Sensationell besetztes Drama über drei Jugendfreunde, die sich wiedertreffen, als eine ihrer Töchter ermordet wird.

Kinostart: 27.11.2003

Sean Penn

Sean Penn
als Jimmy Markum

Tim Robbins

Tim Robbins
als Dave Boyle

Kevin Bacon

Kevin Bacon
als Sean Devine

Laurence Fishburne
als Whitey Powers

Marcia Gay Harden
als Celeste Boyle

Laura Linney
als Annabeth Markum

Kevin Chapman
als Val Savage

Tom Guiry
als Brendan Harris

Emmy Rossum
als Katie Markum

Spencer Treat Clark
als Silent Ray Harris

Andrew Mackin
als John O'Shea

Adam Nelson
als Nick Savage

Robert Wahlberg
als Kevin Savage

Jenny O'Hara
als Esther Harris

John Doman
als Fahrer

Cameron Bowen
als Dave, jung

Jason Kelly
als Jimmy, jung

Connor Paolo
als Sean, jung

Miles Herter
als Seans Vater

Cayden Boyd
als Michael Boyle

Die Handlung von Mystic River

Eine Gewalttat führte einst dazu, dass sich die Wege von Jimmy Marcus (Sean Penn), Sean Devine (Kevin Bacon) and Dave Boyle (Tim Robbins) trennten. Nun führt eine weitere Gewalttat die Freunde Jahre später wieder zusammen. Jimmys älteste Tochter Katie ist ermordet worden. Der nunmehr in bürgerlichen Bahnen lebende Ex-Knacki sinnt auf Blutrache. Wie es der Zufall will, ist ausgerechnet sein alter Kumpel Sean als Detective für diesen Fall verantwortlich. Als Sean verstörende Spuren sichert, werden Dämonen der Vergangenheit lebendig.

Fesselndes American-Gothic-Drama mit sehenswerter Starbesetzung und einem nach bestem Weinprinzip gereiften Autorenfilmer Clint Eastwood hinter der Kamera. Es gibt ihn noch, den großen, erwachsenen Hollywood-Film, und wie so oft hält er geradewegs Oscar-Kurs.

Die Jugendfreunde Jimmy Marcus, Sean Devine und Daye Boyle treffen sich anlässlich des Todes von Jimmys ältester Tochter Katie wieder. Sean ermittelt als Polizist in dem vorliegenden Mordfall. Als er auf unerwartete und verstörende Hinweise stößt, muss er außerdem Jimmys Wut und Rachedurst unter Kontrolle bringen.

Ein viertel Jahrhundert nachdem der kleine Dave vor den Augen seiner Freunde Jimmy und Sean in ein Auto gezerrt und tagelang von pädophilen Triebtätern missbraucht wurde, kreuzen sich die Wege der Jugendfreunde unter tragischen Umständen erneut. Als die 19-jährige Tochter des Gangsters Jimmy ermordet wird, übernimmt Sean als Ermittler den Fall. Schnell stellt sich heraus, dass der seit seiner Entführung verstörte Dave, der das Opfer am Todesabend noch sah, einiges zu verbergen hat. Da sieht Jimmy rot.

Kritik zu Mystic River

Düster und mächtig sind die Gewässer, durch die sich Clint Eastwood in "Mystic" River", seiner 24. Regiearbeit, manövriert. Natürlich sind dem einstigen Mann ohne Namen Themen wie Gewalt, moralische Verantwortung und der Einfluss der Vergangenheit auf die Gegenwart nicht fremd, aber selten ging er so konzentriert, intensiv und konsequent zu Werke wie in der Verfilmung von Daniel Lehanes "Spur der Wölfe" über drei Jugendfreunde in Boston, die einst von einer Gewalttat voneinander entfremdet wurden und deren Wege sich nach einer neuerlichen Gewalttat wieder kreuzen. Ohne die Thrillerstruktur jemals zu vernachlässigen, nutzt Eastwood die packende Prämisse für ein faszinierendes Psychogramm dreier auf unterschiedliche Weise getriebener Männer, die erkennen müssen, dass alle ihre Taten bisweilen unabsehbare Folgen haben. Sean Penn, Kevin Bacon und Tim Robbins brillieren in den Hauptrollen dieses Films in der Eastwood-Tradition von "Pale Rider" oder "Erbarmungslos".

