken. Die ersten infizierten Zombies, die so genannten Sickos, sind bereits eingefallen und auf der Suche nach frischem Menschenfleisch. Eine ehemalige Tänzerin, die um ihre Beinprothese eine Maschinenpistole schnallt, und ihr in Martial Arts bewanderter Exfreund nehmen den Kampf gegen die Zombies auf.

Nach dem Ausbruch eines tödlichen Virus leben die Einwohner einer kleinen Stadt in Angst und Schrecken. Die ersten infizierten Zombies, die so genannten Sickos, sind bereits eingefallen und auf der Suche nach frischem Menschenfleisch. Eine ehemalige Tänzerin nimmt mit ihrem in Martial Arts bewanderten Exfreund, von dem sie als Beinprothese eine Maschinenpistole bekommt, den Kampf gegen die Zombies auf. Sie führen ein versprengtes Grüppchen Überlebender in die Schlacht und zu den Ursprüngen des vermaledeiten Virus.

Kritik

Mit dem mit einem Maximum an Fanliebe zusammengestellten Doppelfilm huldigen die beiden Kultregisseure Quentin Tarantino und Robert Rodriguez dem Genre des Exploitationfilms.

Bizarre B-Movies waren ihre cineastische Muttermilch und entscheidender Ausgangspunkt ihrer nunmehr langjährigen Freundschaft. Nun taten sich die Regisseure der modernen Klassiker "Pulp Fiction" bzw. "Sin City" für ein Double-Feature im Stile billiger Genrefilme der Siebzigerjahre zusammen. Vorgeführt wurde das häufig exzessiv übersteigerte Genregebräu aus Sex, Gewalt, Action und Horror damals in zumeist heruntergekommenen Kinos, die als "Grindhouses" bezeichnet wurden - das Äquivalent zu den Schmuddel- und Bahnhofskinos in Deutschland. Angereichert mit fiktiven Trailern mit bezeichnenden Titeln wie "Machete" oder "Werewolf Women of the SS", optisch psychedelischen Übergangseinblendungen, bewusst zerkratztem Film, fehlenden Szenen und knisterndem Projektor-Sound schufen Tarantino und Rodriguez nun mit peniblem Auge (und Ohr) für Authentizität eine faszinierende Hommage.

Zuerst an den Start dieses knapp dreistündigen Thrillrides geht in der US-Fassung des Projekts "Desperado" Rodriguez mit seinem (unter anderem) an George Romeros Zombie-Trilogie angelehnten Splatterthriller "Planet Terror". Mit eiternden Pusteln übersäte Untote gehen in Texas auf Menschenfang. Ins Blutgericht gegen sie ziehen der örtliche Sheriff (Michael Biehn), der gerechte Gangster El Wray (Freddy Rodriguez), die verheulte Stripperin Cherry Darling (Rose McGowan) und die sexy Narkoseärztin Dakota (Marley Shelton). In ausgedehnten Cameo-Auftritten geben sich zudem Bruce Willis als grimmiger General einer Armee von "Toxic Avengers", "Lost"-Star Naveen Andrews als abgeschnittene Hoden sammelnder Wissenschaftler und Tarantino himself als unflätiger Vergewaltiger die Ehre. Inmitten dieser Sammlung von schrägen Typen ist es jedoch McGowans Cherry, die mit ihrer Maschinengewehr-Beinprothese den bleibendsten Eindruck hinterlässt. Nach ca. 85 Minuten findet die blut- und eiterspritzende Splatterorgie ihr emotionsgetränktes Ende, woraufhin der Schockfaktor sogleich mit drei augenzwinkernd hartgesottenen Trailern, darunter "Hostel"-Regisseur Eli Roths "Thanksgiving", erneut angekurbelt wird.

Für Tarantinos hochtouriges Rennfahrt/Rache-Segment "Death Proof" ("Fluchtpunkt San Francisco" diente als eine der Inspirationen) werden Ton und Tempo zunächst einen Gang zurückgeschaltet. Tarantinos Talent für Dialoge (und Soundtracks!) kommt gewohnt zum Einsatz, als eine Gruppe von drei Freundinnen (Sydney Poitier, Vanessa Ferlito, Jordan Ladd) auf dem Weg zu ihrer Lieblingskneipe quengelig über Männer und Drogen diskutiert. Sie palavern und bechern, was das Zeug hält, und als der vernarbte Stuntman Mike (ein knochentrockener Kurt Russell) auf den Plan tritt, erscheint er als sympathisch-umgänglicher Zeitgenosse. Doch der Schein trügt, wie die arglose Pam (erneut McGowan) mit fatalen Folgen feststellen muss, als sie in seinen aufgemotzten und (für ihn) todessicheren Chevy Nova einsteigt. Im Anschluss gibt es eine wahnwitzige Frontalkollision zu sehen, deren brutal-brachialer Blut- und Blechsalat voll auf den Magen geht. Sobald er selbst wieder verheilt ist, nimmt Killer Mike eine weitere Gruppe von Frauen ins Visier, die er zu Tode zu schikanieren trachtet. Doch mit dem aus Rosario Dawson, Tracie Thomas und Zoe Bell (Uma Thurmans Stuntdouble in den "Kill Bill"-Filmen als sie selbst) bestehenden Trio, hat er sich die Falschen ausgesucht, da sie nach der Fasson von "Die Satansweiber von Tittfield" den Spieß umdrehen. Ihr Todesrennen mit Mike in ihrem Dodge Challenger über enge Landstraßen darf als eine der aufregendsten Autoverfolgungsjagden der letzten Zeit gelten - vor allem in der Hinsicht, dass es sich hier um echte Stunts handelt und nicht mit CGI-Effekten gemogelt wurde.

Fraglich ist einzig, wer außer eingeschworenen Filmfans Details wie diese wirklich zu schätzen weiß. In Deutschland kommen die beiden Filme nach ihrer Premiere in Cannes in längeren Versionen nacheinander in die Kinos. ara.

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Info

Kinostart: 15.12.2015

USA 2007

Länge: 1 h 45 min

Genre: Horror

Originaltitel: Grindhouse: Planet Terror

Regie: Robert Rodriguez

Drehbuch: Robert Rodriguez

Musik: Robert Rodriguez

Produktion: Robert Rodriguez, Elisabeth Avellán

Kostüme: Nina Proctor

Kamera: Robert Rodriguez

Schnitt: Sally Menke, Robert Rodriguez

Ausstattung: Steve Joyner, Caylah Eddleblute

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