Zeichentrickverfilmung der Autobiographie einer jungen Iranerin, die als Rebellin unter den Mullahs aufwächst.

Kinostart: 22.11.2007

Handlung

Punkmusik, ABBA, Iron Maiden und natürlich Jungs - das sind die großen Leidenschaften des Mädchens Marjane, das im Iran lebt. Daran kann auch die Machtergreifung durch die fundamentalistischen Mullahs, die den Schah aus dem Land gejagt haben, nichts ändern. Marjane begehrt auf gegen die Verschleierungspflicht für Frauen, gegen die Bespitzelung der Bevölkerung und die Repressalien gegen ihre Familie. So groß ist Marjanes Lebenshunger, dass die Eltern sie sicherheitshalber außer Landes schicken, bevor Schlimmeres geschieht...

Unkonventionelle Zeichentrickverfilmung nach den spannenden autobiographischen Kultcomics der Iranerin Marjane Satrapi, die sich als Rebellin von den eifernden Mullahs nichts verbieten ließ. Die innere und äußere Reise eines Mädchens ist subtil, humorvoll und Angesichts der Lage im Iran aktueller denn je.

Die neunjährige Iranerin Marjane muss miterleben, wie die Fundamentalisten während der Islamischen Revolution die Kontrolle über ihr Land übernehmen. Unterdrückung und Gewalt sind an der Tagesordnung. Aus Sorge um das Wohlbefinden der rebellischen Tochter schicken ihre Eltern Marjane im Alter von 14 Jahren auf eine Schule in Österreich, wo sie wie eine Aussätzige behandelt wird. Trotz der Gefahren kehrt Marjane in den Iran zurück, heiratet dort und gründet eine Familie. Erst mit 24 erkennt sie, dass sie nicht in dem Land leben kann, das sie liebt, und flieht nach Frankreich.

Die neunjährige Iranerin Marjane muss miterleben, wie die Fundamentalisten während der Islamischen Revolution die Kontrolle über ihr Land übernehmen. Aus Sorge um das Wohlbefinden der rebellischen Tochter schicken ihre Eltern Marjane im Alter von 14 Jahren auf eine Schule in Österreich, wo sie wie eine Aussätzige behandelt wird. Trotz der Gefahren kehrt Marjane in den Iran zurück, heiratet dort und gründet eine Familie. Erst mit 24 erkennt sie, dass sie nicht in dem Land leben kann, das sie liebt, und flieht nach Frankreich.

Kritik

Poetisch-realistischer Rückblick der Künstlerin Marjane Satrapi auf ihre Kindheit und Jugend im Iran als ambitionierten Schwarz-Weiß-Comic, ausgezeichnet mit dem Preis der Jury in Cannes.

Vergessen wir Fernsehberichte über eifernde Mullahs, die Atombomben bauen wollen und dem Rest der Welt auf der Nase herumtanzen. Viel mehr über den Iran erfährt man in diesem außergewöhnlichen Animationsfilm, der die die turbulenten Jahre der islamischen Revolution und den Krieg mit dem Irak nachzeichnet, eine menschenverachtende Politik, die im Namen Gottes bis heute jegliche bürgerliche Freiheit niederwalzt. Marjane Satrapi, erfolgreich mit ihren "Persepolis"-Comic-Romanen auf dem Buchmarkt, schlüsselt ihre Vergangenheit nun auf der Leinwand auf und lehnt sich im ambitionierten schwarz-weißen Zeichenstil von Vincent Paronnaud eng an die erfolgreichen Kult-Comic-Romane an.

Als Achtjährige erlebt die kleine Marjane wie ihre Familie, die gegen den Schah und für die Revolution kämpfte, von den neuen Machthabern unterdrückt wird. Der Onkel überlebte als Schah-Gegner das Gefängnis und wird vom neuen Regime exekutiert, wie so viele, die sich nicht der Diktatur unterwerfen. Die Frauen müssen Kopftuch tragen, Revolutionswächter bespitzeln die Bevölkerung, willkürliche Verhaftungen sind an der Tagesordnung, eine absurde Bigotterie regiert. Marjane leistet Widerstand auf ihre Weise, trägt ein T-Shirt mit dem Spruch "Punk is not dead" und lauscht verzückt "Abba". Die Eltern schicken die pubertierende Revoluzzerin nach Wien, wo sie bald in einem katholischen Internat landet, in verschiedene Subkulturen eintaucht und den ersten Liebeskummer durchmacht. Enttäuscht kehrt sie heim - nach Depression und Flucht in die Ehe findet sie später in Paris eine neue Heimat.

Die innere und äußere Reise des Mädchens und der jungen Frau ist ein von Subtilität und Humor geprägter Blick auf ein einst kulturell reiches Land und Menschen, die versuchen, in privaten Nischen ein heimliches Glück zu erhaschen, ein Hohelied auf die Familie als Hort der Geborgenheit in schlimmsten Zeiten. Der Animationsfilm, geschnitten wie ein Realfilm, erzählt nicht nur von entscheidenden Momenten, sondern auch von kleinen Details aus dem Alltag, von Terror, Exil, subversivem Widerstand und Lebensmut - ein spannender Bilderbogen, manchmal mit heiteren Traumsequenzen durchsetzt, wenn Marjane einen heftigen Wortwechsel mit Gott und Marx wagt. Der Film urteilt nicht, überlässt es dem Zuschauer, Konsequenzen zu ziehen und die persönliche Geschichte in den politischen Kontext zu setzen, verbindet kongenial Traurigkeit und Leichtigkeit, Lebensfreude und Emotion. Aus Angst vor den Mullahs nahm das Bangkok-Filmfestival den Film aus dem Programm. Für das Filmfest Hamburg zählt "Persepolis" unbestritten zu den Höhepunkten. mk.

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Info

Plakat des Films: Persepolis
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 22.11.2007

Frankreich/USA 2007

Länge: 1 h 38 min

Genre: Drama

Originaltitel: Persepolis

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