Düsterer Filmalbtraum über zwei gegensätzliche Frauen, die auf der Schattenseite der Traumfabrik einem Mysterium auf der Spur sind.

Kinostart: 03.01.2002

Justin Theroux

Justin Theroux
als Adam Kesher

Laura Harring

Laura Harring
als Rita

Naomi Watts

Naomi Watts
als Betty Elms

Ann Miller
als Coco Lenoix

Dan Hedaya
als Vincenzo Castigliane

Mark Pellegrino
als Joe

Brian Beacock
als Studios

Robert Forster
als Detective Harry McKnight

Monty Montgomery
als Der Cowboy

Billy Ray Cyrus
als Gene

Chad Everett
als Jimmy Katz

Kate Forster
als Martha Johnson

Scott Coffey
als Wilkins

Michael John Anderson
als Mr. Roque

Katharine Towne
als Cynthia

Lee Grant
als Louise Bonner

Matt Gallini
als Chauffeur

Melissa George
als Camilla Rhodes

Marcus Graham
als Mr. Darby

Sean E. Markland
als Taxifahrer

Elizabeth Lackey
als Carol

Jeanne Bates
als Irene

Missy Crider
als Kellnerin

James Karen
als Wally Brown

Patrick Fischler
als Dan

Vincent Castellanos
als Ed

Michael Des Barres
als Billy

Michael Fairman
als Jason

Wayne Grace
als Bob Booker

Lori Heuring
als Lorraine Kesher

Michele Hicks
als Nikki

Tad Horino
als Taka

Tony Longo
als Kenny

Rena Riffel
als Laney

David Schroeder
als Robert Smith

Robert Katims
als Ray Hott

Rita Taggart
als Linny James

Angelo Badalamenti
als Luigi Castigliane

Diane Baker

Johanna Stein

Handlung

Nach einem Unfall sucht eine mysteriöse Schwarzhaarige benommen Untschlupf in einem verlassenen Appartment, das am nächsten Tag von der jungen Schauspielerin Betty bezogen wird. Die will eigentlich in Hollywood Karriere machen, erklärt sich aber bereit, der Schwarzhhaarigen, die ihr Gedächtnis verloren hat, bei der Suche nach ihrer Identität zu helfen.

Bei einem Autounfall auf den Hügeln über Hollywood verliert eine schwarzhaarige Schönheit ihr Gedächtnis und sucht verstört in einem leerstehenden Appartment Zuflucht. Dort zieht am nächsten Tag die naive Schauspielerin Betty ein, die in der Traumfabrik auf die große Karriere hofft. Die beiden Frauen freunden sich an und versuchen gemeinsam, das Geheimnis um die Identität der Schwarzhaarigen zu lüften. Parallel dazu wird ein Filmregisseur mit den harten Tatsachen des Filmgeschäfts konfrontiert.

In einem leerstehenden Appartment versucht eine schwarzhaarige Schönheit mit der Hilfe der Schauspielerin Betty ihr verlorenes Gedächtnis zurückzugewinnen. Parallel dazu wird ein Filmregisseur mit den harten Tatsachen des Filmgeschäfts konfrontiert. Mystery-Thriller von David Lynch, in dem so einiges anders ist, als es scheint.

Kritik

Nach einer heiter-melancholischen Landpartie mit "Straight Story - Eine wahre Geschichte" ist David Lynch zurückgekehrt auf den Lost Highway seiner schwarzen Träume und bizarren Fantasien: "Mulholland Drive", von einem TV-Pilotfilm umgearbeitet zum Kinofilm und in Cannes mit dem Regiepreis ausgezeichnet, entwickelt sich von einem relativ geradlinig erzählten Thriller zu einem Mysterium um Identität und Schicksal, Liebe und Mord, das den Zuschauer vollkommen fasziniert, aber mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf aus dem Saal entlässt. Man darf dennoch erwarten, dass das Publikum Lynchs Rätselkino zu schätzen gelernt hat und ihm bereitwillig auf diese kurvenreiche Fahrt durch ein Hollywood der Seltsamkeiten folgt.

