Mit schwarzem Humor und grotesker Situationskomik gespickter, düsterer, erotischer Psycho-Thriller.

Kinostart: nicht bekannt

Jean-Hugues Anglade

Jean-Hugues Anglade
als Michel Durand

Miki Manojlovic

Miki Manojlovic
als Erostratus

Valentina Sauca
als Helene Maier

Hélène de Fougerolles
als Olga Kubler

Robert Hirsch
als Dr. Armand Zlibovic

Catherine Mouchet
als Mathematiklehrerin

Denis Podalydès
als Superintendent Chapireau

Jean-Pierre Becker
als Jacques Preco

Yves Rénier
als Max Kubler

Riton Liebman
als Disc Jockey


als Pornodarstellerin

Cyril Raffaelli
als Dieb

Reinhardt Wagner
als Blinder Mann

Laurent Bateau

Vantha Talisman
als Mai Li

Gérard Sandoz
als Polizeiinspektor

Die Handlung von Mortal Transfer

Psychoanalytiker Michel Durand nimmt seinen Job ernst, auch wenn ihn die Stories von Kindheitstraumata oft langweilen. Eine Ausnahme macht die äußerst verführerische Kleptomanin Olga Kubler. Dennoch nickt er bei einer ihrer Sitzungen kurz ein. Als er aufwacht, liegt die Dame erwürgt da. Außer mit der Entsorgung der Leiche muss er sich von nun an auch mit der Polizei und Olgas Ehemann herumschlagen.

Psychoanalytiker Michel Durand leidet unter Überdruss, immer öfter fallen ihm während der Beichten seiner Patienten die müden Äuglein zu. Selbst bei der attraktiven Olga passiert ihm das, obwohl deren lebhafte Erzählungen von ehelicher Züchtigung längst zu Michels erotischem Traumrepertoire gehören. Als er diesmal wieder aufwacht, liegt Olga erwürgt auf der Couch, und Michel hat drei Probleme mehr. Erstens weiß er nicht, ob er selbst der Mörder ist, zweitens hat ihn/sie jemand beobachtet, und drittens ist nun Olgas Mann hinter ihm her.

Als Psychiater Michel (Jean-Hugues Anglade) aus seinem Nickerchen erwacht, liegt eine erwürgte Patientin auf seiner Couch. Jetzt ist guter Rat teuer. Vergnügliche und wendungsreiche Kriminalkomödie von Jean-Jacques Beineix.

Kritik zu Mortal Transfer

Eigentlich wollte er keine Filme mehr machen. Doch nach achtjähriger schöpferischer Pause meldet sich Frankreichs einstiges Regie-Wunderkind Jean-Jacques Beineix vehement zurück: mit dem erotischen Psycho-Thriller "Mortal Transfer". Die Irrwege eines Psychoanalytikers führen in düstere Seelenabgründe mit kleinen Fluchten in einen herrlich beißenden und befreienden Humor.

Wer glaubt, der "Shrink" gehöre nur zum amerikanischen Kino und zu New Yorks Intellektuellen, sollte sich schleunigst von dieser Vorstellung verabschieden. Auch beim Franzosen Jean-Jacques Beineix lässt der Psychoanalytiker seine Patienten auf der Couch parlieren und geht dabei so seinen eigenen Gedanken nach. Michel Durand nimmt seinen Job ernst, auch wenn ihn die immer gleichen Stories von Liebesentzug und Kindheitstraumata oft langweilen. Eine Ausnahme macht da die äußerst verführerische Kleptomanin Olga Kubler. Nicht nur, dass die reiche Lady in Luxusgeschäften klaut wie ein Rabe, um dem ekligen Ehemann eins auszuwischen, viel interessanter sind ihre sado-masochistischen Gewaltphantasien. Wenn sie provozierend die High Heels abwirft und sich lasziv vor dem Freud-Schüler herumräkelt, muss der schon an kalte Duschen denken. Wie in seinem Beruf üblich, fallen ihm trotzdem mal kurz die Augen zu und als er dieselbigen wieder öffnet, liegt die Dame erwürgt da. Im ersten Impuls ruft er die Polizei an, aber als er in der musikalischen Warteschleife hängt, überlegt er es sich anders, stopft die Leiche kurzerhand unter die Liege und hört sich - als wenn nichts gewesen wäre - die Klagen der nächsten Patientin an. Das Leben des bürgerlichen Durand gerät aus den Fugen. Nicht nur die Entsorgung der mausetoten Madame bereitet Schwierigkeiten, auch die Polizei steht bald auf der Matte, ganz zu schweigen von Olgas zwielichtigem Gatten, dem eine Menge Geld abhanden gekommen ist. Da hilft nur die Flucht nach vorn. Dieses an sich düstere Drama spickt Beineix mit schwarzem Humor und grotesker Situationskomik - wenn beispielsweise immer der Arm der Toten unter der Couch hervorschnellt, auf der eine abgehärmte Lehrerin ihr Schicksal erzählt, oder ein eigenartiger selbsternannter Parkwächter den Arzt mit Andeutungen fast zur Verzweiflung bringt und am Ende auch therapiert werden will. Ein Panoptikum an skurrilen Gestalten bevölkert die Szene - angefangen von Jean-Hugues Anglade als verwirrten Seelenklempner bis zu Denis Podalydes als freundlicher Kommissar, der seinen Pappenheimer kennt. Beineix, der sich nach "IP5 - die Insel der Dickhäuter" der Malerei, dem Klavierspiel und ausgiebigen Reisen widmete, hat nichts von seiner fulminanten Bild-Kraft verloren, wohl auch dank der außergewöhnlichen Kamera von Benoît Delhomme. Die künstlerische Manieriertheit von "Diva" und die schwüle Erotik von "Betty Blue" verknüpfen sich in "Mortal Transfer" zu einer narrativen Rafinesse mit makabrem Witz manchmal hart an der Grenze des sogenannten guten Geschmacks. Bei dieser Mischung aus surrealistischem film noir und Comedy sollten sich Freunde eines gepflegten Zynismus und einer leisen Ironie bestens amüsieren. mk.

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Info

Plakat des Films: Mortal Transfer
  • FSK ab 18/Keine Jugendfreigabe

FSK: ab 18

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland/Frankreich 2000

Länge: 2 h 3 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Mortel transfert

Regie: Jean-Jacques Beineix

Drehbuch: Jean-Jacques Beineix

Musik: Reinhardt Wagner

Produktion: Jean-Jacques Beineix, Reinhard Klooss

Kostüme: Fabienne Katany

Kamera: Benoît Delhomme

Schnitt: Yves Deschamps

Ausstattung: Philippe Chiffre