Dramatischer Politthriller um die geheimen Vergeltungsmanöver der Israelis nach dem Olympiade-Attentat 1972.

Kinostart: 11.06.2018

Eric Bana

Eric Bana
als Avner Kauffman

Daniel Craig

Daniel Craig
als Anwalt Steve Cake

Geoffrey Rush

Geoffrey Rush
als Ephraim

Mathieu Kassovitz
als Robert

Ciarán Hinds
als Carl

Hanns Zischler
als Hans

Ayelet Zorer
als Daphna

Michael Lonsdale
als Papa

Mathieu Amalric
als Louis

Gila Almagor
als Avners Mutter

Moritz Bleibtreu
als Andreas

Marie-Josée Croze
als Jeanette

Oded Teomi
als Mossad Mitarbeiter

Meret Becker
als Yvonne

Yvan Attal
als Tony

Lynn Cohen
als Golda Meir

Sharon Alexander
als General Nadev

Omar Metwally
als Ali

Bijan Daneshmand

Handlung

Im Verlauf der Olympischen Sommerspiele 1972 nimmt ein Kommandotrupp der palästinensischen Terrorbrigade Schwarzer September elf israelische Sportler als Geiseln. Einige davon werden sofort ermordet, der Rest und die Entführer sterben im Kugelhagel eines stümperhaft ausgeführten deutschen Befreiungsversuchs. Kurz darauf beauftragt Israels Präsidentin Golda Meir unter strengster Diskretion ein ausgewähltes Quintett von Mossad-Agenten, nach Europa zu reisen und dort diverse Hintermänner und Unterstützer der Tat zu liquidieren.

Frei nach wahren Begebenheiten und George Jonas' kontroversem Bestseller "Vengeance" erzählt Steven Spielberg ein spannendes Rachedrama, dessen Bezüge zur aktuellen politischen Weltlage nicht zu übersehen sind.

Nach der Ermordung von elf israelischen Sportlern bei der Olympiade 1972 durch eine palästinensische Terroristengruppe erhält Avner Kauffman den Auftrag von Israels Präsidentin Golda Meir, die Drahtzieher des Attentats ausfindig zu machen und zu töten. Dafür werden ihm fast unbegrenzte Mittel und ein schlagkräftiges Team zur Seite gestellt. Doch bald beginnt Avner am Sinn der Vergeltungsaktion zu zweifeln.

Am 5. September 1972 töteten Mitglieder einer palästinensischen Terrorgruppe während der Olympischen Spiele in München elf Israelis. Als Reaktion auf deren Ermordung beauftragt Israels Präsidentin den Geheimdienstmann Avner Kauffman, die Drahtzieher des Attentats ausfindig zu machen und zu eliminieren. Zusammen mit einem Spezialistenteam begibt er sich auf die Suche nach den Mördern und zieht dabei eine blutige Spur durch Europa. Bald plagt Kauffman das Gewissen, und er beginnt an der Racheaktion zu zweifeln.

Kritik

Auge um Auge, Zahn um Zahn - kann es beim lange andauernden Rachekonflikt zwischen Israelis und Palästinensern jemals einen Sieger geben? Diese kritische Frage greift Steven Spielberg mit seinem dramatischen Politthriller um die geheimen Vergeltungsmanöver der Israelis nach dem Olympiade-Attentat 1972 nuanciert und packend inszeniert auf.