Vermutlich kämen außer Lynch nicht viele andere Filmemacher damit durch, einen Film im Wettbewerb von Cannes laufen zu lassen und den Kritikern ein Presseheft dazu zu geben, das außer einigen großformatigen Fotos und dem Hinweis, es handle sich um "eine Liebesgeschichte in der Stadt der Träume", keine weiteren Infos zum Film enthält. So muss man sich also selbst seinen Reim auf die Sache machen, und vielleicht ist es nicht das Schlechteste, wenn ein Film einmal statt behaglicher Zufriedenheit Irritation und Neugierde auslöst. Von der ersten Szene an beginnt "Mulholland Drive" seine zahlreichen Storyfäden auszulegen, samt Haken und Köder: Eine schwarzhaarige Schöne wird in einer Limousine gefahren, und just, als der Chauffeur anhält, um sie zu erschießen, rast ein anderes Auto in den Wagen und tötet alle bis auf sie. Benommen sucht sie Unterschlupf in einem verlassenen Apartment, das anderntags von der jungen Schauspielerin Betty bezogen wird, die in Hollywood Karriere zu machen hofft. Weil sie beim Unfall ihr Gedächtnis verloren hat, nennt sie sich Rita, und Betty ist schnell bereit, gemeinsam mit ihr das Rätsel ihrer Identität zu lösen. Lynch stellt diese beiden Frauen wie zwei Seiten der gleichen Münze dar: Rita als brütende, dunkle Schöne in schwarz und rot, Betty als sonnige All-American-Beauty in blond und pastell. Während die beiden jedem Erinnerungsfetzen von Rita nachgehen, dabei eine homoerotische Liebe entwickeln und schließlich die verwesende Leiche eines anderen Mädchens finden, entspinnt sich ein zweiter Erzählstrang um den jungen Regisseur Adam Kesher. Bei der Vorbereitung seines nächsten Kinofilms versucht die Mafia Einfluss auf seine Besetzung zu nehmen und nimmt ihm, als er sich weigert, kurzerhand seinen Film weg. Dessen nicht genug, entdeckt Adam zu Hause auch noch seine Frau mit dem Mann von der Pool-Reinigung im Bett, und Lynch gelingt hier eine der überraschendsten und witzigsten Szenen seines Films, der an Überraschungen, Schocks und Humor ohnehin nicht arm ist. Natürlich überschneiden sich schließlich auch die Wege von Betty und Adam, doch gerade, als man glaubt, nach etwa 90 Minuten das Webmuster hinter diesem komplexen Thriller zu erkennen, gibt Lynch der Geschichte durch eine kurze Montage von Zeitrafferszenen (vor- und rückwärts) und Überblendungen eine völlig neue Wendung: Die weiblichen Charaktere haben plötzlich Namen, Beruf und Darstellerin gewechselt, und während die Männer ihre Parts beibehalten, führen sie mit vertauschten Rollen das Leben einer jeweils anderen fort. Das Ende des Films bietet bewusst keine Lösung an, sondern unterstreicht Lynchs offensichtliches Vorhaben, durch Doppelspiegelung seinen Film von der narrativen auf eine rein assoziative Ebene zu heben. Es spricht sehr für den Regisseur, dass "Mulholland Drive", auch wenn er keinen wirklichen Sinn ergibt, doch stets spannend und höchst unterhaltsam bleibt. Ebenfalls ohne Belang bleibt die Tatsache, dass der Film ursprünglich als Pilot für den US-Fernsehsender ABC gedreht wurde. Man mag bestenfalls einwenden, dass die vielen nicht aufgelösten Figuren und Plots auf die Mechanik einer TV-Serie hinweisen, doch die Virtuosität, mit der Lynch seine Bilder montiert und wie er mit Sound und Musik umgeht, lässt sich nur auf der großen Leinwand wirklich erfahren. Dass man schließlich nach den Schlusscredits das dringende Bedürfnis hat, sich den Film sofort noch einmal anzuschauen, dürfte die potenziellen Verleiher dieses schönen, merkwürdigen, traumhaften Films am allerwenigsten stören. evo.

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Info

Plakat des Films: Mulholland Drive
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 03.01.2002

Frankreich/USA 2001

Länge: 2 h 27 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Mulholland Drive

Regie: David Lynch

Drehbuch: David Lynch

Musik: Angelo Badalamenti

Produktion: Alain Sarde, Mary Sweeney, Neal Edelstein, Michael Polaire, Tony Krantz

Kostüme: Amy Stofsky

Kamera: Peter Deming

Schnitt: Mary Sweeney

Ausstattung: Jack Fisk, Peter Jamison

Auszeichnungen

1 x Cannes:

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