In seinem unterkühlten Verschwörungsthriller erzählt Erik Skjoldbjærg von mysteriösen Tauchunfällen zu Beginn des norwegischen Ölbooms.

Kinostart: 30.10.2014

Die Handlung von Pioneer

Taucher Petter arbeitet in den frühen Achtzigerjahren für die norwegische Regierung. Er und sein Bruder Knut sind Mitglieder eines Teams, das ein neues Gasgemisch erprobt, um bis in eine Tiefe von 500 Metern tauchen zu können, wo eine Pipeline verlegt werden soll. Als Knut bei einem der Unterwassertests unter mysteriösen Umständen stirbt, beginnt Petter Nachforschungen anzustellen. Dabei stößt er auf zahlreiche Ungereimtheiten und findet heraus, dass sowohl die heimischen Behörden als auch eine am Unternehmen beteiligte US-Firma mit falschen Karten spielt.

Kritik zu Pioneer

Erik Skjoldbjærg, Spezialist für schleichende Thriller, begibt sich in die Tiefen der Nordsee, wo zu Beginn er Achtzigerjahre die Ölförderung kommerzialisiert wird.

Erik Skjoldbjærg, der 1997 mit "Todesschlaf" den Weg für die Renaissance des skandinavischen Krimikinos bereitete, begibt sich mit seinem Thriller zurück ins Norwegen der Achtzigerjahre. Das Nordseeöl wird das Land bald reich machen, noch sucht man nach Möglichkeiten in zig hundert Meter Tiefe eine Pipeline zu verlegen. Mutige Taucher sind gefragt, Männer wie Petter und sein Bruder Knut.

Als letztgenannter "Pioneer" unter mysteriösen Umständen stirbt, vermutet Petter, kantig gespielt von Aksel Hennie ("Headhunters"), ein neues, unerprobtes Gasgemisch als Todesursache. Er beginnt zu recherchieren und stößt auf eine Mauer des Schweigens. Die Regierung, Fachleute und auch eine am Unternehmen beteiligte US-Firma verfolgen ausschließlich wirtschaftliche Interessen; ein Menschenleben zählt da wenig. Petter, von schweren Bewusstseinsstörungen und Halluzinationen geplagt, wird Ziel eines Mordanschlags, potentielle Zeugen verschwinden oder sterben.

Obwohl die Ereignisse des auf Tatsachen beruhenden Films über 30 Jahre zurück liegen - erst 2013 bekamen die Angehörigen der ums Leben gekommenen Taucher ob ihrer Klage wegen mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen vor dem europäischen Gerichtshof Recht - , ist die Story um rücksichtsloses Gewinnstreben aktueller denn je. Ein realistisches (Polit-)Drama erzählt Skjoldbjærg, der die Action bis hin zum unterkühlten Finale nur punktuell einsetzt und primär auf schleichenden Suspense baut. Das Meer ist feindlich, düster, grau-blau und schwarz sind die monochromen Bilder von Jallo Faber, die der nervöse Score der Kult-Elektroniker Air perfekt kommentiert.

Überaus packend ist gleich die Eröffnungssequenz - Männer versuchen in einer Dekompressionskammer wach und fokussiert zu bleiben, beobachtet von Technikern und Wissenschaftlern, die heftig diskutierend und streitend über das Schicksal der Eingeschlossenen entscheiden. Zeuge einer komplexen Verschwörung wird man hier, im gut zusammengesetzten weitgehend norwegischen Cast gefallen Wes Bentley und Jonathan LaPaglia in ihren dubiosen Rollen. Man darf gespannt auf das US-Remake des Stoffes sein, an dessen Rechte George Clooney interessiert ist. geh.

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Info

Plakat des Films: Pioneer
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 30.10.2014

Norwegen/Deutschland/Schweden 2013

Länge: 1 h 47 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Pioneer

Regie: Erik Skjoldbjaerg

Drehbuch: Hans Gunnarsson, Nikolaj Frobenius, Erik Skjoldbjaerg

Produktion: Christian Fredrik Martin

Kostüme: Anne Pedersen

Kamera: Jallo Faber

Schnitt: Frida Eggum Michaelsen, Jonas Aaro

Ausstattung: Karl Júlíusson

Website: http://www.farbfilm-verleih.de/filme/pioneer.html