Stylishe Neuverfilmung des Krimi-Highlights von Kultautorin Agatha Christie aus dem Jahr 1934, in dem Kenneth Branagh als Meisterdetektiv Hercule Poirot einen schwierigen Fall im Luxus-Zug von Istanbul nach Calais lösen muss.

Kinostart: 09.11.2017

Handlung

Ein Zug, ein Mord, ein Dutzend Verdächtige. Meisterdetektiv Poirot hat alle Hände voll zu tun. Auf der langen Zugfahrt im Orient Express mit Ziel London wird eines Morgens ein Fahrgast tot aufgefunden. Eins ist schnell klar: Der Abgang war kein natürlicher. Denn die Leiche ist mit Messerstichen übersät.

Monsieur Bouc, der Direktor der Eisenbahngesellschaft, bittet den belgischen Privatdetektiv Hercule Poirot, der sich unter den Passagieren befindet, den Mörder ausfindig zu machen. Mit mehr als einem dutzend möglicher Täter ein hochkomplizierter Fall, den Poirot unter Zeitdruck lösen soll ...

Das fünffach oscarnominierte Multitalent Kenneth Branagh („Dunkirk“) brilliert in der Adaption des Agatha Christie-Klassikers in doppelter Rolle: Während er vor der Kamera als Hercule Poirot den Verdächtigen auf den Zahn fühlt, lenkt er hinter der Kamera als Regisseur virtuos das beeindruckende Superstar-Ensemble, das er um sich versammelt hat.

Nicht nur, dass „Mord im Orient Express“ eine der am prominentesten besetzten Leichen der Filmgeschichte bietet – der ganze Cast muss sich nicht verstecken. Unter anderem sind die Oscar-Gewinnerinnen Dame Judi Dench („Casino Royale“, „Skyfall“) und Penélope Cruz („Vicky Cristina Barcelona“) sowie Johnny Depp („Pirates of the Caribbean“), Michelle Pfeiffer („Hairspray“), Daisy Ridley („Star Wars: Das Erwachen der Macht“), Josh Gad („Die Schöne und das Biest“), Olivia Coleman („Broadchurch“) und Willem Dafoe („Spider-Man“) mit von der mörderischen Partie.

In opulenter Ausstattung ergibt sich das illustre Ensemble einem nervenaufreibenden Spiel gegen die Zeit. Geheimnisse, Lügen und überraschende Wendungen – dieser Thriller weiß, ganz ohne Explosionen, das Publikum von der ersten bis zur letzten Minute zu fesseln.

Kritik

Neuverfilmung des Krimis von Agatha Christie, in der es Hercule Poirot mit zwölf Verdächtigen zu tun bekommt.

Treffende Worte: "Mord im Orient-Express" ist ein hinreißend unterhaltsamer Film von der Art, wie man sie nicht mehr macht: ein klassischer Whodunit, in dem alle Indizien ausgebreitet werden und offen sichtbar sind, und er ist angefüllt mit einer großen und teuren Sammlung von Stars." Schrieb der legendäre Roger Ebert 1974 über Sidney Lumets nicht minder legendäre Adaption der ebenso legendären Vorlage von Agatha Christie aus dem Jahr 1934, die der legendären Ingrid Bergman einen Oscar einbrachte (und fünf weitere Nominierungen kassierte). Und könnte man eins zu eins auch auf die Neuverfilmung übertragen, die Kenneth Branagh mit dem gewohnten Hang zur leichten Übertreibung verantwortet. Damals waren es neben Bergman u. a. Sean Connery, Anthony Perkins, Lauren Bacall, Michael York und John Gielgud, die von Hercule Poirot an Bord eines in einer Schneewehe feststeckenden und von der Außenwelt abgeschnittenen Zuges von Istanbul nach Calais des Mordes an einem damals von Richard Widmark gespielten amerikanischen Millionärsekel verdächtigt wurden. An ihre Stelle treten jetzt Judi Dench, Michelle Pfeiffer, Penelope Cruz, Willem Dafoe, Derek Jacobi und Daisy Ridley, die womöglich Johnny Depp ums Eck gebracht haben könnten. Kenneth Branagh selbst spielt den belgischen Meisterdetektiv Schnurrbart zwirbelnd mit belustigtem Knattern und exzentrischen Manierismen, als würden sich Monty Python vor allen bisherigen filmischen Poirots verneigen, vor Albert Finney, Tony Randall, Peter Ustinov und David Suchet. Ansonsten folgt der Film minuziös der bereits bekannten Handlung, sieht man von einem neuen Einstieg ab, in dem Genialität und Exzentrizität von Hercule Poirot etabliert werden, und ein paar virtuoser filmischer Kniffe, darunter eine begnadete Kamerafahrt entlang des titelgebenden Zuges, während drinnen Poirot die Wagons an allen anderen Beteiligten vorbei entlangstreift. Hatte Lumets Film einen fast nostalgischen Schimmer, bevorzugt Branaghs Hauskameramann Haris Zambarloukos ("Thor", "Cinderella") einen klaren, beinahe klinischen Look, als wolle der Film dem Publikum zeigen, dass er, anders als die zwölf Verdächtigen, nichts zu verbergen hat. Mit Lumets Film gemein hat Branaghs Adaption, dass es nicht um Spannung oder Nervenkitzel geht; "Mord im Orient-Express" ist weniger Thriller als amüsiertes Gesellschaftsstück, eine Sittenkomödie, die spielerisch und mühelos wirkt, aber doch das Kunststück vollbringt, dass der Zuschauer immer genau weiß, wo sich wer befindet, wie wer mit wem zusammenhängt: ein Kabinettstück der Jonglierkunst, die allen Schauspielern gerecht wird und jedem wenigstens eine große Szene schenkt, während Poirots graue Zellen Überstunden machen müssen, weil jede neue Enthüllung wieder neue Geheimnisse aufwirft und von der jeweils nächsten Aussage wieder in Zweifel gezogen wird. Wie Roger Ebert so richtig sagt: Solche Filme werden nicht mehr gemacht. Gerade das Altmodische ist sein Alleinstellungsmerkmal. Immerhin ist man so selbstbewusst, in der letzten Szene anzudeuten, dass "Tod auf dem Nil" als nächstes Krimikonfekt eine Möglichkeit sein könnte. ts.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 09.11.2017

USA 2017

Länge: 1 h 54 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Murder On The Orient Express

Drehbuch: Michael Green

Musik: Patrick Doyle

Produktion: Michael Schaefer, Ridley Scott, Mark Gordon, Simon Kinberg, Judy Hofflund, Aditya Sood

Kostüme: Alexandra Byrne

Kamera: Haris Zambarloukos

Schnitt: Mick Audsley

Ausstattung: Jim Clay

Website: http://www.fox.de/mord-im-orient-express

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