Die wahre Geschichte des ersten schwarzen Künstlers auf Pariser Bühnen.

Kinostart: 19.05.2016

Szenenbild aus Monsieur Chocolat mit Omar SyOmar Sy

Omar Sy
als Chocolat

James Thiérrée
als Footit

Clotilde Hesme

Clotilde Hesme
als Marie

Olivier Gourmet
als Oller

Frédéric Pierrot
als Delvaux

Noémie Lvovsky
als Madame Delveux

Alice de Lencquesaing
als Camille

Olivier Rabourdin
als Gemier

Die Handlung von Monsieur Chocolat

Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt Clown Footit (Charlie Chaplin-Enkel James Thiérrée) bei einem Wanderzirkus zufällig das komische Talent von Chocolat (Omar Sy aus „Ziemlich beste Freunde“), einem ehemaligen Sklaven.

Die beiden werden Freunde und entwickeln ein gemeinsames Bühnenprogramm, für das sie vom Pariser Zirkuspublikum gefeiert werden. Doch der Ruhm hat Schattenseiten, das lustige Duo entzweit sich.

Der Schauspieler Roschdy Zem setzt dem Künstler Chocolat in seiner vierten Regiearbeit mit einem flammenden Plädoyer gegen Rassismus ein Denkmal.

Kritik zu Monsieur Chocolat

Mit seiner wahren Geschichte über den ersten schwarzen Künstler auf Pariser Bühnen schafft Roschdy Zem ein in großes Kino verpacktes flammendes Plädoyer gegen Rassismus und Ausgrenzung.

Als Schauspieler in Filmen von André Téchiné, Patrice Chereau oder Rachid Bouchareb hat er sich längst einen Namen gemacht. Jetzt schickt sich Roschdy Zem, 2006 in Cannes für "Tage des Ruhms" als bester Schauspieler ausgezeichnet, an, auch als Regisseur zu reüssieren. "Monsieur Chocolat" entpuppt sich auch recht schnell als idealer Stoff für einen Franzosen arabischer Herkunft, handelt der auf einer wahren Begebenheit basierende Film doch von der Sklaverei, wie man sie überwindet und letztlich doch wieder in alte, längst überwunden geglaubte Verhaltensmuster zurückfällt. Für die historisch verbriefte Geschichte des Clowns Rafael Padilha, der als erster schwarzer Künstler in Frankreich auf der Bühne stand, fand Roschdy Zem die ideale Besetzung: Omar Sy, der Star aus dem Jahrhundert-Blockbuster "Ziemlich beste Freunde", verpasst Chocolat jene unbändige Lebensfreude und positive Energie, die den Clown letztlich auf der Bühne so erfolgreich gemacht haben. Gleichzeitig stattet er seine Figur aber auch mit einer unglaublichen Verletzlichkeit und beinahe selbstzerstörerischen Kraft aus, die das Tragische im Komischen hervorruft. Ihm gegenüber steht Footit, sein hellhäutiger Widerpart und Entdecker, ein Spaßmacher, der jeden Gag auf dem Reißbrett plant und selbst zum Lachen in den Keller geht. Gespielt wird er von James Thiérrée, einem Enkel Charlie Chaplins, der dem traurigen Clown, dem minimalistischen Pantomimen, eine neue Dimension verleiht. Mit Hilfe dieser beiden Protagonisten ist es Zem ein Leichtes, Chocolats steilen Aufstieg zum Superstar der Pariser Zirkusszene ebenso als großes Kino zu erzählen wie den durch Spielleidenschaft, übermäßigen Alkoholgenuss und grenzenlose Verschwendungssucht beschleunigten tiefen Fall. Auf der einen Seite ist "Monsieur Chocolat" ein herausragend inszenierter Historienfilm, der mit perfektem Produktionsdesign, detailverliebter Requisite und pompösen Kostümen die Belle Époque wieder lebendig werden lässt, auf der anderen Seite lässt Zem keine Gelegenheit aus, um aufzuzeigen, wie teuer Chocolat für seinen Ruhm bezahlen muss, denn an der Schwelle zum 20. Jahrhundert kann von Gleichberechtigung zwischen schwarz und weiß keine Rede sein, sehen die meisten Franzosen in ihm weniger einen virtuosen Künstler als einen dressierten Affen, auf dessen Kosten man sich lustig machen kann. Damit gelingt dem Regisseur die so diffizile Gratwanderung zwischen kurzweiligem Amüsement - vor allem in den Zirkus-Nummern der beiden - und flammendem Plädoyer gegen Rassismus und Ausgrenzung. lasso.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 19.05.2016

Frankreich 2016

Länge: 2 h 0 min

Genre: Drama

Originaltitel: Chocolat

Regie: Roschdy Zem

Musik: Gabriel Yared

Kamera: Thomas Letellier

Schnitt: Monica Coleman

Ausstattung: Jérémie D. Lignol