Didi Danquart schickt Alexandra Maria Lara auf einen kulturellen Crashkurs zwischen Ost und West.

Kinostart: 02.11.2006

Alexandra Maria Lara

Alexandra Maria Lara
als Brindusa

Felix Klare

Felix Klare
als Stefan

Razvan Vasilescu
als Iorga

Katharina Thalbach
als Frau Fischer

Manfred Zapatka
als Herr Fischer

Valentin Platareanu
als Herr Herghelegiu

Ioana Abur
als Christina

Anna Stieblich
als Iris

Bruno Cathomas
als Peter Gross

Handlung

Ingenieur Stefan (Felix Klare) kommt von Deutschland nach Bukarest, um im Druckereibetrieb von Iorga (Razvan Vasilescu) die neue Offsetmaschine zu installieren. Dabei macht er die Bekanntschaft der schönen Übersetzerin Brindusa (Alexandra Maria Lara), in die jedoch auch Iorga verliebt ist. Als Stefan und Brindusa nicht mehr von einander lassen können und den gemeinsamen Umzug nach Deutschland planen, zieht Iorga alle Register, um die Hochzeit zu vereiteln.

Geräuschvoller Zusammenprall von Kulturen, Systemen und Gefühlen im neuen Werk und originellen Liebesfilm von Regisseur Didi Danquart ("Pannwitzblick", "Viehjud Levi").

Ingenieur Stephan soll für den rumänischen Druckerbesitzer Iorga eine neue Offsetmaschine installieren. Zwischen ihm und der Dolmetscherin Brindusa, die zugleich Iorgas Sekretärin ist, funkt es. Die beiden wollen nach Deutschland und dort heiraten. Iorga will dies mit aller Macht verhindern. Es entspinnt sich ein Dreieck um Liebe, Macht und den Gegensatz zwischen Ost und West.

Der junge deutsche Ingenieur Stefan kommt nach Bukarest, wo er in einer Druckerei eine neue Maschine installieren soll. Dabei verliebt er sich in die hübsche Dolmetscherin Brindusa. Diese wiederum erwidert zwar Stefans Avancen, kann sich diesem aber nicht mit Haut und Haaren hingeben. Der Grund: Ihr Chef, der dominante, gewaltbereite Druckereibesitzer Iorga, denkt gar nicht daran, seine einstige Geliebte kampflos ziehen zu lassen. Auch dann nicht, als Stefans Eltern anreisen, um der kurz bevorstehenden Hochzeit beizuwohnen.

Kritik

In seinem ersten Kinofilm seit "Viehjud Levi" verstört Didi Danquart mit einem düsteren Rumänien-Porträt und einer unerfüllten Liebesgeschichte.

Als Wessie hat man ja ein ganz bestimmtes Bild von Rumänien: Viel Tristesse, alles grau in grau, eine kaputte Infrastruktur, jede Menge Armut und Korruption und im Prinzip nichts Schönes, was einen dortigen Aufenthalt erstrebenswert machen würde. Genau diese Vorurteile bestätigt jetzt Didi Danquart in "Offset", der im Bukarest des Jahres 2005 angesiedelt ist und eigentlich eine Dreiecksgeschichte erzählt. Schauplatz ist, wie der Titel erahnen lässt, eine Druckerei. Dort verliebt sich der junge deutsche Ingenieur Stefan (Felix Klare), der eine neue Maschine installieren soll, in die hübsche Dolmetscherin Brindusa (Alexandra Maria Lara). Die wiederum erwidert zwar Stefans Avancen, kann sich diesem aber nicht mit Haut und Haaren hingeben. Der Grund: Ihr Chef, der dominante, gewaltbereite Druckereibesitzer Iorga (Razvan Vasilescu), denkt gar nicht daran, seine einstige Geliebte - oder ist sie es möglicherweise immer noch? - kampflos ziehen zu lassen.

Didi Danquart, der vor acht Jahren mit der Strittmatter-Adaption "Viehjud Levi" ein flammendes Plädoyer gegen Ausländerhass inszenierte, kann sich nicht so recht entscheiden, was er dem Zuschauer mit "Offset" vermitteln will. Möchte er auf soziale Missstände in Rumänien aufmerksam machen? Das gelingt ihm zumindest in einigen Passagen recht gut, und zwar in jenen Szenen, wenn Stefans "typisch deutsche" Eltern - hervorragend verkörpert von Katharina Thalbach und Manfred Zapatka - zur bevorstehenden Hochzeit anreisen und in Bukarest den Culture Clash erleben. Oder liegt Danquart seine verrückte Love Story am Herzen? Doch mit wem soll sich das Publikum identifizieren? Wohl kaum mit Stefan, der sich alsbald als Weichei entpuppt. Auch nicht mit Brindusa, die sich aus unerklärlichen Gründen nicht von ihrem alten Liebhaber losmachen kann. Und erst recht nicht mit Iorga, jenem hässlichen, ungehobelten Geschäftsmann, der beruflich über Leichen geht und seine Ehefrau wie ein Stück Vieh behandelt. Erst wenn Danquart diese verkorkste Dreierbeziehung verlässt, wird "Offset" wieder interessant. Zum Beispiel, wenn die gebürtige Rumänin Alexandra Maria Lara mit ihrem Filmvater Valentin Platareanu, auch ihr leiblicher Vater und Schauspiellehrer, zusammentrifft. Diese Momente gehören zu den innigsten des Films. Zugleich kann Lara ihr Sprachtalent voll ausschöpfen, denn auf dieser Ebene legt Danquart viel Wert auf Authentizität, lässt seine Figuren in einem Kauderwelsch aus Deutsch, Rumänisch, Englisch, Französisch und Zeichensprache miteinander kommunizieren. Da wird einem dann wieder schmerzlich bewusst, wie steinig der Weg zu einem geeinten Europa noch sein wird. lasso.

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Info

Plakat des Films: Offset
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 02.11.2006

Deutschland 2005

Länge: 1 h 49 min

Genre: Drama

Originaltitel: Offset

Regie: Didi Danquart

Drehbuch: Cristi Puiu, Rázvan Rádulescu, Didi Danquart

Musik: Klaus Buhlert

Produktion: Boris Michalski

Kostüme: Bettina Marx

Kamera: Johann Feindt

Schnitt: Nico Hain

Ausstattung: Urs Beuter

Website: http://www.offset-derfilm.de