Der Münchner "Tatort" greift das zwiespältige Thema häuslicher Betreuung von Angehörigen durch illegale Pflegekräfte auf.

Kinostart: nicht bekannt

Andrea Eckert
als Laura

Peter Lerchbaumer
als Berlinger

Nicole Spiekermann
als Katrin

Irene Rindje
als Rita

Jewgenij Sitochin
als Berrassow

Antonio Putignano
als Herr Schneider

Numan Acar
als Santini

Rainer Ewerrien
als Revierleiter

Kilian Schüler
als Leo als Kind

Linn Müller
als Nina als Kind

Anna-Maria Helmer
als Rollerm

Handlung

Nina kann in die Zukunft sehen. Sie empfindet diese Gabe als große Last, seit sie als Kind nicht verhindern konnte, dass ihre Eltern starben. Jetzt hat sie die Vision einer Katastrophe im Luftraum über Frankfurt. Hauptakteur ihrer Träume ist ein Mann mit arabischen Zügen. In ihrer Not wendet sich die junge Frau an einen Spezialisten für paranormale Wahrnehmungen. Der ist skeptisch, bis er sich in Nina verliebt. Gemeinsam versuchen sie, das Inferno zu verhindern.

Kritik

Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen, hat ein Bundeskanzler mal empfohlen. Diesen Rat Helmut Schmidts hat Steuerberaterin Nina längst beherzigt, aber geholfen hat es ihr nichts: Sie kann in die Zukunft sehen. Das klingt ganz lustig, ist für Nina aber eher Fluch als Segen.

Außerdem leidet sie unter einem Trauma, seit sie als Kind einen tödlichen Unfall ihrer Eltern nicht verhindern konnte. Sie hatte vorausgesehen, dass das Auto von einem Zug erfasst wird und deshalb die Uhren verstellt, aber der Tod hatte sich nicht austricksen lassen. Nun hat die junge Frau erneut düstere Vorahnungen, diesmal von einer Katastrophe, die über die Stadt hereinbrechen wird. Hauptakteur ihrer Träume ist ein finsterer Mann mit arabischen Zügen.

Nach "Lisas Fluch" (ausgestrahlt im April) versucht sich der Hessische Rundfunk also erneut an einer übersinnlichen Geschichte. Damals konnte eine Frau ihre Mitmenschen telepathisch beeinflussen. Allerdings war die Handlung nicht nur unglaubwürdig, sondern auch überschaubar. Gemessen daran ist "Nina sieht es" der weitaus gelungenere Film; das durfte man aber auch erwarten, schließlich war Rolf Silber ("Echte Kerle") für Buch und Regie verantwortlich. Kleines Manko ist jedoch das Spiel der Hauptdarstellerin. Dank ihrer Attraktivität ist Mina Tander in jeder Hinsicht das Zentrum des Films, aber ihre Interpretation der Rolle trägt immer wieder komödiantische Züge. Das passt jedoch nicht zum Ernst, mit dem Silber die Geschichte erzählt. Stephan Kampwirth ist als Suchender, der sich von Nina eine Antwort auf die wichtigste Frage seines Lebens erhofft, glaubwürdiger. Max hat ein "Institut für Anomalistik" gegründet, doch im Grunde will er nicht anderen, sondern sich selbst helfen: vor Jahren ist seine depressive Frau spurlos verschwunden; seither hält er Ausschau nach einem Menschen mit übersinnlichen Fähigkeiten, der ihm etwas über ihr Schicksal erzählen kann.

Ninas Visionen zum Trotz ist Max die Figur mit dem größeren Tiefgang: Durch die jahrelange vergebliche Suche ist der frühere Arzt zum generellen Skeptiker geworden; auch Nina hält er zunächst bloß für ähnlich überspannt wie all die anderen, die sich von ihm behandeln lassen. Während Tander mit den typischen schauspielerischen Versatzstücken einer romantischen Komödie arbeitet, ist die beginnende Zuneigung von Max dank Kampwirths subtilem Spiel mehr spürbar als sichtbar. Vor lauter Romanze verlieren inklusive Silber alle Beteiligten jedoch die Katastrophe aus den Augen. Erst ein erfolgreicher Casino-Besuch beseitigt Max' Zweifel; gemeinsam retten sie zwar nicht die Welt, aber doch immerhin Frankfurt.

Sehr vergnüglich ist ein immer wieder eingewobener Seitenstrang mit Ninas Bruder (Lucas Gregorowicz), einem notorischen Spieler, der keine Visionen und auch kein Geld, aber diverse Kinder mit verschiedenen Frauen hat. Und die Romanze zwischen Nina und Max ist auch deshalb reizvoll, weil Tander und Kampwirth so unterschiedlich sind. Einige der paranormalen Momente könnten zwar auch aus dem Kinderfernsehen stammen (etwa wenn sich die Nudeln in Ninas Buchstabensuppe zu ihrem Namen zusammenfügen), und die Intermezzi mit Peter Lerchbaumer als angeblich früherem Großinquisitor sind ebenso überflüssig; aber wenn man "Nina sieht es" nicht gerade an Jack Golds Klassiker "Der Schrecken der Medusa" misst, ist der Film durchaus sehenswert. tpg.

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Info

Plakat des Films: Nina sieht es ...!!!

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2011

Genre: Komödie

Originaltitel: Nina sieht es ...!!!

Regie: Rolf Silber

Drehbuch: Rolf Silber

Musik: Peter W. Schmitt

Kostüme: Lucas Dehler

Kamera: Dominik Schunk

Ausstattung: Anette Reuther

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