Der 5. September 1972 war ein dunkler Tag in der Weltgeschichte, als acht Angehörige der Terrorgruppe "Schwarzer September" ins Olympiadorf einfielen, elf israelische Athleten gefangen nahmen und sie innerhalb von 24 Stunden ermordeten. Die Geiselnahme bildet den aufwühlenden Ausgangspunkt für Steven Spielbergs "München", dem mit Hilfe echter Nachrichteneinblendungen und penibler Detailgenauigkeit bezüglich der Ära ein Höchstmaß an Dramatik und Authentizität verliehen wurde. Die Gesamtheit der tragischen Ereignisse wird jedoch erst nach und nach mit Rückblenden-Zwischenschnitten offenbart, die gleichzeitig die zunehmend zerrüttete psychische Verfassung des Protagonisten Avner ("Hulk" Eric Bana stemmt mühelos gewichtige Emotionen) widerspiegeln. Der patriotische Mossad-Agent wird zu Beginn von Premierministerin Golda Meir höchstpersönlich beauftragt, inoffiziell den Tod der Athleten zu rächen und elf Drahtzieher des Attentats auszuschalten. Dafür stehen ihm nahezu unbegrenzte Summen und ein Team von vier Spezialisten (Fahrer, Dokumentefälscher, Bombenexperte und "Aufräumer") zur Verfügung. Ihr erstes Ziel ist ein scheinbar harmloser Schriftsteller in Rom, weitere Attacken, entweder mit Explosionsmaterial oder Schusswaffen ausgetragen, führen quer durch Europa und den Nahen Osten. Die Namen der Abschussliste erkauft sich Avner von einer undurchsichtigen "French Connection", dem "Informationsdealer" Louis, der möglicherweise auch mit der Gegenseite arbeitet. Denn nach mehreren gelungenen Tötungen wird ihr eigenes Team angegriffen und drastisch dezimiert. Alldieweil zweifelt Avner immer mehr am Sinn der Aktionen.

Der moralische Konflikt ist das (blutende) Herzstück des in klassisch europäischer Tradition konstruierten Thrillers. Die Vermittlung dieses Dilemmas fällt Bana zu, da er die einzige mehrdimensionale Figur mit Frau, Kind und erkennbarem Gewissen ist. Humor und Kameradschaftlichkeit innerhalb des Teams (darunter der zukünftige "007" Daniel Craig, der sein beträchtliches Charisma unter Beweis stellt) kreieren eine gewisse Gegenbalance zum zwangsläufig etwas monotonen Zehn-Kleine-Negerlein-Plotprinzip. Dieser Aspekt wird von einem versierter Regisseur wie Spielberg dennoch beeindruckend mit geradezu greifbarer Energie und nervenaufreibender Intensität umgesetzt, die an Suspense-Großmeister Hitchcock erinnert. Die exzellente Kameraarbeit, die sich am geradlinigen Stil von 70er-Jahre-Thrillern à la "French Connection" orientiert, steuerte Spielbergs langjähriger Mitstreiter Janusz Kaminski bei. Erstmals mit der Regieikone arbeiteten hingegen Eric Roth ("Ali") und "Angels in America"-Autor Tony Kushner. Ihre lose Adaption von George Jones' Buch "Vengeance" ist eine komplexe Moralfabel, die mit ihren universellen Themen von Terrorismus und seiner Bekämpfung auch im aktuellen weltpolitischen Kontext relevant ist. Dabei wird nicht eine Seite verherrlicht, sondern auch Raum für eine Stellungsnahme der Gegenseite gelassen. So darf ein PLO-Agent auch seine triftigen Beweggründe für den Kampf um Freiheit und eine Heimat einbringen. Diese gewisse Ambivalenz brachte Spielberg die Kritik jüdischer Hardliner ein, die ihn deshalb als "keinen Freund von Israel" bezeichneten. Dabei ging es dem missverstandenen Filmemacher doch erklärterweise darum, eine Friedensbotschaft zu vermitteln: Wenn man nur den Film sprechen lässt, kommt sie auch an. ara.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 11.06.2018

USA 2005

Länge: 2 h 44 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Munich

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Eric Roth, Tony Kushner, Charles Randolph

Musik: John Williams

Produktion: Kathleen Kennedy, Steven Spielberg, Colin Wilson, Barry Mendel

Kostüme: Joanna Johnston

Kamera: Janusz Kaminski

Schnitt: Michael Kahn

Ausstattung: Rick Carter

Website: http://www.muenchen-derfilm.de

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