Tatsächlich nimmt "Mystic River" einen Ausnahmeplatz im Schaffenswerk des mittlerweile 76-jährigen Filmemachers ein. Obwohl nach Aussage aller Beteiligten ebenfalls im patentierten Eastwood-Stil entstanden, für keine Einstellung mehr als drei Klappen zu brauchen, ist diese Ballade um Schicksal, Rache, Schuld und Sühne anders als seine vergangenen Regiearbeiten, insbesondere seine entspannten Krimis nach Belletristikvorlagen ("Absolute Power", "Ein wahres Verbrechen", "Blood Work"), keinen Deut schludrig. Ohne auf Atmosphäre zu verzichten, verschwendet Eastwood hier keine Sekunde, lässt er die präzisen Widescreen-Kompositionen niemals nach Außen drängen. In perfekt arrangierten Bildern und aufeinander abgestimmten Szenen entsteht eine Konzentration auf die Mitte der Leinwand, eine Konzentration, deren Intensität atemberaubend ist. Vermutlich auch ein Verdienst des wie unter Strom stehenden Sean Penn, der den Film mit einer seiner besten Darstellungen dominiert und lenkt.

Er ist einer von drei Kindheitsfreunden, die man in einem längeren Prolog als rotzige, aber doch harmlose Straßenkids kennen lernt: Beim Spielen werden der taffe Jimmy, der unbedarfte Sean und der unauffällige Davey von zwei Männern unterbrochen, die sich als Polizisten ausgeben, aber als Kinderschänder erweisen und Davey entführen. Erst nach vier Tagen unsäglicher Pein kann er entkommen. 30 Jahre später leiden immer noch alle Drei unter den Erlebnissen von einst: Jimmy ist ein harter Hund geworden, der nach zweijährigem Knastaufenthalt als Besitzer eines kleinen Ladens den Ball flach hält und mit der bestimmten Annabeth zwei Töchter hat. Den permanent verunsicherten Davey lässt das Martyrium von einst nicht los - trotz glücklicher Ehe mit der Cousine von Jimmys Ehefrau und einem gemeinsamen Sohn machen ihm die Dämonen schwer zu schaffen. Als Unbekannte bei der Polizei ein Verbrechen melden, tritt auch Sean wieder auf den Plan: Er ist mittlerweile Cop und laboriert an der schmerzhaften Trennung von seiner Frau. Opfer des gemeldeten Verbrechens ist ausgerechnet Jimmys älteste Tochter, die brutal geschlagen und erschossen wurde. Parallel zur Polizei leitet er seine eigene Ermittlungen, um Rache üben zu können, und setzt damit eine Tragödie in Gang.

Stück um Stück legt Eastwood Schichten der Psyche der drei Männer frei und tastet sich durch ein undurchsichtiges Gestrüpp an Informationen, das über den Umweg über die Vergangenheit neue Einblicke in die Geschehnisse in der Gegenwart erlaubt. Eine Fülle von Details und kleinen Hinweisen ergeben nach und nach ein immer monströseres Bild von verkorksten Leben, von Menschen, die aufgrund der Last ehemaliger Taten den Überblick im Hier und Jetzt verloren haben. Mit höchster Ökonomie sammelt Eastwood die Daten, um schließlich in einem parallel montierten Showdown die finstersten Bilder seiner Karriere zu evozieren. Alldieweil zeigt er sich geradezu besessen im Zeigen der wahren Auswirkungen von Gewaltverbrechen, als wollte er für die en passant errichteten Leichenberge vergangener Filme Abbitte leisten.

So entsteht ein packender Film, der so gar nichts von der typischen Versöhnlichkeit gängiger Alterswerke haben will. "Mystic River" ist ein American Gothic, eine beklemmende Moritat in der Ahnenfolge von "Die Nacht des Jägers", "The Wild Bunch" und letztlich auch "Erbarmungslos", die trotz minimaler Fehlgriffe (Eastwoods selbst komponierter Score) jetzt schon das Prädikat "Klassiker" verdient. ts.

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Info

Plakat des Films: Mystic River
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 27.11.2003

USA 2003

Länge: 2 h 18 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Mystic River

Regie: Clint Eastwood

Drehbuch: Brian Helgeland

Musik: Clint Eastwood

Produktion: Clint Eastwood, Robert Lorenz, Judie Hoyt

Kostüme: Deborah Hopper

Kamera: Tom Stern

Schnitt: Joel Cox

Ausstattung: Henry Bumstead, Jack G. Taylor

Website: http://www.mysticriver.de

Auszeichnungen

2 Oscars: 2 Golden Globes: