Vielfach ausgezeichnete Adaption eines baskischen Romans über skurrile Ereignisse und Bewohner eines Bergdorfes.

Kinostart: 21.06.2007

Peter Lohmeyer

Peter Lohmeyer
als Ingenieur

Pilar López de Ayala
als Maestra

Juan Diego Botto
als Miguel

Barbara Lennie
als Lourdes

Mercedes Sampietro
als Miguels Mutter

Eduard Fernández
als Lucas

Héctor Colomé
als Ismael

Pepa López
als Merche

Iñake Irastorza
als Bego

Christian Tardio
als Manuel

Paco Sagarzazu
als Tom

Ramón Barea
als Cartero

Txema Blasco
als Tom

Juan Sanz
als Junge mit T

Lluís Homar
als Esteban

Handlung

Obaba nennt sich das baskische Bergdorf, in das die abgeklärte Studentin Lourdes (Barbara Lennie) aufbricht, um ein Video über die Einwohner fertigzustellen. Aber schon auf der einsamen Waldstraße zu dem Nest stößt sie auf Gasthausbesitzer Ismail (Hector Colome), der Kryptisches murmelt. Im Ort selbst wimmelt es vor Eidechsen, schwer Geschädigten wie dem alten Tomas (Txema Blasco) und anderen Merkwürdigkeiten. Lourdes verliebt sich in Miguel (Juan Diego Botto), dessen Mutter am Grab eines Deutschen (Peter Lohmeyer) trauert.

Die Geheimnisse eines Dorfes entblättern sich mit rundweg hypnotischer Wirkung in der mit spanischen Filmpreisen überhäuften Bestselleradaption von Montxo Armendáriz ("Secretos del corazón"). Das skurrile und parodistische Fabulieren berauscht die Sinne.

Filmstudentin Lourdes fährt ins nordspanische Bergdorf Obaba, um eine Doku über die Einwohner zu drehen. Dort erfährt sie nicht nur skurrile Geschichten, etwa über eine Eidechse, die das Gehirn eines Mannes gefressen hat, oder von einem Mann, der die Stimme seiner toten Schwester hört. Sondern sie verliebt sich auch.

Kritik

Der spanische Oscar-Kandidat und Goya-Gewinner basiert auf dem Buch des baskischen Autors Bernardo Atxaga und fabuliert über die Geschichte(n) der Bewohner eines Bergdorfs.

"Bis vor kurzem war ich noch normal", beginnt die Ich-Erzählerin und Protagonistin Lourdes (Barbara Lennie). Nämlich als sie, die abgeklärte Filmstudentin aus der Großstadt, mit einer Videokamera zum nordspanischen Bergdorf Obaba fährt, um eine Doku über die Einwohner zu drehen. Seltsames geschieht bereits auf der nächtlichen Landstraße, wo ihr Ismael (Hector Colome) begegnet, der Besitzer des Hotels. Er sammelt Eidechsen und ist wie der Rest des Dorfes von Zahlen besessen. Dem alten Tomas hat er angeblich eins der Tiere ins Ohr gesteckt, wo es sein Gehirn verschlang. Eine von mehreren Geschichten, die Lourdes erfährt, während sie sich in den jungen Vater Miguel (Juan Diego Botto) verliebt, dessen Mutter das Grab eines deutschen Ingenieurs (Peter Lohmeyer) pflegt. Der Sohn des Deutschen unterhielt eine Brieffreundschaft nach Hamburg. Weitere Geschichten handeln von einer einsamen Lehrerin und einem labilen Mann, der die Stimmen seiner ertrunkenen Schwester hört. Lourdes verirrt sich in diesem eigentümlichen Puzzle aus Erzählungen und vermag darin Einbildung und Wahrheit kaum mehr zu trennen.

Was auf dem Papier nach einem spannenden Mystery-Thriller klingt, gerinnt unter der Regie von Montxo Armendáriz ("Geheimnisse des Herzens") zu einer betulichen Suche nach Erinnerungen, baskischer Identität und Nationalität, behandelt Einsamkeit, Neid, Wahnideen und Xenophobie. Wirklich skurril oder geheimnisvoll wird es nie, Manien und Obsessionen drängen sich nicht auf oder werden weiter vertieft, weshalb sich auch engere Vergleiche zu Lynch, Bunuel und Zeitgenossen wie Medem erübrigen. Die einfühlsame und melancholische Folklore lässt sich in keine (Genre-)Schublade stecken, sondern bietet unaufgeregtes Arthouse-Kino in gedeckt-dunklen Farben, verzichtet konsequent auf jedes Spektakel. Die parodistischen, verfremdeten Reiseberichte und Legenden aus Bernardo Atxagas Literaturereignis "Obabakoak oder Das Gänsespiel" kommen allerdings nur bedingt zur Geltung. Seine 25 Erzählungen werden auf per Kapitel angekündigte wenige Geschichten reduziert, deren Gesamtheit Leerstellen offen lässt, in denen man sich gern verliert. tk.

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Info

Plakat des Films: Obaba

Kinostart: 21.06.2007

Deutschland/Spanien 2005

Länge: 1 h 47 min

Genre: Drama

Originaltitel: Obaba

Regie: Montxo Armendáriz

Drehbuch: Montxo Armendáriz

Musik: Xavier Capellas

Produktion: Michael Eckelt, Puy Oria, Karl Baumgartner, Puy Oria, Montxo Armendáriz

Kostüme: Carmela Garcia

Kamera: Javier Aguirresarobe

Schnitt: Rori Sáinz de Rozas

Ausstattung: Julio Esteban

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