Kinostart: 11.01.1996

Emmanuelle Béart

Emmanuelle Béart
als Nelly

Michel Serrault

Michel Serrault
als M. Pierre Arnaud

Jean-Hugues Anglade

Jean-Hugues Anglade
als Vincent Granec

Die Handlung von Nelly & Monsieur Arnaud

Nelly verläßt ihren lethargischen Mann und lernt den älteren Monsieur Arnaud kennen. Sie soll einen autobiographischen Reisebericht des Ex-Richters zu Papier zu bringen. Durch die täglichen Besuche Nellys lernen sich die beiden vom bisherigen Beziehungsleben Enttäuschten näher kennen und bauen eine fragile Beziehung auf.

In einem Pariser Café lernen sich zwei einsame Menschen kennen. Pierre Arnaud ist ein reicher Geschäftsmann im Ruhestand, der nicht recht weiß, was er mit seiner Freizeit anfangen soll. Nelly ist eine Aushilfskellnerin, die gerade ihren lethargischen Mann verlassen hat. Arnaud macht Nelly ein verlockendes Angebot. Er bietet sich an, all ihre Schulden zu begleichen, wenn diese sich bereit erklärt, seine Memoiren abzutippen. Schon bald entsteht aus der distanzierten Arbeitsbeziehung eine zärtliche Freundschaft.

Kritik zu Nelly & Monsieur Arnaud

Nach "Ein Herz im Winter" nun also zwei Herzen im Herbst. Die Jahreszeit des Wechsels, der Klimaverschiebungen meteorologischer und emotionaler Art, ist wie geschaffen für Claude Sautets neuen Film, wird doch das Leben der beiden zentralen Charaktere "Nelly & Monsieur Arnaud" tiefgreifende Veränderungen erfahren. Nelly (Emmanuelle Béart) verläßt ihren lethargischen, arbeitslosen Mann und findet in Monsieur Arnaud (Michel Serrault) einen unerwarteten Fixpunkt in ihrer Neuorientierung, eine kommunikative Anlaufstelle zum Austausch von Gedanken, ein Mann, der ihr alle Aufmerksamkeit schenkt, ohne ihr zu nahe kommen zu können. In einem Bistro - wie schon in "Ein Herz im Winter" einer der dominierenden Schauplätze - lernen sich die beiden Einsamen kennen. Nelly soll einen autobiographischen Reisebericht des Ex-Richters und Geschäftsmannes mit kritischer Stimme für eine endgültige Fassung zu Papier bringen. Die täglichen Besuche der schönen, jungen, verschlossen wirkenden Frau nehmen im Leben des kultivierten, aufmerksamen und familiär enttäuschten Mannes eine Bedeutung an, die ihn zunehmend schreckt. Mit der von ihm gewohnten emotionalen Zurückhaltung, dem Verzicht auf Theatralik und melodramatische Gesten, beobachtet Sautet die Annäherung der beiden. Doch nur Arnaud läßt sie wirklich zu, und als Nelly sich ihrer Gefühle endlich bewußt wird, hat Arnaud aus Selbstschutz schon die Konsequenzen gezogen. Von Serraults trockenem Witz einmal abgesehen, ist wenig Heiterkeit in diesem inhaltlich zu spartanischen Film. Optimismus kapituliert, Herbst dominiert - auch in den Farben. Sautets Inszenierung ist einfach gehalten: wenig Bewegung, viele Nahaufnahmen, ein paar Blenden ins Schwarz. Obwohl viel geredet wird, ist "Nelly & Monsieur Arnaud" ein Film der Stille, in den man hineinhorchen kann. Nichts lenkt ab von den exzellenten Darstellern, nicht einmal die Musik Philippe Sardes, die vielleicht an fünf Stellen zum Einsatz kommt. Zu kammerspielartig wohl für ein großes Publikum. Wer aber "Ein Herz im Winter" mochte, wird auch in diesem Epilog trotz Leerlauf Momente intimster Schönheit finden. kob.

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Info

Plakat des Films: Nelly & Monsieur Arnaud

Kinostart: 11.01.1996

Deutschland/Frankreich/Italien 1995

Länge: 1 h 45 min

Genre: Drama

Originaltitel: Nelly & Monsieur Arnaud

Regie: Claude Sautet

Drehbuch: Claude Sautet, Jacques Fieschi, Yves Ulmann

Musik: Philippe Sarde

Produktion: Alain Sarde

Kostüme: Catherine Bouchard

Kamera: Jean-François Robin

Schnitt: Jacqueline Thiédot

Ausstattung: Carlos Conti, Alain Pitrel, Maya Wendling