Komödie um einen Mann, der das Kayakfahren für sich entdeckt.

Kinostart: 19.05.2016

Bruno Podalydès
als Michel

Sandrine Kiberlain

Sandrine Kiberlain
als Rachelle

Agnès Jaoui

Agnès Jaoui
als Laëtitia

Vimala Pons
als Mila

Denis Podalydès
als Rémi

Michel Vuillermoz
als Christophe

Jean-Noël Brouté
als Damien

Handlung

Grafikdesigner Michel möchte seinen Nine-To-Five-Job eine Zeitlang an den Nagel hängen und frei sein wie ein Vogel. Nach seiner Leidenschaft für Flugzeuge und wagemutige Piloten entdeckt er seine Liebe zum Kajak und bastelt sich ein Boot auf der Dachterrasse. Als seine Frau sein Geheimnis entdeckt, bringt sie ihn dazu, die Trockenübungen aufzugeben und sich auf eine Flussreise zu begeben. Statt im Meer landet er nach einer Irrfahrt in einem fast märchenhaften Landgasthof bei einer sinnlichen Wirtin.

Kritik

Charmant-leichtfüßige französische Komödie über einen Mann, der sich aus dem Alltag ausklinkt und sich in eine neue Freiheit paddelt.

Es gibt Filme, die bestehen aus vielen kleinen Glücksmomenten nach denen man leise lächelnd aus dem Kino kommt, sich rundum wohl und für alle Unbill gewappnet fühlt. Bruno Podalydès' Anti-Stress-Komödie gehört zu dieser seltenen Spezies. Erstmals spielt der César-Preisträger (Bester Kurzfilm "Versailles Rive Gauche", Bestes Erstlingswerk "Dieu Seul Me Voit") die Hauptrolle in einem seiner Filme, einen Grafikdesigner der von kleinen Fluchten träumt, sich aber nicht so richtig traut. Seine Leidenschaft gilt Flugzeugen und wagemutigen Piloten wie dem legendären Jean Mermoz. Aber statt sich über einen Fluggutschein zum 50. Geburtstag zu freuen, fürchtet er, seinen Traum zu verlieren und entdeckt plötzlich seine Liebe zum Kajak, für ihn ein Flugzeug ohne Flügel. Bald bastelt er auf der Dachterrasse im Do-it-yourself-Verfahren ein Boot und macht Trockenübungen. Bis seine Frau (Sandrine Kiberlain) sein Geheimnis entdeckt und ihn samt Ausrüstung zum Fluss kutschiert. Doch statt ans Meer verschlägt es ihn in die idyllische Provinz zur herzlich-sinnlichen Wirtin eines Ausflugslokals (Agnès Jaoui).

Podalydès erzählt zärtlich von der Machbarkeit der Illusionen, es muss nicht der Amazonas sein, es reicht auch eine kleine Wasserstraße bei Paris, statt Abenteuer in der Ferne lockt die Nähe. Ein ganz neuer Ansatz, die Midlife-Krise zu verfilmen - eine Nacht im Zelt unter dem Sternenhimmel, kühlen Absinth bis zum Abwinken, zwei Lebenskünstler und eine junge Seelenverwandte, da fühlt sich der Reisende wie im Siebten Himmel. Die Mischung aus feiner Alltagsbeobachtung und leichter Verrücktheit, verziert mit einer Portion Poesie und ein wenig Melancholie, entwickelt sich zur Hymne auf die einfachen Dinge des Lebens, den Genuss ohne Reue mit der Unbeschwertheit eines Kindes, das Loslassen und sich Fallenlassen, ohne die soziale Wirklichkeit ganz auszublenden. Kamerafrau Claire Mathon orientiert sich bei der Lichtsetzung an Jean Renoirs unvergesslicher "Landpartie" und wenn dann noch Alain Bashung "Vénus" besingt und Georges Moustaki mit dunklem Timbre "Le temps de vivre" beschwört, dann möchte man sich treiben lassen, irgendwohin, wo Leben, Magie und Märchen noch eine Allianz bilden. mk.

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Info

Kinostart: 19.05.2016

Frankreich 2015

Länge: 1 h 45 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Comme un avion

Regie: Bruno Podalydès

Drehbuch: Bruno Podalydès

Produktion: Pascal Caucheteux

Kostüme: Dorothée Guiraud

Kamera: Claire Mathon

Schnitt: Christel Dewynter

Ausstattung: Guillaume Deviercy

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