Schwarze Komödie über die Midlife-Crisis eines Auftragsmörders, der sich mit einem biederen Geschäftsmann anfreundet.

Kinostart: nicht bekannt

Pierce Brosnan

Pierce Brosnan
als Julian Noble

Greg Kinnear

Greg Kinnear
als Danny Wright

Hope Davis

Hope Davis
als Carolyn "Bean" Wright

Philip Baker Hall
als Mr. Randy

Dylan Baker
als Lovell

Adam Scott
als Phil Garrison

Handlung

Anlässlich eines Arbeitsurlaubs in Mexiko und einiger Gläser zuviel überkommt den alternden amerikanischen Profikiller Julian Noble (Pierce Brosnan) nachts im Hotel eine persönliche Sinnkrise. Er sucht entgegen sonstiger Gepflogenheiten die freundschaftliche Nähe des schwer vom Pech verfolgten Lands- und Geschäftsmannes Danny Wright (Greg Kinnear). Tatsächlich werden beide in der Folgezeit auf ungeahnte Weise voneinander profitieren.

Brosnan persifliert genüsslich sein Bond-Image in dieser heiter unterminierten Gangsterballade nach erprobtem Killer-trifft-Bürger-Konzept. Der Publikumshit beim Sundance Film Festival 2005.

Das Leben von Profikiller Noble ist eine Endlosschleife von kühlen Morden, einsamen Hotelzimmern und anonymem Sex. Als der Profi in Mexiko den Geschäftsmann Wright kennen lernt, entdeckt er in dem braven Ehemann seinen ersten Freund. Ihm outet er seinen Beruf, ihn bittet er um Hilfe, als ihn seine Ex-Bosse auslöschen wollen, weil er seit der Begegnung mit Wright seinen tödlichen Biss völlig verloren hat.

Auftragskiller Noble führt ein stereotypes Leben zwischen eiskalten Morden, einsamen Hotelzimmern und anonymem Sex. Da trifft er in einer Bar in Mexiko auf Wright, einen kleinen, unbescholtenen Versager, der aufs Ende seiner beruflichen Pechsträhne hofft. Gemeinsam gehen sie zum Stierkampf und freunden sich an. Dem braven Ehemann beichtet Noble auch seinen Beruf und bittet ihm um Hilfe, als ihm seine Ex.Bosse an den Kragen wollen und er seit seiner Begegnung mit Wright das Interesse am Töten verloren hat.

Kritik

Bevor Ex-Bond Pierce Brosnan die Lizenz zum Töten verlor, geriet er in diesem witzigen Sundance-Hit von 2005 als Killer in eine Sinnkrise. Ein Schelm, wer da einen Zusammenhang sieht.

Die Selbstsabotage seines Images vom letalen Weltfriedensbewahrer erwies sich für Brosnan als Segen, zeigt er doch zwischen alkoholisiertem Wrack und flirtendem Goldkettchen-Gigolo eine Karrierebestleistung. Bereits in der Ouvertüre signalisiert der Film seine Verspieltheit in der Variation des vertrauten Hitman-Genres. Wieder einmal an der Seite einer käuflichen Begleiterin erwacht, lässt sich Mordprofi Noble (Brosnan) spontan dazu inspirieren, sich wie sie die Fußnägel zu lackieren. Shepard liebt solche schrulligen Szenen, die Persönlichkeit und emotionalen Zustand kommentieren. Ist Nobles Stimmung desolat, sitzt er mit Whiskey und Riesensombrero vereinsamt im mexikanischen Hotelzimmer. Hat er sich gefangen, stolziert er mit Badehose und Stiefel provokativ durch die Hotelhalle. Autor Shepard inszenierte bereits mit 25 Jahren die mit David Bowie prominent besetzte Komödie "Houdini & Company", musste sich nach deren Flop aber mühselig Kredit zurückverdienen. Sein sechster Spielfilm ist ein unterhaltsamer Mix aus seinen komödiantischen Anfängen und den kleinen Thrillern, die er in den Jahren dazwischen drehte. Nach zackiger Einführung der professionell tötenden Hauptfigur nimmt Shepard das Tempo zurück und entwickelt ruhig die Begegnung mit einem Unbekannten, die Nobles Leben verändert. Mit einer typischen Kinoprämisse ohne Kontakt zur Realität führt er in einer Hotelbar den einsamen Killer und den braven Geschäftsmann mit dem viel sagenden Namen Wright (Greg Kinnear) zusammen. Trotz Nobles Neandertal- Umgangsformen freunden sich die Männer während eines Mexikoaufenthalts an. Der Kontakt mit dem verheirateten Mann erdet den Killer, zeigt ihm sein eigenes Vakuum auf. Auf der anderen Seite weckt Noble in Wright den Abenteurer, den er sogar in sein größtes Geheimnis einweiht und zum Spontanmord einlädt. Monate später steht Noble vor der Türe seines "einzigen Freundes". Weil er ausgebrannt zum Versager und Nervenbündel mutiert ist und jetzt selbst auf der Abschussliste steht, soll Wright ihm helfen, sein Leben zu retten.

Über die ganze Geschichte hinweg generieren die eigentlich inkompatiblen Persönlichkeiten durch ihre Reibungsflächen Komik. Shepards gut konstruiertes Drehbuch variiert einige Standards des Hitman-Genres, schwelgt aber nie im Zynismus verwandter Filme und trifft am Ende eine überraschende, aber glaubwürdig moralische Entscheidung. kob.

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Info

Plakat des Films: Mord und Margaritas
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: nicht bekannt

USA 2005

Länge: 1 h 37 min

Genre: Thriller

Originaltitel: The Matador

Regie: Richard Shepard

Drehbuch: Richard Shepard

Produktion: Pierce Brosnan, Beau St. Clair, Sean Furst, Bryan Furst

Kostüme: Catherine Thomas

Kamera: David Tattersall

Schnitt: Carole Kravetz

Ausstattung: Robert Pearson, Marcelo Del Rio