Knochentrockene Verfilmung des Romans von Cormac McCarthy über einen Mann, der auf der Jagd in der texanischen Einöde Leichen und Geld entdeckt und danach Ziel einer erbarmungslosen Hatz wird.

Kinostart: 28.02.2008

Tommy Lee Jones

Tommy Lee Jones
als Ed Tom Bell

Javier Bardem

Javier Bardem
als Anton Chigurh

Szenenbild aus No Country For Old Men mit Josh BrolinJosh Brolin

Josh Brolin
als Llewelyn Moss

Woody Harrelson
als Carson Wells

Kelly Macdonald
als Carla Jean Moss

Garret Dillahunt
als Wendell

Tess Harper
als Loretta Bell

Barry Corbin
als Ellis

Stephen Root
als Wells“ Auftraggeber

Rodger Boyce
als Sheriff von El Paso

Beth Grant
als Carla Jeans Mutter

Ana Reeder

Kit Gwin

Handlung

Cowboy und Vietnamveteran Llewelyn Moss (Josh Brolin) entdeckt bei der Jagd in Texas die Überreste eines fehlgeschlagenen Drogendeals: Er findet mehrere tote Mexikaner, kiloweise Heroin und 2 Millionen Dollar in bar. Moss flüchtet mit dem Geld, das er für sich und seine Frau Carla (Kelly MacDonald) will. Fortan jagen ihn der Ex-Elitesoldat Wells (Woody Harrelson) und der Killer Chigurh (Javier Bardem). Nur der alternde Sheriff Bell (Tommy Lee Jones) hilft.

Knochentrocken verfilmen die Coen-Brüder einen Roman des für seinen ungeschönten Verismus bekannten Cormac McCarthy ("Die Straße"). Mit der lakonischen Menschenhatz kehren die Coens zu der Stärke ihrer früheren Meisterwerke "Fargo" und "Miller's Crossing" zurück.

Bei der Antilopenjagd im Südwesten von Texas entdeckt Llewelyn Moss die Leichen mehrerer Männer, Beutel voller Heroin und 2,4 Mio. Dollar. Moss schnappt sich das Geld und ist fortan auf der Flucht vor dem ehemaligen Special-Forces-Mann Wells, der im Auftrag eines Kartells handelt, und dem Psychopathen Chigurh. Hilfe kann Moss nur von dem in die Jahre gekommenen Sheriff Bell erwarten.

Bei der Antilopenjagd im Südwesten von Texas entdeckt Llewelyn Moss die Leichen mehrerer Männer, Beutel voller Heroin und 2,4 Mio. Dollar. Moss schnappt sich das Geld und begeht den Fehler, nachts noch einmal zum Tatort zurückzukehren. Fortan ist er auf der Flucht vor einem Kartell, das den Psychopathen Chigurh auf Moss angesetzt hat - was einem sicheren Todesurteil gleichkommt, denn Chigurh verrichtet seine Arbeit mit klinischer Präzision. Hilfe kann Moss nur von dem in die Jahre gekommenen Sheriff Bell erwarten.

Kritik

Elektrisierend schwarzhumoriges Meisterwerk der Coen-Brüder mit Javier Bardem als todsicherer Killer im Crime-and-Western-Country von Sergio Leone, Sam Peckinpah und John Woo.

Nach den launigen "Ladykillers" und dem verzeihlichen "Härtefall" für George Clooney und Catherine Zeta-Jones, sind die Coen-Brüder wieder auf der Höhe ihrer inszenatorischen Meisterschaft mit dieser so aufregenden wie lakonischen, von schockblutigen Explosionen wie knochentrocken schwarzhumorigem Witz getränkten Expedition ins Crime-and-Western-Country von Sergio Leone, Sam Peckinpah und John Woo, deren Arten, Türen zu öffnen, auf originelle Weise variiert wird. Geerdet mit der Roman-Vorlage von Pulitzer-Preisträger Cormac McCarthy, dessen Neo-Western "All die schönen Pferde" Billy Bob Thornton nicht restlos überzeugend anging, adaptieren die Coens das West-Texas von 1980 als absurde philosophische Landschaft, filmisches Gold wie ihr "Fargo". Spielten dort Loser auf dem Grat zwischen Grauen und blutiger Posse, Gewalt und idyllischen Schneewüsten, so geht in "No Country For Old Men" ein begnadeter Profikiller mit grotesker Mireille-Mathieu-Frisur und Stoneface seinem Handwerk nach und spielt auf cooler Menschenjagd Graf Zaroffs "The Most Dangerous Game".

Wegen seines Muts, einen blutvollen, vollkommen humorlosen und gerade dadurch zu Lachen, das im Hals stecken bleibt, reizenden Killer zu spielen, hätte Bardem den Darstellerpreis in Cannes verdient, aber das ist so fern, als würde Chow Yun-Fat für seine epochalen Woo-Killer den Ehren-Oscar gewinnen. Als Anton Chigurh, der mit Münzwurf über Leben und Tod entscheidet, verfolgt Bardem Vietnam-Veteran Llewelyn Moss. Josh Brolin verkörpert ihn in der Tradition von Nick Nolte aus Karel Reisz' unterschätztem Drogen-Chase-Thriller "Dreckige Hunde" (1978). Moss, in einer überragenden Sequenz eingeführt, die das Jagdmotiv des Films etabliert, stößt mitten in der Wüste auf eine mit Leichen gepflasterte Wagenburg, Drogen und einen Koffer mit zwei Millionen Dollar. Den versuchen ihm erst ein furchterregend verbissener Hund bei einer atemberaubenden Flucht durch einen Fluss und dann der Anton aus Texas, mit Peilsender und einem Bolzenschießer, mit dem er seine Opfer wie Vieh tötet, abzujagen. Die Jagd variiert in der den Coens eigenen Slow-Burn-Dramaturgie berühmte Vorgänger, die Hotelszene mit Clint Eastwood in Leones "Zwei glorreiche Halunken", den Hotel-Showdown von Steve McQueen in Peckinpahs "The Getaway" und den Treppen-Shootout von Chow Yun-Fat in Woos "A Better Tomorrow II" und ist in ihrer originellen Unvorhersehbarkeit purer audiovisueller Genuss.

Dritter im Bund der Coen-Charakterköpfe ist Tommy Lee Jones, der als desillusionierter Sheriff seinen Mitbürger Moss vor Chigurh beschützen will und stets zu spät kommt. Jones wird dem Titel gerecht, wenn er mit Erzählungen à la Ambrose Bierce (der unglaubliche Todeskampf einer Kuh) und moralischen Reflexionen, von denen nichts als Träume bleiben, verlorene Integrität und Würde beklagt und den Film so lakonisch beschließt, wie Brolin und Bardem ihn verlassen. Roger Deakins' makellose Scope-Kameraarbeit, der Schnitt (die Coens unter ihrem Pseudonym Roderick Jaynes), Tonschnitt und die bis auf die Knochen reduzierte Storyline erhöhen die nachwirkende Intensität des fabelhaften Neo-Noir-Crime-Western. Yep! ger.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 28.02.2008

USA 2007

Länge: 2 h 2 min

Genre: Western

Originaltitel: No Country for Old Men

Regie: Joel Coen, Ethan Coen

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

Musik: Carter Burwell

Produktion: Scott Rudin, Joel Coen, Ethan Coen

Kostüme: Mary Zophres

Kamera: Roger Deakins

Schnitt: Roderick Jaynes

Ausstattung: Jess Gonchor

Website: http://www.nocountryforoldmen.de

Auszeichnungen

5 Oscars: 3 Golden Globes:

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